23 Tipps für schöne und noch unbekannte Orte in der Emilia Romagna

Die Emilia-Romagna zählt zu den schönsten und landschaftlich reizvollsten Regionen Italiens und gilt noch immer als echter Geheimtipp. Vor allem kulinarisch gesehen ist die Emilia Romagna ein absolutes Highlight in Italien. Der rund 100 Kilometer lange Landstrich zwischen Parma und Bologna ist Heimat vieler italienischer Berühmtheiten – kulinarischer Berühmtheiten. Parmigiano Reggiano und Lambrusco nennen die Emilia-Romagna ihre Heimat, genauso wie der berühmte Aceto Balsamico Tradizionale di Modena, der Culatello und Prosciutto die Parma. Zahlreiche Pastaklassiker, wie beispielsweise Tagliatelle al ragù, Lasagne oder Tortellini. kommen ebenfalls aus der italienischen Region. Da wundert es nicht, dass man die Emilia-Romagna auch den « Bauch Italiens » oder das « Tal des Essens » nennt. Doch hat die Region noch weit mehr zu bieten als NUR göttliches Essen. 

Die Städte der Emilia-Romagna sind reich an Geschichte und Traditionen und bieten unendlich viele kulturelle Highlights. Ganze 11 Kunststädte (Città d’arte) findet man in der Region. Also Städte, die ihr historisches, künstlerisches und architektonisches Erbe bis heute bewahrt haben. Außer den beiden Städten Ravenna und Ferrara liegen diese alle an der ehemaligen Römerstrasse Via Emilia. Heute ist diese Teil der Strada Statale 9 Via Emilia. Auf eben dieser Strasse habe ich zusammen mit meinen Freunden Emiliano und Keith von Velvet Escape einen Emilia-Romagna Roadtrip gemacht, um die Kunststädte aber auch die verträumten mittelalterlichen Städtchen der Region zu erkunden und natürlich um die Küche der Emilia Romagna zu genießen. All meine Tipps für einen Roadtrip von Piacenza bis nach Rimini und am Meer entlang über Ferrara zurück nach Bologna findest Du im folgenden Artikel.

Piacenza – von Raffinerien und prunkvollen Adelspalästen

Begonnen haben wir unseren Roadtrip in der Kunststadt Piacenza im Norden der Emilia-Romagna. Eine Stadt, die bei einer Emilia-Romagna Reise meist vergessen wird, dabei ist sie ein echter Geheimtipp. Piacenza ist eine Industriestadt mit zahlreichen Erdgas- und Erdölraffinerien, doch hat die Stadt an der Via Emilia auch ganz viel Kultur zu bieten und ist definitiv einen Stopp wert. 

Direkt an der Piazza Cavalli im Zentrum von Piacenza finden sich viele prunkvolle Adelspaläste und der Palazzo Gotico, der als Vorbild für zahlreiche italienische Stadtpaläste diente und heute das Rathaus beherbergt. Ebenfalls sehenswert ist der Dom von Piacenza, der ganz aus rosafarbenem Veroeser Marmor besteht, die romanische Basilika Sant’Antonino mit dem charakteristischen achteckigen Turm und der 500 Jahre alte Palazzo Farnese – ein reich ausgestatteter Palast, welcher heute die Pinakothek beherbergt. 

Grazzano Visconti – eine Zeitreise ins Mittelalter

Nächster Stopp unseres Emilia-Romagna Roadtrip war das malerische Dorf Grazzano Visconti im Val Nure. Ein Besuch von Grazzano Visconti gleicht einer Zeitreise, denn man wird hier einmal direkt ins Mittelalter zurückkatapultiert. Doch eigentlich wurde das Örtchen erst im 19. Jahrhundert erbaut, beziehungsweise begann man damals mit dem Wiederaufbau des alten verfallenen Dorfes und zwar im neugotischen Stil. Man wollte die Architektur des 14. Jahrhunderts wieder aufleben lassen. So findet man in Grazzano Visconti heute Fassaden mit neugotischen Motiven, die Häuser sind aufwendig mit Wappen dekoriert und mit Zinnen bewehrt. Im Inneren finden sich zahlreiche Kunsthandwerksläden. Highlight des märchenhaften Ortes ist jedoch die zum Landschloss umgebaute Burg von Grazzano, welche von einer wunderschönen Grünanlage mit Brunnen, Pergolen und Labyrinthen umgeben ist.

Restaurant-Tipp Grazzano Visconti: Ristorante del Biscione 

In zauberhaftem Ambiente werden im Ristorante del Biscione, dem ältesten Restaurant von Grazzano Visconti, von Bedienungen in typischer Grazzaneser Tracht traditionelle Speisen der Emilia-Romagna, wie zum Beispiel Anvei in brodo alla piacentina (Gefüllte Pasta in Brühe), Coppa arrosto alla piacentina (Braten nach Piacenza Art) und Zuppa Inglese (ein italienisches Biskuitdessert) serviert.

Restaurant-Tipp Grazzano Visconti: Ristorante del Biscione 

Übernachten in Grazzano Visconti: La Locanda di Grazzano Visconti 

La Locanda di Grazzano Visconti ist ein kleines Bed & Breakfast im Herzen von Grazzano Visconti. Das zauberhafte kleine und wunderschön renovierte Haus bietet individuell eingerichtete Zimmer mit dem Charme längst vergangener Zeiten und allen modernen Annehmlichkeiten. Das Frühstück wird in einem kleinen Café nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt serviert.

