Klassisches Schweizer Käsefondue mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP

Käsefondue ist besonders in der Weihnachtszeit und zu Silvester ein beliebtes Gericht – auch bei uns. Mittlerweile zumindest, denn als ich während meiner Internatszeit im Unterengadin vor mehr als 20 Jahren das erste mal ein Käsefondue aß, fand ich es nicht ganz so lecker. Was jedoch an der schlechten Zubereitung lag, wie ich später herausfand. Ein klassisches Schweizer Käsefondue schmeckt jedoch auch unter dem Jahr, denn Käse kann man meiner Meinung nach ja sowieso nie genug essen. Zudem ist ein Käsefondue eine herrliche Möglichkeit um Zeit mit Freunden und der Familie zu verbringen und perfekt zur Entschleunigung. Fondue ist kein « Essen to go », das man mal schnell so zwischen Tür und Angel verdrückt. Für ein Käsefondue braucht man nur eines: ZEIT. Ein Käsefondue heißt auch Erzählen, lustigen Anekdoten lauschen, Plaudern, Lachen und Trinken, vornehmlich Weißwein. Währenddessen schaut man stundenlang dem Käse beim Blubbern zu und taucht gelegentlich mit der Fonduegabel ein Brotstück in den Fonduetopf.

Klassisch werden in der Schweiz zum Käsefondue « Moitié-Moitié » nur Brot und Kartoffeln gereicht. Doch kann man das Nationalgericht der Schweiz auch wunderbar aufpeppen. Es gibt viele weitere kreative Beilagen die perfekt mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP, den klassischen Käsesorten im Käsefondue « Moitié-Moitié », harmonieren. Meine Tipps, was am besten zum Käsefondue passt und eine Anleitung, wie Du das Fondue perfekt zubereitest, findest Du im Folgenden.

Klassisches Schweizer Käsefondue mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP

Welcher Käse ist am besten für Käsefondue geeignet?

Grundsätzlich ist erlaubt was schmeckt. Es gibt vielfältige Variationen aber auch Klassiker und Regionales, denn je nach Region werden für das Käsefondue unterschiedliche Käsesorten verwendet.

Regional beliebte Käsefondue Varianten:

  • Fribourg: Das klassische Käsefondue « Moitié-Moitié » wird je zur Hälfte mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP zubereitet. Das Fondue Fribourgeoise hingegen nur mit Vacherin Fribourgeois AOP.
  • Wallis: Das Käsefondue aus dem Wallis wird mit gleich drei Käsesorten zubereitet: Le Gruyère AOP, Vacherin Fribourgeois AOP und Raclettekäse.
  • Appenzell: In Heidis Heimatland wird das Käsefondue hingegen ausschließlich mit Appenzeller gemacht.
  • Ostschweiz: Hier kommen Le Gruyère AOP, Vacherin Fribourgeois AOP und Tilsiter in den Fonduetopf.

Was bedeutet « Moitié-Moitié »?

Auf Deutsch bedeutet « Moitié-Moitié » nichts anderes als « Halbe-Halbe ». Heißt also ganz einfach, dass das klassische Käsefondue « Moitié-Moitié » aus dem Westschweizer Kanton Freiburg aus den zwei traditionellen Käsesorten der Region – Fruchtig-würzigem Le Gruyère AOP und zart schmelzendem Vacherin Fribourgeois AOP – zubereitet wird.

Welchen Käse verwendet man für das klassische Käsefondue « Moitié-Moitié »?

Le Gruyère AOP – ein fruchtig-kräftiger Hartkäse aus der Westschweiz

Le Gruyère AOP, ein fruchtig-kräftiger Hartkäse aus der französischsprachigen Westschweiz, ist bekanntlich eine meiner Lieblingskäsesorten und Du findest diesen in vieler meiner Rezepte wie zum Beispiel dem Cheesy Lobster Dip aus Kanada, den brasilianischen Käsebrötchen, einem finnischen Pilzkuchen, der Soupe de Chalet oder auch in der klassischen Schweizer Käsewähe.

Le Gruyère AOP wird in etwa 210 Dorf- und Alpkäsereien rund um das Städtchen Gruyères bis hin zum Genfer See nach einer seit 1115 unveränderten Rezeptur hergestellt und zählt heute zu den meist produzierten Käsesorten der Schweiz. Seinen einzigartigen Geschmack erhält der Hartkäse durch den mindestens 5 Monate langen Reifeprozess auf Fichtenholzgestellen.

