Der Bodensee von seiner schönen und leckeren Seite

Vor langer Zeit, als ich noch ein kleines Kind war, habe ich mit meinen Eltern den Urlaub am Bodensee verbracht. Viel ist mir von damals nicht im Gedächtnis geblieben. Einzig an die Blumeninsel Mainau, an Schaffhausen und an die Rheinfälle konnte ich mich noch dunkel erinnern. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich nun nach so langer Zeit an den Bodensee zurückkehren durfte und das zur schönsten Jahreszeit. Genießen kann man am Bodensee immer, doch vor allem im Herbst ist der Bodensee ein Hochgenuss – dann wenn sich die Blätter rund um den See langsam verfärben, das Klima aber immer noch mild ist, zeigt sich der Bodensee von seiner schönsten Seite. Man kann noch immer dem Wassersport frönen, aber auch ganz in Ruhe die vielen kulturellen Highlights rund um den See besuchen.

Doch auch kulinarisch gesehen kann der Herbst am Bodensee richtig was, denn das ist die Zeit in der Gemüse, Hopfen und Wein geerntet werden. Aber auch grandiose Fischspezialitäten kann man in dieser Zeit im Rahmen der Bodensee-Fischwochen rund um den See genießen. Im folgenden Artikel findest Du all meine kulinarischen Highlights und andere Tipps für den perfekten Genussurlaub am Bodensee.

Die Genussregion Deutscher Bodensee 

Erster Stopp meiner Reise rund um den Bodensee war die Genussregion Deutscher Bodensee auf der nördlichen Seite des Sees. Dank dem milden Klima, das in dieser Region herrscht, wird hier intensiver Obst- und auch Weinanbau betrieben. Die weitläufigen Obstwiesen und die Weinberge laden vor allem im Herbst zu ausgiebigen Genusswanderungen oder auch Radtouren ein. Dabei kann man herrlich die Natur erkunden, wunderschöne See- und Bergpanoramen genießen und urige Hofläden und exzellente Weingüter besuchen. Aber auch Hopfen wird in der Genussregion Deutscher Bodensee angebaut und auf dem Hopfengut N°20 kann man beispielsweise mehr über den Hopfenanbau in der Region erfahren. Darüber hinaus punktet die Genussregion Deutsche Bodensee aber auch mit zauberhaften historischen Altstädten und wie überall rundum den See wird Wasserport natürlich auch hier groß geschrieben. 

Vom Hopfen zum Bier – das Hopfengut N°20

Tettnang gilt als eine der Hopfen-Hochburgen in Deutschland. So wundert es nicht, dass man hier diesem für Bierliebhaber heiligen Gewächs huldigt und zwar im Hopfengut N°20. Der Gutshof auf den Hügeln oberhalb von Tettnang vereint Hopfenanbau, Brauerei und Museum miteinander und auch ein Ladengeschäft, sowie eine Gaststätte, findet man hier. Eben dieses Hopfengut habe ich auf meiner Reise besucht. Genau zur richtigen Zeit, denn im Herbst ist Hopfenernte. So konnte ich live dabei sein als der Hopfen geerntet und anschließend direkt verarbeitet wurde. Und ich kann sagen, es ist schon ein beeindruckendes Schauspiel, wenn die Arbeiter die meterlangen Hopfenranken abschneiden und in die riesige Maschine packen, in welcher der Hopfen von Stielen und Blättern befreit wird, so dass nur die reine Hopfendolde übrig bleibt, die anschließend getrocknet wird, bevor sie zu süffigem Bier verarbeitet werden kann. 

Mehr über die ganze Welt des Hopfens und den Weg vom Hopfen zum Bier habe ich anschließend auch im Museum erfahren, bevor es zur Stärkung noch ein Bierchen gab – ich musste mich ja schließlich selbst von der Qualität der Biere überzeugen. Am besten geschmeckt hat mir auf jeden Fall das Lager mit seinem Zitrus- und Mandarinen-Aroma. Aber auch der Sud Eins, ein IPA mit einer intensiven Hopfennote und exotischen Aromen, hat mit gut gefallen.