Parma – Heimat des « göttlichen Schweins »

Parma gilt als kulinarisches Zentrum der Emilia-Romagna und Heimat der « göttlichen Schweine », wie die Parmigiano ihre Schweine liebevoll und gar ehrfürchtig nennen. Aus den « göttlichen Schweinen » entstehen in und rund um Parma feinste Salumispezialitäten, der Edelschinken Culatello und der hierzulande berühmtere Prosciutto di Parma. Ebenfalls aus Parma ist der würzige Hartkäse Parmigiano reggiano, über dessen Produktion man in den zahlreichen Käsereien der Provinz mehr erfahren kann. Doch die Provinzhauptstadt Parma hat weit mehr zu bieten als nur kulinarische Highlights. Die Kunststadt Parma lockt mit einem zauberhaften Altstadtkern und zahlreichen wunderschönen Kirchen. Die bekannteste ist natürlich der Dom von Parma mit seinen traumhaften Fresken von Corregio.

Gleich neben dem Dom erhebt sich das achteckige weißrosa schimmernde  Baptisterium, welches ebenfalls sehenswerte Fresken beherbergt. Der Palazzo della Pilotta, welcher die Piazza della Pace umsäumt, lockt darüber hinaus mit zahlreichen Museen. Mein persönliches Highlight und mein Insidertipp für Parma ist jedoch das wunderschöne Teatro Farnese, das sich ebenfalls im Palazzo della Pilotta befindet. Aufführungen finden in dem barocken Hoftheater schon sehr lange keine mehr statt, beziehungsweise fanden hier überhaupt nur neun Aufführungen statt, dennoch ist das riesige Theater mit seinen beeindruckenden Holztribünen absolut sehenswert.

Restaurant-Tipp Parma: Trattoria Corrieri

Die Trattoria Corrieri ist ein zauberhaftes gemütliches Restaurant im Herzen von Parma. In einer offenen Küche bereiteten die Köche hier vor den Augen der Gäste frische, für Parma so typische Tortelli mit verschiedenen Füllungen und andere köstliche Pastaspezialitäten, aber auch ausgezeichnete Fleischgerichte zu.

Übernachten in Parma: Hotel Sina Maria Luigia

Zum Übernachten kann ich Dir in Parma das Hotel Sina Maria Luigia im Herzen der Altstadt empfehlen. Alle Sehenswürdigkeiten sind von hier aus zu Fuß erreichbar und das Hotel punktet mit modernen Zimmern und einem ausgezeichneten Frühstück.

Viele weitere Tipps für Parma findest Du in meinem Artikel: Parma – meine Geheimtipps für Genießer

Das Castello di Torrechiara – eine Liebesgeschichte aus Stein

Auf dem Weg von Parma nach Reggio Emilia lohnt ein Abstecher zum Castello di Torrechiara. Das Castello di Torrechiara wurde Mitte des 15. Jahrhundert von dem Adligen Pier Maria Rossi als bezauberndes Liebesnest für seine Geliebte Bianca Pellegrini erbaut. Malerisch thront die Burg hoch über den mit Wein bewachsenen Hügeln im Val di Parma. Highlight des Castello die Torrechiara ist neben dem atemberaubenden Ausblick, welchen man von der Burg genießt, das Goldene Zimmer, das komplett mit goldüberzogenen Terrakottafliesen ausgekleidet ist.

Und für alle die es richtig romantisch mögen: Am besten besucht Ihr die Burg am späten Nachmittag und gönnt Euch im Anschluss an die Besichtigung einen Aperitivo in der Taverna del Castello. Am besten ein Plätzchen direkt an der Mauer schnappen, einen Aperol Spritz bestellen und den Sonnenuntergang genießen – schöner geht es kaum.

Das Castello di Torrechiara in der Emilia Romagna
Aperitivo in der Taverna del Castello

Restaurant-Tipp Torrechiara: Mulino di Torrechiara 

In gemütlicher rustikaler Atmosphäre werden in der familiengeführten Mulino di Torrechiara unterhalb der Burg einfache, aber typische und sehr leckere Spezialitäten aus der Region serviert. Unbedingt sollte man hier als Vorspeise eine Platte mit Schinken, Salami und Parmesan bestellen und dazu Torta Fritta, frittierte Teigtaschen – diese gibt es zwar überall in der Emilia-Romagna, aber nirgends sind sie so gut wie hier. Sehr zu empfehlen sind auch die Tortelli d’erbetta (Tortelli gefüllt mit Ricotta und Spinat).

Mulino di Torrechiara
Essen in der Mulino di Torrechiara

Übernachten in Torrechiara: Room and Breakfast Torre 

Das kleine Room and Breakfast Torre befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem 7. Jahrhundert und entzückt seine Gäste mit geräumigen Zimmern und wunderschönen antiken Möbeln, aber auch allen modernen Annehmlichkeiten.

Reggio Emilia – Heimat der Tricolore

Reggio Emilia ist eine moderne Industriestadt. Doch die Provinzhauptstadt, die ebenfalls zu den 11 Kunststädten der Emilia Romagna zählt, besitzt auch einen wunderschönen historischen Stadtkern mit einem beeindruckenden architektonischen Erbe. Sehenswert sind beispielsweise der Tempio della Beata Vergine della Ghiara und die Basilica di San Prospero mit ihrer unvollendeten Renaissancefassade und den Skulpturen von Prospero Spani, einem Schüler Michelangelos. Ebenfalls sehr beindruckend ist das neoklassizistische Teatro Municipale Romolo Valli, dessen Fassade sich so herrlich in dem Brunnen davor spiegelt.

Darüberhinaus verdankt man Regio Emilia die Tricolore, die italienische Nationalflagge. Sie wurde hier in Reggio Emilia das erste Mal gehisst. Der Entwurf für die grün-weiß-rote Flagge stammt von Ingenieur Ludovico Bolognini und das Original kann noch heute im Sala del Tricolore im Rathausgebäude der Stadt bewundert werden.

