Mit dem Fahrrad unterwegs im Landkreis Schweinfurt

Yay, endlich ist wieder Spargelzeit! Für mich eine der schönsten Zeiten des Jahres, denn ich liebe Spargel. Zudem kann ich mich glücklich schätzen aus dem schönen Franken zu kommen, wo es mehrere große Spargelanbaugebiete gibt. Eines der größten und bekanntesten liegt im Schweinfurter Land in und rund um Gerolzhofen. Um mehr über den fränkischen Spargel zu erfahren, heißt wie und wo dieser angebaut wird und wo man den Spargel in und rund um Schweinfurt kaufen und essen kann, habe ich mich aufgemacht auf eine leichte Fahrradtour durch das Spargelland rund um Schweinfurt. Der Themenradweg « Spargeltour » führte mich zu den Spargelproduzenten im Gerolzhöfer Land, aber auch zu hübschen Restaurants, welche nun in der Spargelzeit das königliche Gemüse und den dazu passenden Mainfranken-Silvaner servieren.

Zudem lagen auch einige sehenswerte kulturelle Highlights und Sehenswürdigkeiten an der « Spargeltour » beziehungsweise am Themenradweg « Mit den Fähren zum Wein », den wir mit der « Spargeltour » kombiniert haben. Im folgenden Artikel erfährst Du mehr über die « Spargeltour », die Produzenten und Restaurants, welche ich rund um Schweinfurt besucht habe, aber auch über die schönsten Fotospots und Sehenswürdigkeiten an diesem Radweg.

Allgemeine Informationen zu den Themenradwegen « Spargeltour » und « Mit den Fähren zum Wein »

Der Themenradweg Spargeltour:

  • Schwierigkeit: sehr leicht
  • Höhenmeter: 154 m
  • Distanz: 36,4 km
  • Dauer: 2 Stunden (reine Fahrzeit)

Offiziell startet und endet die « Spargeltour » am Marktplatz in Gerolzhofen. Wir haben diese leichte Fahrradtour allerdings in Alitzheim auf dem Spargelhof Büttner begonnen und uns mit unseren E-Bikes und einem Picknickkorb entgegengesetzt der ausgeschriebenen Fahrtrichtung aufgemacht. Zu dem haben wir die « Spargeltour » mit dem Themenradweg « Mit den Fähren zum Wein » verbunden und bei Lindach einen Abstecher nach Wipfeld und Stammheim gemacht. Der Radweg führte uns durch das zauberhafte Maintal, vorbei an den Weinbergen und die Fahrt mit der Mainfähre nach Wipfeld war zudem ein Highlight unsere Fahrradtour.

Hier findest Du weitere Infos zur « Spargeltour » und die GPX Tourdaten zum Herunterladen. Weitere Infos zum Themenradweg « Mit den Fähren zum Wein » gibt es hier.

Spargeltour mit dem Fahrrad durch das Spargelland rund um Schweinfurt

Zu Gast auf dem Spargelhof Büttner

Bevor wir uns auf die Fahrräder schwangen, besuchten wir zunächst einmal den Bauernhof Büttner der Familie Büttner in Alitzheim im Landkreis Schweinfurt zwischen Steigerwald und Maintal. Gebhard, Anni und Rainer Büttner bauen hier Getreide, Zuckerrüben, Sonnenblumen, Raps, aber auch Gurken, Kartoffeln, Erdbeeren und natürlich Spargel an. Genau über diesen wollten wir auf unserer Spargeltour ja mehr erfahren.

Und so ging es mit Rainer Büttner auch gleich mal auf das Spargelfeld, wo wir von ihm mehr über den Anbau des Spargels, die verschiedenen Spargelsorten und das Spargelstechen erfuhren. Eine Arbeit, die definitiv kein Zuckerschlecken ist, so viel kann ich Euch verraten. Muss aber eben sein, um das weiße Gold anschließend zu genießen. Seit ich gesehen habe wieviel Arbeit hinter dem Anbau des Spargels, dem Spargelstechen, waschen und sortieren eigentlich steckt, genieße ich meinen Spargel auf dem Teller jedenfalls noch etwas mehr als vorher.