Weinwanderung am Lindauer Bodensee – unterwegs in den Weinbergen des Weingut Haug

« Bier auf Wein, das lass sein » heißt es ja eigentlich. Was mich allerdings nicht daran gehindert hat anschließend das Weingut Haug in Lindau am Bodensee zu besuchen. Eingebettet zwischen Endmoräne und Alpen liegt das Weingut Haug direkt am Bayerischen Bodensee und baut auf der Weinlage « Lindauer Spitalhalde » Weine an, die (bedingt durch das milde Seeklima und die einzigartigen Böden) sehr charismatisch sind. Mit hohem Aufwand werden die Weine hier in Bio-Qualität produziert. 

Bei einer Wanderung durch die Weinberge des Weingut Haug kann man mehr über eben diese Bio-Weine und die heimischen Sorten Müller-Thurgau und Spätburgunder, aber beispielsweise auch über französische Rebsorten, wie Maréchal Foch, erfahren. Denn am Wegrand finden sich zahlreiche QR-Codes, die man einfach einscannen kann und so die gewünschten Informationen erhält. Highlight dieser Weinwanderung ist aber sicherlich das Picknick inmitten der Weinberge mit Blick auf die Reben und die Umgebung. Dafür braucht man sich das Picknick übrigens auch gar nicht selbst mitbringen, denn das Weingut Haug bietet herrliche Picknickrucksäcke an. Darin findet sich alles was man für ein schönes Picknick mit Freunden braucht: Geschirr, Besteck, Gläser, herrliche regionale Wurst- und Käsespezialitäten, Gemüse und Obst der Saison, leckere Antipasti und Salate, sowie frisches Brot und natürlich eine Flasche Wein.

Übernachten am Deutschen Bodensee – Das Hotel Maier

Zum Übernachten am Deutschen Bodensee empfehle ich Dir das Hotel Maier in Friedrichshafen. Das traditionsreiche Hotel befindet sich im Familienbesitz und hat bei mir mit seinen modernen Zimmern und der ausgezeichneten regionalen Küche, die im Restaurant auf den Tisch kommt, gepunktet. Besonders die Wildgerichte sind äußert beliebt, doch auch die köstlichen traditionellen Speisen aus den verschiedensten Regionen rund um den Bodensee, die hier mit Fantasie umgesetzt und auf die Teller gezaubert werden. Da treffen deutsch-schwäbische Gerichte auf Spezialitäten aus dem Allgäu, aus Baden und aus dem Bregenzerwald und auch die Weine kommen ausschließlich aus der Bodenseeregion und aus dem Alpenraum.

Das Hotel Maier in Friedrichshafen

Die Genussregion Fürstentum Liechtenstein 

Das Fürstentum Liechtenstein hat man vielleicht nicht direkt auf dem Schirm, wenn man an einen Urlaub am Bodensee denkt. Doch ist das Fürstentum vielleicht die Genussregion schlechthin. Auf nur 160 Quadratkilometern Landesfläche hat das Fürstentum Liechtenstein gemessen an der Einwohnerzahl die höchsten Dichte an Gourmetrestaurants weltweit. Bedingt durch den Föhn reifen an den Südhängen der Berge im Rheintal jedoch auch ausgezeichnete Weine und über 100 Winzer erzeugen im Fürstentum aus diesen edle Tropfen, die man beispielsweise in der fürstlichen Hofkellerei in Vaduz verkosten kann. Lokale Biere und der Liechtensteiner Gin runden das Angebot ab und die einzigartige Bergwelt bietet Genießern nicht nur atemberaubende Ausblicke sondern auch außergewöhnliche Erlebnisse.

Grandiose Aussichten und fürstliche Genüsse – Eine Fahrt mit der Genusssesselbahn Sareis

Eines der schönsten und außergewöhnlichsten Erlebnisse in Liechtenstein und am Bodensee war für mich die Fahrt mit der Genusssesselbahn Sareis. Nachdem ich meine Höhenangst mal wieder überwunden und meinen inneren Schweinehund besiegt hatte, konnte ich nicht nur die Fahrt mit der Sesselbahn und die grandiosen Ausblicke über die Liechtensteiner Berge genießen, sondern auch das fürstliche Mal, das in der Bergbahn serviert wurde.

Auf Wunsch kann man hier nämlich ein Alpenplättli mit Salsiz, Bündner Fleisch, Rohschinken, Käse, frischem Brot, sowie Wasser und Wein vom Berggasthof Sareis vorbestellen (am besten einen Tag im Voraus). Auf der Bergstation Sareis angekommen, wird dann eine riesige hölzerne Snack-Box in der Mitte der Vierersesselliftes befestigt und dann kann das große Schlemmen beginnen. Den Ausblick gibt es während des Essens dann gratis dazu und man kann so oft mit der Bergbahn auf und ab fahren, bis alle Spezialitäten aufgegessen sind oder bis die Bergbahn Sareis um 17.00 Uhr schließt.