Reggio Emilia – Heimat der Tricolore
Piazza del Duomo in Reggio Emilia

Modena – die Stadt der Genüsse

Modena ist ein Hochgenuss für Foodies und Automobilliebhaber. Feinschmecker verbinden Modena mit dem berühmten Aceto Balsamico Tradizionale di Modena, der noch heute in und rund um Modena nach der von 1046 überlieferten Rezeptur zubereitet wird. Auch der berühmte Parmaschinken, der Lambrusco, Parmigiano Reggiano und Grana Padano kommen aus Modena. Automobilliebhaber schauen dann wohl eher auf die auffällig vielen Maserati, Lamborghini und Ferrari, welche durch die Stadt fahren. Sie alle werden rund um Modena gebaut. Maranello ist darüber hinaus nicht nur Produktionsstätte von Ferrari, der Ort ist auch Heimat des berühmten Formel-1-Rennstalls und des Museums des legendären Gründers Enzo Ferrari.

Doch hat die Kunststadt Modena weitaus mehr zu bieten als kulinarische und automobile Genüsse der Extraklasse. Vor allem ist Modena bekannt für seine lockere Atmosphäre und die italienische Lebensart, die hier in der Studentenstadt gepflegt wird. Sehenswerte Highlights in der Stand sind die Piazza Grande mit dem Dom San Geminiano und dessen Turm Torre Ghirlandia. Das ganze Ensemble zählt zusammen mit dem Palazzo Comunale zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Modena – die Stadt der Genüsse
Die Piazza Grande mit dem Dom San Geminiano

Castelvetro di Modena – Heimat des Lambrusco

Zwischen Modena und Bologna liegt das Örtchen Castelvetro di Modena, das seine Besucher bis heute mit mittelalterlichem Flair begeistert. Besonders schön ist die Piazza Roma, mit ihrem hübschen Schachbrettboden, dem freistehenden Uhrenturm Torre delle Prigioni, dem Rathaus und dem Palazzo Rinaldi. Sie bildet den Mittelpunkt und das Herzstück des Ortes.

Genussmenschen ist der Ort Castelvetro di Modena sicherlich ein Begriff, denn Castelvetro gilt als Heimat des Lambruscos, genauer gesagt als Heimat des Lambrusco Grasparossa di Castelvetro rosso – diesem köstlich fruchtigen, perlenden Rotwein, der so herrlich zu den regionalen Pastaspezialitäten und Gnocco fritto, den kleinen frittierten Teigtaschen aus der Region, mundet.

Castelvetro di Modena – Heimat des Lambrusco

Restaurant-Tipp Castelvetro di Modena: Eglise Cafè

Diese köstlichen Gnocco fritto gibt es unter anderem auch im hübschen und für Castelvetro di Modena sehr modernen Eglise Cafè. Ansonsten werden in dem stilvollen kleinen Restaurant wunderschön präsentierte und modern interpretierte Gerichte aus der Region serviert. Auf jeden Fall sollte man Platz lassen für eines der köstlichen Desserts, die sind eine Augenweide und ein Gaumenschmaus!

Eglise Cafè Castelvetro di Modena

Dozza – die Open Air Kunstgalerie

Dozza ist ein weiteres dieser bezaubernden kleinen mittelalterlichen Örtchen in der Emilia Romagna. Hoch oben auf einem Hügel thront Dozza und schon von weitem ist die Rocca Sforzesca, die alte Festung der Sforzas, sichtbar. Von ihr genießt man einen sagenhaften Ausblick über den historischen Ortskern von Dozza und auf die Hügel und Weinstöcke rund um den Ort. Darüber hinaus beherbergt die Burg eine Enoteca, in welcher man mehr über die Weine der Region erfährt.

Doch nicht nur der historische Altstadtkern des kleinen Örtchens an sich ist sehenswert, sondern vor allem die Fassaden der Häuser. Alle zwei Jahre findet in der Kleinstadt Dozza die « Biennale del Muro Dipinto » statt, zu der Künstler aus Italien und aller Welt eingeladen werden, um die Häuserfronten des Ortes zu bemalen. Erstmals wurde die Biennale in den 1960er Jahren abgehalten und seitdem haben sich mehr als 200 Künstler in Dozza verewigt. So findet man heute an nahezu jedem Haus wunderschöne Malereien und Murals und bei einem Spaziergang durch Dozza ist es als würde man durch eine Kunstgalerie schlendern – eine Open Air Kunstgalerie. Die Werke spiegeln das Dorfleben wider. Manche sind modern, manche naiv, manche abstrakt, manche muten gar exotisch an, doch wunderschön sind sie alle.

Brisighella – einer der schönsten Orte Italiens

Brisighella gilt als einer der schönsten Orte in Italien und was soll ich sagen: ich habe mich, wie so viele andere vor mir, ein bisschen verliebt in das charmante mittelalterliche Dorf unterhalb der drei Felsspitzen auf welchen die Festung Rocca Manfrediana, die Wallfahrtskirche Monticino und der mit Zinnen versehene Uhrenturm Torre dell’Orologio thronen. Auf eben diesem einen der drei berühmten Hügel (Tre colli), dort wo heute der Uhrenturm thront, von welchem man einen atemberaubenden Ausblick auf die Festung, die Wallfahrtskirche, den Ort mit seinen pastellfarbenen Häusern und den Regionalpark Vena del Gesso Romagnola genießt, wurde Brisighella im 13. Jahrhundert gegründet. Dort stand einst ein Verteidigungsturm, von welchem man den Handel kontrollierte und den Übergang zwischen der Romagna und Florenz überwachte.