Wer in der Nähe des Bauernhofs der Familie Büttner wohnt, hat zumindest das Glück, dass er den Spargel im Hofladen bereits geschält erwerben kann. Denn hier wird er ganz fix mit der Maschine geschält und so steht dem Genuss zuhause nichts mehr im Wege. In eben diesem Hofladen gibt’s übrigens auch die verschiedenen Kartoffelsorten und Erdbeeren, welche ich bereits erwähnt habe. Zudem findet man hier aber auch verschiedene Gurkensorten zum Einlegen, sowie bereits süß-sauer eingelegte Gurken und sehr leckere hausgemachte Marmeladen. Außerdem gibt’s hier Äpfel, Eier, Nudeln, Rapsöl, Essig, Wein und Honig von anderen Produzenten aus der Umgebung.

Adresse: Bahnhofstraße 6, 97529 Sulzheim | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8.00 – 18.00 Uhr

Spargelessen im Gasthaus Adler in Herlheim

Nach dem Besuch des Bauernhofs der Familie Büttner schwangen wir uns dann auf unsere E-Bikes und fuhren zunächst in nur knapp 15 Minuten in das kleine beschauliche Örtchen Herlheim, wo uns im Gasthaus Adler der Familie Gutbrod, das sich im ehemaligen Gerichtsgebäude befindet, ein leckeres Spargelessen erwartete – natürlich mit Spargel von Büttners Bauernhof und dazu gab es Schnitzel, hausgemachte Bratwürste und das volle Verwöhnprogramm von der Chefin des Hauses. Schließlich brauchten wir erstmal eine Stärkung bevor unsere Radtour wirklich losging.

Nun hätte zu dem Mittagessen zwar sicherlich am besten ein Schoppen Wein gepasst, besonders ein Silvaner, denn Silvaner liebt bekanntlich Spargel. Doch hatten wir ja schließlich noch eine lange Radtour vor uns. So entschieden wir uns für Fruchtsaft. Den Saft aus Quitten, Birnen und Äpfeln macht der Chef höchstpersönlich aus den ungespritzten Früchten von den heimischen Streuobstwiesen und er ist einfach sagenhaft gut. Wer braucht da einen Silvaner?

Eine weitere Spezialität des Hauses ist übrigens die Original Schweinfurter Schlachtschüssel, bei der das frische Kesselfleisch direkt vom Brett gegessen wird. Das Fleisch kommt in einzelnen Gängen, heißt zuerst Bauch, dann Nacken, dann Kopffleisch auf den Tisch und dazu gibt es frisches Brot, Sauerkraut, Salz, Pfeffer und Meerrettich.

Adresse: Herlindenstraße 4, 97509 Kolitzheim | Öffnungszeiten: Warme Küche Montag bis Donnerstag von 11.00 – 13.30 Uhr und von 17.00 – 20.00 Uhr, Freitags von 18.00 – 20.00 Uhr, Samstags und Sonntags von 11.00 – 14.00 Uhr

Mit dem E-bike auf dem Radweg von Herlheim nach Lindach

Gut gestärkt radelten wir im Anschluss an das Essen in rund einer Stunde nach Lindach. Der Weg führte uns zunächst durch Oberspießheim, wo noch der schöne Osterbrunnen stand und anschließend mitten durch die Spargelfelder rund um Lindach. In Lindach haben wir dann zunächst die « Spargeltour » verlassen und uns aufgemacht in Richtung Wipfeld. Am Bildstock mit der hübschen Pausenbank gönnten wir uns eine kleine Erfrischung und ließen uns für einige Minuten die Sonne ins Gesicht scheinen. Danach führte uns der Radweg vorbei an herrlich blühenden und duftenden Streuobstwiesen zum Kloster St. Ludwig.