Viele Wege führen ins Tal – Murmeli suchen auf dem Schaukelpfad

Wer nach all dem Essen anschließend ein wenig Bewegung benötigt – und ich bin mir sicher, Du benötigst diese – dem empfehle ich nicht mit der Bergbahn zurück ins Tal zu fahren, sondern stattdessen an der Bergstation auszusteigen und anschließend zu Fuss zurück nach Malbun zu laufen. Zahlreiche Wege führen ins Tal, doch etwas Besonderes ist der Schaukelpfad. Der Schaukelpfad führt auf rund 5,5 Kilometern von der Bergstation über die Alpe Turna und die Alp Pradamee zurück ins Tal und ist für die ganze Familie machbar, aber vor allem auch ein riesiger Spaß. Am Wegrand wurden insgesamt zehn Schaukeln aufgestellt und während des Schaukelns genießt man von all diesen einen grandiosen Ausblick auf die liechtensteinische Bergwelt und die saftig grünen Alpenwiesen. Kühe und Rinder säumen den Wegrand und putzige kleine, sonst so scheue, Murmeltiere tollen auf den Wiesen herum.

Fürstlich speisen – Das Restaurant Vögeli

Zurück in Malbun lässt es sich, wenn man schon wieder Hunger hat, im Restaurant Vögeli herrlich speisen. Auf den Tisch kommen in der gemütlichen Stube des Restaurants neben regionalen auch internationale und mexikanische Spezialitäten. Zugegebenermaßen fand ich das zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Wieso mexikanisches Essen in den Liechtensteiner Bergen? Doch es scheint bei den Einheimischen sehr beliebt zu sein. Ich habe mich dann doch lieber an die lokalen Spezialitäten gehalten und diese waren vom Feinsten. Besonders empfehlen kann ich die Älpler Kässpätzle mit Alp- und Sauerkäse, Speck und wahlweise Apfelmus und Malbuner Hirschwurst. Die Hirschwurst gibt’s auch mit Zwiebelsauce und Spätzle und Klassiker wie Rösti und klassisches Käsefondue stehen ebenfalls auf der Karte.

Älpler Kässpätzle mit Alp- und Sauerkäse, Speck und Apfelmus
Älpler Kässpätzle mit Alp- und Sauerkäse, Speck und Apfelmus

Übernachten in der Genussregion Fürstentum Liechtenstein – Das Hotel Galina

Gleich neben dem Restaurant Vögeli befindet sich das Hotel Galina, das ich Dir zum Übernachten empfehlen kann. Das gemütliche Hotel ist sehr familiär und bietet ein leckeres Frühstück mit regionalen Spezialitäten. Zum Hotel gehört außerdem eine Falknerei und man kann mit Falkner Norman Vögeli und seinem Steinadler, dem König der Lüfte, Erlebniswanderungen unternehmen oder die Vögel bei der Greifvogel-Flugshow aus nächster Nähe erleben.

Edle Tropfen – Die fürstliche Hofkellerei in Vaduz

Von Malbun führte mich der Weg anschließend nach Vaduz und zwar zu Fuß. Nur etwa 1,5 Stunden dauert die Wanderung von Triesenberg und unten in der Hauptstadt angekommen genoss ich zunächst den Ausblick auf das Schloss Vaduz, das Wahrzeichen des Ortes und Sitz des Fürstenhauses Liechtenstein, bevor es weiterging zur Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein, die sich seit 1436 in Familienbesitz befindet. In der Vinothek der Hofkellerei kann man nicht nur die edlen Tropfen der fürstlichen Domäne Wilfersdorf und der Domäne Vaduz verkosten, man findet auch eine Auswahl feiner Weine von befreundeten und renommierten Weingütern. Doch kann man im Gartenpalais der Hofkellerei auch herrlich speisen. Zu Mittag kommen hier Klassiker wie Backhendl und Älplermagronen, aber auch saisonale Gerichte auf den Tisch.

Zu Gast in der fürstlichen Hofkellerei in Vaduz.