Klassisches Schweizer Käsefondue mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP

Vacherin Fribourgeois AOP – ein cremiger Halbhartkäse aus dem Kanton Freiburg

Der Vacherin Fribourgeois AOP ist ein cremiger Halbhartkäse aus Kuhmilch, der nur auf den Alpweiden und in den Dörfern des Kantons Freiburg nach einem althergebrachten Rezept hergestellt wird. Den Käse zeichnet ein feiner Teig und eine schmelzende und raffiniert-subtile Textur aus. Seinen authentischen Geschmack erhält der Vacherin Fribourgeois AOP durch die Reifezeit, die je nach Käsetyp, Eigenschaften des Kellers und Jahreszeit bei neun Wochen bis sechs Monaten liegt. 

Wieviel Käse benötigt man pro Person für das Käsefondue?

Pro Person rechnet man für einen gemütlichen Fondueabend mit 200 bis 250 Gramm Käse pro Person. Planst du eine Vorspeise oder ein Dessert, dann reichen auch 150 Gramm Käse.

Warum kommt Alkohol ins Käsefondue?

Ein gutes Käsefondue braucht etwas zusätzliche Flüssigkeit und auch etwas Säure. Die Flüssigkeit dient dazu, dass die Käsemischung fließfähiger wird, so dass man später das Brot auch schön eintunken kann. Normalerweise verwendet man als Flüssigkeit einen trockenen Weißwein. Die Säure des Weißweins verhindert nämlich zudem, dass das Käsefondue wieder aushärtet.

Außerdem darf Kirschwasser in einem klassischen Käsefondue nicht fehlen. Dieses gibt dem Fondue erst den authentischen Geschmack und sorgt für ein kleines Prickeln auf der Zunge.

Wer dennoch auf Alkohol verzichten möchte oder wenn Kinder mitessen, kann auch zu Zitronensaft, alkoholfreiem Cidre oder Apfelsaft greifen.

Klassisches Schweizer Käsefondue mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP

Welches Zubehör benötigst Du für ein Käsefondue?

Das klassische Schweizer Käsefondue wird in einem Caquelon – einem runden, halbhohen, emaillierten Topf mit Stiel aus Steingut, Gusseisen oder Keramik – zubereitet. Würde man den Käse in einem normalen Topf erhitzen, dann würde dieser unweigerlich nach einer gewissen Zeit am Topfboden anbrennen. Das Caquelon leitet die Hitze hingegen sehr langsam ins Innere, so dass der Käse langsam geschmolzen wird.

Zudem benötigt man für das Käsefondue natürlich:

  • Fondue-Gabeln
  • und ein Rechaud mit einem Brenner, auf welchem das Käsefondue warmgehalten wird.

Wie man Käsefondue am besten genießt

Käsefondue ist ein bisschen wie höhere Mathematik. Es geht darum, den Brotwürfel so durch den Caquelon zu ziehen, dass so viel Käse wie möglich hängen bleibt. Den Brotwürfel einmal vorsichtig durch den Topf streichen bringt da nicht viel. Damit das Brot vollständig mit Käse bedeckt ist, muss man die Fonduegabel schon kraftvoll mehrmals durch den Topf ziehen. Schweizer rühren traditionell in einer « 8 ».

Welche Beilagen passen zum Käsefondue?

Zum klassischen Schweizer Käsefondue « Moitié-Moitié » gehören natürlich Brot und Pellkartoffeln. Wenn Dir das zu langweilig ist, habe ich einige raffinierte Ideen, wie Du Dein Käsefondue aufpeppen kannst.

Kreative Beilagen zum Käsefondue:

  • Obst: der herzhafte Käse harmoniert perfekt mit süßen Früchtchen wie Birnen, Weintrauben, Kaki oder auch Feigen. Diese kann man dazu snacken oder in den Käse eintauchen. Granatapfelkerne eignen sich zudem herrlich als Topping.
  • Gemüse: auch Champignons, Blumenkohl und Brokkoli passen perfekt zum Käsefondue.
  • Fleisch und Fisch: Zusammen mit dem Brot kann man auch Bündner Fleisch, Serrano-Schinken oder Garnelen aufspießen und in den Käse tunken.
  • Ein leichter Salat passt perfekt zum Käsefondue, da er in Kontrast zum schwereren Käse steht. Lecker und leicht ist zum Beispiel ein israelischer Salat.
  • Zudem kannst Du zum Käsefondue auch Essiggurken, Silberzwiebeln und sonstiges eingelegtes Gemüse, aber auch fruchtig scharfe Chutneys reichen.
Klassisches Schweizer Käsefondue mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP

Klassisches Rezept für Schweizer Käsefondue « Moitié-Moitié » mit Le Gruyère AOP und und Vacherin Fribourgeois AOP

Klassisches Schweizer Käsefondue mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP

Schweizer Käsefondue « Moitié-Moitié »