Neben den bereits genannten Sehenswürdigkeiten sollte man in Brisighella unbedingt einmal über die antike Straße Antica Via del Borgo, die auch Via degli Asini (Eselsstraße) genannt wird, spazieren. Sie verläuft auf der Höhe des ersten Stockwerks entlang einer Häuserreihe und ist damit weltweit einzigartig. Ebenfalls sehenswert ist die Pfarrkirche Pieve di San Giovanni in Ottavo

Doch gibt es in Brisighella nicht nur viel Sehenswertes, sondern auch Probierenswertes. Das bekannteste Produkt der Region und eine wahre Köstlichkeit ist das native Olivenöl extra « Brisighella ». Ebenfalls kosten sollte man während einer Reise nach Brisighella den Käse, welcher hier in den Kalksteinhöhlen reift, sowie das Fleisch der antiken autochthonen Schweinerasse Mora Romagnola, die köstlichen Moretto-Artischocken und die fast vergessenen Obstsorten, wie die Birnensorte La Pera Volpina, welche man in und rund um Brisighella findet.

Restaurant-Tipp Brisighella: Ristorante La Grotta 

Der Name ist hier Programm. Im Ristorante La Grotta speist man in einer Kalksteinhöhle unterhalb der Via degli Asini. Das Ambiente ist einzigartig und elegant und gleiches gilt für die Speisen, welche hier serviert werden. Auf den Tisch kommen traditionelle Speisen aus der Emilia-Romagna, wobei besonderes Wert auf aussergewöhnlich gute und saisonale Produkte gelegt wird und die Präsentation der Gerichte ist der reinste Augenschmaus.

Restaurant-Tipp Brisighella: Ristorante La Grotta 

Faenza – Die Stadt der Keramik

Bereits unter den Römern war die Stadt Faventia berühmt für die spezielle Technik der Tonbearbeitung und die farbig bemalte und zinnglasierte Keramik, die man Majolika nennt. Später wurde diese unter dem französischen Namen « Fayence » weltbekannt und « Fayence » ist heute ein Synonym für Keramik aus Faenza. Auch das Internationale Keramikmuseum gibt es in der Kunststadt Faenza, was an dieser Stelle erwähnt sein sollte. Es zählt zu den Bedeutendsten der Welt. Doch die Stadt hat noch weitaus mehr zu bieten als hübsche Keramik. Die Kleinstadt Faenza kann mit vielen schönen Plätzen und prunkvollen Palazzi aufwarten. Sehenswert ist die Piazza della Libertà mit dem Portico degli Orefici, heißt der Arkade der Goldschmiede, und der Kathedrale im Renaissancestil. Die Piazza Popolo Podestà entzückt mit seinen Arkadengängen mit den hübschen Vorhängen und dem Palazzo del Podestà. Sehenswert ist darüber hinaus das Teatro Masini. Es gilt als eines der schönsten Theaterbauwerke in Italien.

Faenza – Die Stadt der Keramik
Faenza – Die Stadt der Keramik

Forlì – eine Stadt mit langer Geschichte

Auch in der Kunststadt Forlì, die direkt an der Via Emilia nur unweit der Formel 1 Rennstrecke Imola liegt, zeugen zahlreiche Bauwerke von der langen Geschichte der Stadt. Zentrum und sehenswertes Highlight der Stadt ist die Piazza Aurelio Saffi in deren Mitte sich das gleichnamige Denkmal erhebt, welches an den bekannten italienischen Politiker erinnert. Rund um den Platz finden sich der mittelalterliche Palazzo del Municipio (das Rathaus), der schöne Palazzo del Podestà und die Basilika San Mercuriale – eine alte Abtei mit einem imposanten romanischen Glockenturm, die heute als Symbol der Stadt gilt. Unweit davon findet man auch den Dom von Forlì. Darüber hinaus gibt es in der Stadt zahlreiche Museen, wie zum Beispiel das Museum des Risorgimento Aurelio Saffi oder das Theatermuseum der Romagna. Ebenfalls sehenswert ist die altertümliche Festung Rocca di Ravaldino

Forlì – eine Stadt mit langer Geschichte
Die Piazza Aurelio Saffi mit dem Palazzo del Municipio

Restaurant-Tipp Forlì: Osteria del Mercato 

Die Osteria del Mercato in Forlì ist ein echter Familienbetrieb und ein bezauberndes kleines Restaurant im Herzen von Forlì. Der Chef und Papa ist etwas grummelig, was man laut dem Sohn, der einen ausgezeichneten Service macht und sich äußerst charmant um die Gäste kümmert, am Besten einfach ignoriert. Denn sonst kommt man nicht in den Genuss der besten Pasta aller Zeiten, was wirklich schade wäre. Das Restaurant war eines meiner absoluten Highlights dieser Reise und ist ein echter Geheimtipp.

Bertinoro – der « Balkon der Romagna »

Das kleine mittelalterliche Örtchen Bertinoro liegt nur wenige Kilometer abseits der Via Emilia auf dem Monte Cesubeo. Bedingt durch die Lage auf diesem Hügel bieten sich von der Aussichtsterrasse an der Piazza della Libertà traumhafte Ausblicke auf die Umgebung bis hin nach Bologna und Rimini, was dem Ort auch den Beinamen « Balkon der Romagna » eingebracht hat. 