Abstecher nach Wipfeld

Am Kloster St. Ludwig, in welchem sich heute eine heilpädagogisch-therapeutische Jugendhilfeeinrichtung für Mädchen und junge Frauen mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik befindet, beginnt der Themenradweg « Mit den Fähren zum Wein », dem wir nun erstmal folgten. Heißt, es ging zunächst mit den Fahrrädern auf die Mainfähre, die uns in das Örtchen Wipfeld auf der anderen Mainseite brachte. 

Wobei die Mainfähre nicht einfach ein Transportmittel ist, um auf die andere Seite des Mains zu gelangen. Das Übersetzen auf diesen Relikten aus der Vergangenheit ist an sich schon ein Erlebnis. Auf der anderen Mainseite angekommen, genossen wir zunächst den traumhaften Ausblick in Richtung Lindach und auf das Kloster St. Ludwig, bevor wir uns aufmachten zum hübschen rechteckigen Marktplatz des Weinortes mit dem kleinen Rathaus, dem ehemaligen Würzburger Amtshaus und den schönen Fachwerkhäusern. Am Markplatz ließen wir die E-Bikes dann erstmal stehen, um den Kirchberg zu erklimmen. Auf diesem thront die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer inmitten des historischen Weinbergs mit seinen alten Rebsorten. Von der Aussichtsplattform hinter der Kirche bietet sich einem ein bezaubernder Ausblick auf den Main und die Weinkulturlandschaft.

Blick auf das Kloster St. Ludwig und die Mainfähre
Blick auf das Kloster St. Ludwig und die Mainfähre

Auf den Spuren des Mainfranken-Silvaner auf dem Bocksbeutelweingut Scheller in Stammheim

Von Wipfeld ging es im Anschluss zurück auf die Mainfähre und dann mit dem Fahrrad weiter in Richtung Stammheim, wo wir dem Bocksbeutelweingut Scheller einen Besuch abgestattet haben. 10 Rebsorten werden hier auf dem Familienweingut am Stammheimer Eselsberg naturnah und im Einklang mit der heimischen Flora und Fauna angebaut, wie wir von Winzer Gerhard Scheller erfuhren. Anschließend werden die Trauben im Keller mit viel Liebe veredelt und in Flaschen abgefüllt. Heißt größtenteils in Bocksbeutel, das typische Behältnis für den Frankenwein. Der Bocksbeutel ist auch das Markenzeichen des Bocksbeutelweinguts Scheller, was man ja schon am Namen erkennen kann. 

Der Bocksbeutel ist auf dem Bocksbeutelweingut allgegenwärtig: im Keller, im Weinberg und auf dem Teller. So hat Gerhard Scheller, der als Tüftler gilt, vor kurzem sogar einen Bocksbeutel auf Rädern geschaffen, der zum Übernachten einlädt. Zudem steht die urfränkischste aller Weinflaschen-Formen in überdimensionaler Größe mitten im Weinberg am Eselsberg und in eben diesem nahmen wir nach einem Blick in den Weinkeller Platz, um die Weine vom Bocksbeutelweingut Scheller zu kosten, Gerhards Geschichten aus dem Winzerleben zu lauschen und den Blick über Stammheim, die Weinberge und den Main zu genießen. Dazu gab es eine kleine Winzerbrotzeit mit echt fränkischem Obazda, Wurstspezialitäten und kleinen Gebäckstücken mit Emmentaler und Kümmel in Form eines Bocksbeutelchens. Das Rezept für diese kleinen « Boggsbeudeli », wie man sie auf Fränkisch nennt, findest Du übrigens hier und sie schmecken ganz herrlich zu einem Schoppen Silvaner. 