Klassisches Rezept für Schweizer Käsefondue « Moitié-Moitié » mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP und Tipps für ausgefallene Beilagen.
5 (1 Bewertung)
Vorbereitungszeit 30 Min.
Zubereitungszeit 20 Min.
Arbeitszeit 50 Min.
Gericht Hauptgericht
Land & Region Schweiz
Portionen 4 Personen

Zutaten
 

Zutaten klassisches Schweizer Käsefondue « Moitié-Moitié »:
  • 400 g geriebener Le Gruyère AOP
  • 400 g geriebener Vacherin Fribourgeois AOP
  • 2 TL Maisstärke
  • 1 Knoblauchzehe
  • 300 ml trockener Weißwein
  • 1 EL Kirschwasser
  • 1 Prise Muskatnuss
  • Salz
  • frisch gemahlener weißer Pfeffer
Beilagen Käsefondue:
  • 800 g altbackenes Bauernbrot/ Weißbrot in mundgerechte Würfel geschnitten
  • 800 g Pellkartoffeln
  • weitere Beilagen nach Wahl

Zubereitung
 

  • Die Zubereitung eines Schweizer Käsefondues ist kein Kunststück. Wichtig ist jedoch die Maisstärke, damit das Käsefondue später schon sämig bleibt. Daher zunächst in einer großen Schüssel den geriebenen Le Gruyère AOP mit dem Vacherin Fribourgeois AOP mischen und anschließend die Maisstärke untermischen.
    Klassisches Schweizer Käsefondue mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP
  • Nun den Knoblauch abziehen, halbieren und das Caquelon damit einreiben. Anschließend den Weißwein in den Fonduetopf geben und diesen erhitzen. Die Temperatur reduzieren sobald der Siedepunkt erreicht ist und dann nach und nach die Käsemischung hinzufügen.
  • Unter ständigem Rühren einer Acht, mit Hilfe eines Holzkochlöffels, den Käse nun bei geringer Hitze schmelzen. Geduld ist hier gefragt, denn Käsefondue ist ein wahres Slow Food.
    Klassisches Schweizer Käsefondue mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP
  • Anschließend den Käse mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Zu guter Letzt das Kirschwasser unterrühren. Nun das Käsefondue vom Herd nehmen und auf dem Rechaud warmhalten.
  • Das Schweizer Käsefondue « Moitié-Moitié » zusammen mit den Pellkartoffeln, den Brotwürfeln und weiteren Beilagen Deiner Wahl servieren.
    Klassisches Schweizer Käsefondue mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP

Mein Tipp

1. Achte darauf, dass an jedem Brotstück ein wenig Kruste dran ist. So lässt es sich später besser aufspiessen und durch die Käsecreme ziehen.
2. Wenn das Fondue gerinnt: 1 Teelöffel Maisstärke mit etwas Wasser und Zitronensaft anrühren und die Mischung zum Käse gießen. Den Käse anschließend noch einmal langsam unter Rühren aufkochen.

Lustige Fakten, Mythen und Legenden rund um das Schweizer Käsefondue

  • Am besten eignet sich altbackenes Brot, dann lässt es sich besser durch die Käsemasse ziehen und man verliert das Brot nicht im Topf. Passiert dies nämlich, muss man eine Runde Schnaps für alle zahlen. Mancherorts gibt es darüber hinaus den Brauch, dass Frauen ihren Tischnachbarn küssen müssen, sollten sie ihr Brotstück verlieren.
  • Am Ende des Fondueabends bildet sich unten auf dem Caquelon-Boden oft eine Kruste – besonders, wenn zu hohe Temperaturen im Spiel waren und man das Rühren vergessen hat. Diese Kruste wird « Großmutter » genannt. Viele halten diese Käsekruste für das Beste am ganzen Fondue. Gerne wird ein Ei über der Käsekruste aufgeschlagen, um diese zu genießen.
  • In den USA wird am 11. April der nationale Käsefondue-Tag (engl. National Cheese Fondue Day) gefeiert.
Klassisches Schweizer Käsefondue mit Le Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP
Weitere leckere Rezepte mit Le Gruyère AOP:

Isst Du Käsefondue auch so gerne wie ich? Mit welchem Käse bereitest Du Dein Fondue zu und welche Beilage darf bei Dir auf keinen Fall fehlen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!


Dieses Rezept entstand in Zusammenarbeit mit Le Gruyère AOP und Schweizer Käse.

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Nina | Reisehappen Food- und Reiseblog
Nina

Hi! Ich bin Nina von Reisehappen! Bloggerin, Grafikerin & Illustratorin, Foodie und leidenschaftliche Köchin, Käseliebhaberin, Reisejunkie, Workaholic, Yoga addicted, 6 Kontinente – 70 Länder und noch immer vom Fernweh geplagt.