Wahrzeichen des Ortes ist die Colonna delle Anella, die Säule mit Ringen, auch die Gastfreundschaftssäule genannt, welche seitlich der Piazza della Libertà steht. Sie wurde im 13. Jahrhundert auf Anweisung zweier Adliger aus Bertinoro erreichtet, um die einheimischen Familien zu versöhnen und den Durchreisenden eine Unterkunft zu bieten. Das funktionierte so, dass der Durchreisende sein Pferd an einem der 12 Ringe, welche an der Säule angebracht waren, festmachte. Jeder Ring wies auf eine in Bertinoro ansässige Familie hin und der Durchreisende konnte so erkennen welches Haus ihn beherbergen würde. So gab es für die Einwohner Bertinoros keinen Grund mehr darüber zu streiten, wer welchem Reisenden für die Nacht Platz in seinem Haus gewährte. Die Lösung für Streitigkeiten lag schon damals im Beisammensein und dem Meinungsaustausch und dies wird noch heute gelebt. Jedes Jahr am ersten Sonntag im September können Fremde einen an der Säule befestigten Umschlag abnehmen und als Gast bei einer Familie aus Bertinoro an der Mahlzeit teilnehmen. Ein sehr schöner Brauch wie ich finde. Auf dem selben Platz wie die Säule befindet sich übrigens auch der äußerst sehenswerte Palazzo Ordelaffi mit seinem Uhrenturm. Bertinoro ist darüber hinaus auch als « Stadt des Weins » bekannt und man findet hier eine große Anzahl hochwertiger Weinkellereien.

Bertinoro – der « Balkon der Romagna »
Bertinoro – der « Balkon der Romagna »

Cesena – eine italienische Stadt wie aus dem Bilderbuch

Die Kunststadt Cesena, südlich von Ravenna am Fluss Savio gelegen, wird in kaum einem Italien-Reiseführer überhaupt erwähnt, was sehr schade ist. Doch bekommt der Besucher, der sich nach Cesena verirrt, dadurch noch heute die Möglichkeit das echte ganz unverfälschte Italienische Leben kennenzulernen und zu genießen und darüber hinaus die Schönheit von Cesena. Denn mit der wunderschönen Piazza del Popolo, der Fontana Masini und den engen Gassen mit den mit Terracotta gedeckten Häuschen ist Cesena eine italienische Stadt wie aus dem Bilderbuch. 

Dazu ist Cesena Heimat der ältesten für die Öffentlichkeit zugänglichen Bibliothek Europas, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die Biblioteca Malatestiana wurde bereits im 15. Jahrhundert von der Familie Malatesta gestiftet, die auch die Burg Rocca Malatestiana mit ihrem männlichen und weiblichen Turm erbauen liess. Einem Kirchenschiff ähnlich ist der beeindruckende von Säulen gestützte Lesesaal, der durch die hohen Bleiglasfenster erhellt wird und uralte Handschriften, welche auf der Welt einmalig sind, können hier an den alten Holzpulten gelesen werden.

Cesena – eine italienische Stadt wie aus dem Bilderbuch
Die Piazza del Popolo

Übernachten in Cesena: Quel Castello di Diegaro 

Die Nacht im Quel Castello di Diegaro, einem historischen Anwesen direkt an der Via Emilia, zählte definitiv zu den Highlights unseres Emilia-Romagna Roadtrips. Das kleine Schlösschen wurde vor Kurzem vollständig renoviert und bietet 4 individuell gestaltete Zimmer, die allesamt einen herrlichen Ausblick bieten und urgemütlich eingerichtet sind. Im hauseigenen Restaurant kann man sich Abends darüber hinaus kulinarisch so richtig verwöhnen lassen. Küche als auch Weinauswahl sind exzellent und am offenen Kamin sitzend wird das Abendessen zu einem echten Highlight.

Longiano – Kunst- und Kulturzentrum der Romagna

Das kleine Örtchen Longiano liegt malerisch zwischen Cesena und Rimini im Rubicone-Tal und wird von der Burganlage Rocca Malatestiana überragt. Unterhalb der Burganlage befindet sich die kreisförmige Altstadt mit der gut erhaltenen Doppelmauer, die als beliebtes Kunst- und Kulturzentrum der Romagna gilt und mit zahlreichen Museen, einem Theater und verschiedenen Veranstaltungen aufwarten kann. Sehenswert ist darüber hinaus der Schutzbunker, der die Altstadt durchquert und der Bevölkerung im zweiten Weltkrieg Schutz vor den Bombenangriffen der Alliierten bot.

Santarcangelo di Romagna – die malerische Stadt auf dem Jupiterhügel

Santarcangelo di Romagna ist eine kleine eher dörflich anmutende Stadt auf einem kleinen Hügel, genannt Jupiterhügel, rund 10 Kilometer entfernt von Rimini. Vielen mag Santarcangelo kein Begriff sein, doch zählt es für mich zu den malerischsten und bezauberndsten Örtchen in der Romagna und ein Besuch sollte bei einem Roadtrip durch die Emilia-Romagna keinesfalls fehlen.

Schon die Römer wussten diesen Ort sehr zu schätzen und errichteten bereits im Jahre 268 v.Chr. ihre erste Siedlung auf dem Hügel nahe Rimini. Heute thront die Burg der Malatesta hoch oben auf dem Hügel und man genießt von dieser einen traumhaften Ausblick über die Po-Ebene. Rund um die Burg befindet sich die festungsartige Altstadt von Santarcangelo di Romagna, welche mit eleganten Häusern, bezaubernden kleinen Gassen, schönen Kirchen, kleinen individuellen Boutiquen und schönen Cafés und Restaurants entzückt. Unbedingt besuchen sollte man hier auch die Antica Stamperia Marchi, in welcher seit 1633 und bis heute Stoffe von Hand mit traditionellen regionalen Mustern bedruckt werden. Bei einer Führung durch den Betrieb erfährst Du mehr über Bedienung der einzigen noch erhaltene Mangano – einer Presse, die dadurch betrieben wird, dass ein Mann in das große Rad steigt und es bewegt – aber auch über die Herstellung der Schablonen aus Birkenholz und die klassischen Muster, mit welchen die Stoffe hier bedruckt werden.