Adresse: Weinbergstraße 24, 97509 Stammheim | Weinproben nach telefonischer Vereinbarung

Auf dem Fahrrad durch das altfränkische Dorf Zeilitzheim

Pappsatt und gut gelaunt schwangen wir uns anschließend wieder auf unsere Drahtesel und fuhren von Stammheim, an der kleinen Marienkapelle vorbei, wieder nach Lindach. Zurück auf der « Spargeltour » ging es über Kolitzheim in rund 30 Minuten nach Zeilitzheim, ein typisch altfränkisches Dorf, das definitiv einen kleinen Stopp lohnt. Sehenswert ist der trapezförmige Marktplatz des fränkischen Weindorfes mit dem schönen alten Rathaus, den zauberhaften doppelstöckigen Bauern- und Bürgerhäusern, dem Kriegerdenkmal, der Kirchenburg und dem wunderschönen barocken Landschloss Zeilitzheim, das in den Jahren 1679 bis 1683 von Baumeister Andreas Keßler errichtet wurde. Das Schloss selbst ist heute ein Hotel, kann aber im Rahmen einer privaten Führung auch besichtigt werden.

Mit dem Fahrrad rund um den Hörnauer See und nach Gerolzhofen

Vorbei an blühenden Kirschbäumen ging es anschließend weiter nach Brünnstadt und vorbei am Hörnauer See mit seiner markanten Vogelinsel. Nun hätten wir auf direktem Weg zurück nach Alitzheim, dem Ausgangspunkt unsere Radtour, fahren können. Doch der rund 15-minütige Umweg nach Gerolzhofen, ein kleines Städtchen am nordwestlichen Rand des Steigerwaldes, lohnte sich. Die Innenstadt von Gerolzhofen hat uns mit ihrem hübschen Markplatz mit dem modernen Brunnen, dem Steigerwalddom, dem alten Rathaus und der Stadtbefestigung mit ihren zahlreichen Türmchen wirklich entzückt. Hier kann man bei einem Spaziergang durch die schmalen Gassen schon mal die Zeit vergessen.

Abendessen auf dem Spargelhof Fackelmann in Frankenwinheim

Zurück in Alitzheim haben wir unsere E-Bikes wieder abgegeben und sind anschließend mit dem Auto nach Frankenwinheim gefahren, um den Tag auf dem Spargelhof Fackelmann bei einem kleinen Spargelessen ausklingen und Revue passieren zu lassen. Herzlich wurden wir von der ganzen Familie Fackelmann mit einem Gläschen Secco und leckeren Spargelschnecken empfangen, bevor wir einen kleinen Einblick in den Betrieb bekamen, der seit mehreren Generationen in und rund um Frankenwinheim auf 3,5 Hektar weißen und grünen « Franken-Spargel » anbaut.

Für seine Meisterarbeit baut Patenkind Lucas, der den Betrieb übernommen hat, den Spargel derzeit in einem Versuch ganz natürlich im Freiland ohne Folie an. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht herauszufinden, wie sich dieser plastikfreie Anbau auf die Erntezeit, den Ertrag und den Preis auswirkt, beziehungsweise wie der Kunde die Preiserhöhung, die dadurch entsteht, annimmt. Die Spargelernte erfolgt noch klassisch von Hand mit Stechmesser, Kelle und Spargelkorb.

Verkauft wird der weiße und grüne Spargel anschließend geschält oder ungeschält direkt ab Hof. So bekommt man beim Einkauf des Spargels auch gleich einen Einblick in den Betrieb und Julia Fackelmann gibt auch gerne ihre klassischen, aber auch ausgefallenen und kreativen Spargelrezepte an ihre Kunden weiter.

Eines ihrer leckeren Spargelgerichte, einen köstlichen Spargelwrap durften wir dann auch noch kosten. Weitere köstliche Rezepte von Julia findest Du übrigens hier.

Adresse: Gerolzhöfer Str. 2, 97447 Frankenwinheim

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Liebst Du Spargel genauso sehr wie ich und hast Du jetzt auch Lust eine Fahrradtour durch das Spargelland rund um Schweinfurt zu machen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!


Diese Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Tourist-Information Schweinfurt 360°.

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