Santarcangelo di Romagna – die malerische Stadt auf dem Jupiterhügel
Die Antica Stamperia Marchi in Santarcangelo di Romagna

Restaurant-Tipp Santarcangelo di Romagna: Lazaroun 

Das Lazaroun ist eines dieser typischen romagnolischen familiengeführten Restaurants. Gastfreundschaft wird hier noch groß geschrieben und die Speisen sind exzellent. Als Vorspeise sollte man unbedingt eine Platte mit ausgewählten Wurst- und Käsespezialitäten bestellen, die Pasta sind hervorragend und das Restaurant ist darüber hinaus bekannt für seine verschiedenen Tagliata Varianten (gebratenes und dünn aufgeschnittenes Rindfleisch). Die klassische Variante mit Formaggio di fossa di Sogliano, Balsamico und getrockneten Feigen geht immer. Sehr zu empfehlen ist aber auch Tagliata mit Pecorino, Höhlenkäse mit Honig und Nüssen.

Wer ein bisschen Zeit mitbringt, sollte den Gastgeber außerdem nach einer Führung durch die Tuffsteingrotten im Untergeschoss fragen. Diese sind bereits um 400 n. Chr. entstanden und wurden später von der Adelsfamilie Malatesta als Fluchtwege genutzt. Heute wird hier der bereits oben erwähnte Höhlenkäse produziert.

Saludecio – Mittelalter meets Street Art

Saludecio fristet ein verstecktes Dasein und nur wenige Touristen verlaufen sich in das kleine Örtchen eingebettet in die sanften Hügel der Emilia Romagna. Das kann man eigentlich kaum verstehen, denn Saludecio ist ganz bezaubernd und entzückt den Besucher mit eleganten Palazzi, beeindruckenden Sakralbauten und bezaubernden kleinen Häuschen. Bereits ab dem 13. Jahrhundert nutzten die Malatesta den Ort auf Grund seiner Lage als Verteidigungsposten. Die befestigte Burg mit der Stadtmauer prägen noch heute das mittelalterliche Bild des Ortskerns. Doch ist Saludecio ist nicht nur ein Ort voller Geschichte, auch die Moderne hat in dem mittelalterliche Dorf Einzug gehalten. Saludecios Hauswände zieren unzählige Gemälde, eines schöner als das andere und mir persönlich gefallen diese noch weitaus besser als die wesentlich bekannteren Murals in Dozza.

Saludecio – Mittelalter meets Street Art

Übernachten in Saludecio: Agriturismo Corte Decia 

Das Agriturismo Corte Decia bietet hübsche individuell eingerichtete Zimmer und der herzliche Gastgeber hat uns Morgens ein köstliches Frühstück mit herrlich frischem Gebäck und Eiern, sowie ausgezeichnetem Kaffee zubereitet. Highlight ist im Sommer der hübsch angelegte Garten in dem es einen Außenpool und einen kleinen Whirlpool gibt.

Agriturismo Corte Decia in Saludecio
Agriturismo Corte Decia in Saludecio

Rimini – das « kleine Rom »

Nächster Stopp auf meinem Roadtrip durch die Emilia-Romagna war die Kunststadt Rimini. Einst galt Rimini als Sehnsuchtsort der Deutschen und man pilgerte in Scharen in den Badeort in der Emilia-Romagna, so dass der Ort bald als Teutonengrill der Adria galt und zum abschreckenden Beispiel für Massentourismus wurde. Diese Zeiten sind längst vorbei. Der Ruf ist leider erhalten geblieben, was sehr schade ist, denn das älteste Strandbad an der italienischen Adria ist wirklich cool und hat weitaus mehr zu bieten als traumhafte Strände.

Rimini wird gerne auch als « kleines Rom » bezeichnet. Auf Grund der 2200 jährigen Geschichte, auf welche die Stadt zurückblickt, gibt es hier zahlreiche sehenswerte antike Monumente, wie beispielsweise den Augustusbogen, den ältesten Triumphbogen der römischen Antike. Ebenfalls sehenswert ist die Tiberiusbrücke, eine Römerbrücke über den alten Teil der Marecchia, die Kathedralkirche Tempio Malatestiano, wie auch die Burg Sismondo, auch Rocca Malatestiana genannt. Einst diente die Burg der Verteidigung, heute wird sie für Ausstellungen genutzt.

Mein persönliches Highlight in Rimini ist jedoch Borgo San Giuliano, der älteste Stadtteil von Rimini und Geburtsort von Federico Fellini. Dieser prägt den Stadtteil bis heute, denn zahlreiche Szenenbilder aus Fellinis Filmen zieren die Häuser in den zauberhaften Gassen des Viertels. Darüber hinaus findet man hier auch zahlreiche Murals von Italiens bekanntestem Street Art Künstler Erin.

Viele weitere Tipps für Rimini findest Du in meinem Artikel: Rimini – mehr als ein Teutonengrill an der Adria

Rimini – das « kleine Rom »
Die Tiberiusbrücke

Cesenatico – Sehnsuchtsort an der Adriaküste

Alleine das Wort Cesenatico weckt bei vielen die Sehnsucht nach Urlaub. Denkt man an Cesenatico, denkt man an kilometerlange Sandstrände an der Adriaküste und daran sich einfach mal auf einem Liegestuhl in der Sonne zu räkeln und dem « Dolce far niente » zu frönen. Rund um Cesenatico findet man diese Traumstrände auch, dennoch sollte man einen Besuch des idyllischen Fischerdorfs dabei nicht vergessen, denn Cesenatico ist wirklich sehenswert. 

Mittelpunkt von Cesenatico ist der Hafenkanal mit den Booten der Fischereiflotte und den unzähligen Restaurants, die sich auf beiden Seiten des Kanals aneinanderreihen. Der Hafenkanal wurde bereits Anfang des 16. Jahrhunderts nach Plänen von Leonardo da Vinci angelegt, um die zunehmende Versandung der Stadt zu bekämpfen. Direkt am Kanal liegen auch das sehenswerte Maritimmusem mit den historischen Segelschiffen, die Casa Moretti und die Piazza Pisacane mit ihrem Denkmal von Giuseppe Garibaldi.

Restaurant-Tipp Cesenatico: Ristorante Pippo 

Eines der Restaurants direkt am Kanal ist das Ristorante Pippo. Hübsch eingedeckt sind die Tische hier und gut gefüllt ist das Restaurant immer – mit Einheimischen und Gästen. Daran erkennt man, wie beliebt es ist. Auf den Tisch kommt hier, wie soll es in Cesenatico anders sein, Fisch in allen Variationen. Sehr zu empfehlen ist das Fritto misto. Die Portion ist äußerst großzügig, aber so köstlich, dass man einfach nichts übrig lassen kann.

Ravenna – die Stadt der Mosaike

Die Kunststadt Ravenna wird gerne auch « die Erhabene » oder « die Elegante » genannt und beides ist sie wahrlich. Ganze acht UNESCO Weltkulturerbestätten beherbergt die Stadt. Dazu zählen das Mausoleum der Galla Placidia und die Basilika von San Vitale, die den Besucher mit wunderschönen Mosaiken aus farbechten (Halbedel-)Steinen und echtem Blattgold verzaubern. Wer die Mosaikkunst der Stadt nicht nur bewundern möchte, sondern die Kunst auch selbst erlernen möchte, dem sei ein Workshop bei Luca Barberini im Koko Mosaico empfohlen. Bei diesem Workshop erfährst du mehr über die althergebrachten Techniken der Herstellung von Mosaiken und kannst Dein eigenes kleines Kunstwerk anfertigen.

Vieles dreht sich in Ravenna um Mosaike, doch es gibt noch weitaus mehr zu sehen: so zum Beispiel das Grabmal des berühmten Dichters Dante Alighieri an der Außenmauer des Kreuzgangs der ehemaligen Klosterkirche San Francesco. Mein persönliches Highlight in Ravenna war jedoch die Biblioteca Classense, welche rund 800.00 Bücher, sowie zahlreiche Kartenwerke, Holzschnitte und Handschriften beherbergt, die allesamt aus den Klöstern der Umgebung stammen. In der Bibliothek findest Du außerdem eine umfassende Dante Alighieri Sammlung. Dazu zählt auch die weltbekannte Aristophanes-Handschrift, das einzige Exemplar der elf überlieferten Komödien.

Restaurant-Tipp Ravenna: Ca’ de Ven

Das Ca’ de Ven ist eine Institution in Ravenna und verwöhnt Einheimische als auch Gäste mit authentischen Gerichten aus der Emilia Romagna. Dazu zählen beispielsweise Radicchio-Salat mit Speck, Squaquerone (eine Art Frischkäse) mit Rucola und karamellisierten Feigen oder Wildschwein mit Polenta.

Restaurant-Tipp Ravenna: Ca’ de Ven

Übernachten in Ravenna: die Casa Masoli

Herrlich übernachten kann man in Ravenna in dem kleinen Boutiquehotel Casa Masoli mit seinen sechs individuell eingerichteten Zimmern und wunderschönen antiken Möbeln. Das Frühstück im Hotel ist außerdem ein Gedicht.

Viele weitere Tipps für Ravenna findest Du in meinem Artikel: Ravenna – 10 Gründe, die Stadt in der Emilia Romagna zu besuchen

Classe – der einstige Handelshafen von Ravenna

Wer nach Ravenna noch nicht genug von wunderschönen Mosaiken hat, der sollte noch einen kurzen Abstecher nach Classe machen. Classe war in der Blütezeit des Römischen Reichs der Militär- und Handelshafen von Ravenna. Sehenswert ist hier vor allem Sant’Apollinare in Classe, eine dem Heiligen Apollinaris von Ravenna geweihte Kirche, die zusammen mit den anderen sieben spätantiken Bauwerken in Ravenna als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt wurde. Wie auch in den byzantinischen Kirchen Ravennas finden sich hier wunderschöne Wandmosaike.

Ein weiteres Highlight in Classe ist das Classis Ravenna Museum, das wie auch die Kirche und der alte Hafen Teil des Parco Archeologico di Classe ist. Das Museum befindet sich in einer charmant und modern renovierten Zuckerfabrik und gibt anhand von zahlreichen Exponaten und 3D-Rekonstruktionen einen Einblick in die Geschichte des einstigen Exarchats von Ravenna, das der Eckpfeiler der byzantinischen Macht in Italien war.

Classe – der einstige Handelshafen von Ravenna
Sant’Apollinare in Classe

Comacchio – das kleine Venedig

Comacchio wird gerne gerne mit Venedig verglichen, denn Comacchio ist wie auch Venedig eine Lagunenstadt – nur um einiges kleiner und beschaulicher. Die Stadt ist von einem dichten Netz an Kanälen durchzogen und kleine Brücken verbinden die Stadtviertel mit ihren pastellfarbenen Häuschen untereinander. Die kleine Stadt im Po-Delta bezaubert mit seiner intakten ursprünglichen Altstadt und seinen zahlreichen Baudenkmälern, wie zum Beispiel der Trepponti-Brücke mit ihren imposanten Treppen, dem Dom San Cassiano und dem eleganten Palazzo Bellini. Darüber hinaus ist Comacchio bekannt für seine Aal-Spezialitäten, welche noch heute in der Manifattura dei Marinati in Comacchio zubereitet und mariniert werden und anschließend in allen Lokalen der Stadt auf den Tisch kommen. Rund 48 verschiedene Aaalgerichte findet man auf den Speisekarten von Comacchio. Dazu zählen Aalsuppe, gebratener Aal in einer süß-sauren Sauce, Risotto mit Aal oder auch Aal vom Grill.

Restaurant-Tipp Comacchio: Antica Trattoria la Barcaccia 

Unweit der Kathedrale von Comacchio befindet sich die Antica Trattoria la Barcaccia, die wie viele andere Restaurants der Stadt bekannt ist für seine ausgezeichneten Aalspezialitäten. Auf der Karte finden sich aber auch viele weitere köstliche Fischspezialitäten. Sehr zu empfehlen sind beispielsweise die gegrillten Jakobsmuscheln.

Übernachten in Comacchio: Villa Cavour 

Die Villa Cavour ist ein kleines gemütliches Hotel im Herzen von Comacchio, das mit ansprechenden Zimmern, einem schönen Garten und einem sehr guten italienischen Frühstück punktet.

Ferrara – die fahrradfreundlichste Stadt Italiens

Um die malerischen Gassen der historischen Altstadt von Ferrara zu erkunden leiht man sich am besten ein Fahrrad und macht es wie die Ferraresi, in dem man sich mit dem Drahtesel fortbewegt. Der gesamte historische Renaissance-Stadtkern, welcher heute UNESCO Weltkulturerbe ist, ist autofrei. Die Kunststadt Ferrara gilt als fahrradfreundlichste Stadt Italiens. Fast 90 % der Ferraresi nutzen den Drahtesel als Fortbewegungsmittel. Zu Hochleistungssport ist man dabei nicht gezwungen, man fährt gemütlich – italienisch eben. Und man stoppt immer wieder, um auch keine von Ferraras Sehenswürdigkeiten zu verpassen. 

Zu diesen zählt das Castello Estense, die viertürmige Wasserburg, wie auch die Kathedrale von Ferrara mit der prächtigen romanischen Fassade. Ebenfalls sehenswert ist die Nationale Gemäldegalerie und das Museum für moderne Kunst im Palazzo dei Diamanti mit seiner Fassade aus rosafarbenen und weißen Mamorpyramiden.

Die engen mittelalterlichen Gassen von Ferrara, wie etwa die Via delle Volte, gelten als die hübschesten in der Emilia-Romagna und am besten lässt man sich hier einfach treiben. Ein Blick lohnt dabei auch in die Gassen des ehemaligen jüdischen Ghettos, denn dort herrscht wieder ein ganz anderes Flair als im Rest der Stadt.

Restaurant-Tipp Ferrara: Enoteca al Brindisi

Die Enoteca al Brindisi ist angeblich die älteste Weinbar der Welt und fantastisch essen kann man hier auch, beispielsweise Cappellacci di Zucca, die für Ferrara so typischen Ravioli gefüllt mit Kürbis.

Viele weitere Tipps für Ferrara findest Du in meinem Artikel: Ferrara – mit dem Fahrrad durch die schönsten Gassen der Emilia Romagna

Restaurant-Tipp Ferrara: Enoteca al Brindisi
Die Enoteca al Brindisi

Bologna – die fette rote Stadt

Die Kunststadt Bologna war Endstation unseres Roadtrip durch die Emilia-Romagna und es war mir eine Freude diese bezaubernde Stadt, die von Touristen gerne links liegen gelassen wird, wiederzusehen. Vor allem für Foodies ist diese Stadt ein absolutes Highlight. Gerne wird Bologna auch « La grassa », die Fette, genannt – denn das Essen in Bologna ist gehaltvoll, aber verdammt gut.

Ein weiterer Spitzname Bolognas ist « La rossa » – eine Anspielung auf die roten Dächer der Stadt. Einen traumhaften Ausblick auf eben diese Dächer genießt man beispielsweise von der Aussichtsterrasse der Basilika San Petronio, der größten Backsteinkirche der Welt an der Piazza Maggiore. Darüber hinaus sollte man es nicht verpassen einen Spaziergang durch die Portici, die Arkaden der Stadt, zu machen. Auf rund 40 Kilometern ziehen sich diese überdachten Säulengänge durch die Stadt, vorbei an nahezu allen Sehenswürdigkeiten, die Bologna zu bieten hat. Erwähnenswert sind hier vor allem die Zwillingstürme Torre Garisenda und Torre degli Asinelli und die Basilika Santo Stefani – ein wunderschöner Komplex aus Kirchen, Kreuzgängen, Gräbern und Innenhöfen.

Restaurant-Tipp Bologna: Osteria Del Cappello

Die Osteria Del Cappello gibt es bereits seit 1375. Seit einigen Jahren erstrahlt sie in neuem Glanze im Herzen von Bologna und serviert fantastische hausgemachte Pasta und andere Spezialitäten aus Bologna. Auch die Weine und Biere auf der Karte stammen allesamt aus der Region und für sämtliche Gerichte werden ausschließlich lokale Produkte verwendet.

Viele weitere Tipps für Bologna findest Du in meinem Artikel: Bologna – die fette rote Stadt im Herzen der Emilia Romagna

Weitere Tipps & Reiseberichte aus der Emilia Romagna:

Na hast Du nun auch Lust auf einen Roadtrip durch die Emilia Romagna bekommen oder warst Du vielleicht schon mal in der Region und hast noch weitere Tipps für Orte, die man bei einem Emilia-Romagna Roadtrip nicht verpassen sollte? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.


Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit iambassador und Emilia Romagna Turismo.

HAT DIR DER ARTIKEL GEFALLEN? BITTE TEILE IHN!