Die Genussregion St. Gallen-Bodensee 

Die Genussregion St. Gallen-Bodensee hat mich kulinarisch gesehen begeistert. Das Angebot ist groß und reicht von einfachen Take-Aways bis hin zu Gourmetrestaurants. Keinesfalls verpassen sollte man es die traditionelle St. Galler Bratwurst, die blaue Kartoffel und Ribelmais zu probieren. Echte Genießer gönnen sich einen Abend in der Gaststube zum Schlössli, wo fast vergessene Produkte, wie die bereits genannte blaue Kartoffel, und unkonventionelle Kreationen auf den Tisch kommen. Herrlich erkunden kann man St. Gallen auch bei einem kulinarischen Stadtbummel. Doch St. Gallen ist nicht nur für Foodies ein echtes Highlight, die Klosterstadt kann man wunderbar mit allen Sinnen genießen. Ein absoluter Genuss für die Augen ist die Stiftsbibliothek, die einen so herrlich in längst vergangene Zeiten zurück träumen und in die jahrhundertealte Geschichte der Stadt in der Ostschweiz eintauchen lässt. Doch auch in der Bibliothek erfährt man viel über die St. Gallener Kulinarik und die einzigartigen Produkte der Region.

Die Gallusstadt – Ein kulinarischer Stadtbummel durch St. Gallen

Um etwa 720 wurde auf dem Gebiet einer Einsiedelei an der Steinach, einem Fluss der in den Bodensee mündet, das Kloster St. Gallen gegründet, woraus später die Stadt St. Gallen wuchs. Heute ist St. Gallen das kulturelle Zentrum der Ostschweiz. Zu entdecken gibt es in der Gallusstadt zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie die Stiftskirche und die Stiftsbibliothek, welche von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden. Um mehr über eben diese Stiftskirche, eine der letzten monumentale Sakralbauten des Spätbarock, und andere Sehenswürdigkeiten in St. Gallen zu erfahren, empfehle ich Dir eine Stadtführung – jedoch keine ganz klassische Stadtführung, sondern einen kulinarischen Stadtbummel durch St. Gallen. Dieser führt Dich zu den kulturellen aber auch kulinarischen Highlights der Gallusstadt. Drei Gänge werden Dir bei diesem Stadtrundgang in drei verschiedenen Restaurants serviert und ganz nebenbei erfährst Du mehr über die Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Gallusstadt und genießt einzigartige Ausblicke über die Ostschweizer Metropole. 

DDie Gallusstadt St. Gallen

Genuss für die Augen – Die Stiftsbibliothek in St. Gallen

Extra Zeit solltest Du Dir aber auf jeden Fall für den Besuch der Stiftsbibliothek St. Gallen, die Bibliothek des ehemaligen Benediktinerstifts St. Gallen, nehmen. Diese ist wahrlich einen Besuch wert. Die spätestens 719 n. Chr. gegründete Stiftsbibliothek St. Gallen gehört zu den bedeutendsten historischen Bibliotheken der Welt und ist die einzige der grossen Klosterbibliotheken des Frühmittelalters, deren Bestand vom 8. Jahrhundert bis heute einigermassen intakt geblieben ist. Über 2100 Handschriften, 1650 Inkunabeln, Frühdrucke, sowie insgesamt etwa 170 000 Bücher und andere Medien finden sich hier. Dass der Stiftsbezirk St. Gallen 1983 von der UNESCO in den Rang eines Weltkulturerbes erhoben wurde, liegt vor allem an den Handschriften der Stiftsbibliothek, darunter auch das älteste deutsche Buch. 

Ein weiteres bedeutendes Dokument, das in der Bibliothek aufbewahrt wird, ist der einzigartige St. Galler Klosterplan – der älteste Bauplan Europas und wohl auch der Welt. Der Plan wurde um 830 n. Chr. von zwei Mönchen des Klosters Reichenau auf der gleichnamigen Insel im Bodensee geschaffen wurde. Er besteht aus fünf zusammengenähten Pergamentblättern und gibt detaillierte Angaben dazu, wie ein großes karolingisches Kloster aussah, beziehungsweise im Idealfall auszusehen hatte, aber auch einen einzigartigen Einblick in alle Bereiche des klösterlichen Lebens. Der Klosterplan ist die älteste überlieferte Architekturzeichnung des Abendlandes.

Doch nicht nur die Bücher beeindrucken, sondern vor allem der kunstvoll geschmückte Büchersaal selbst. Er gilt als der schönste nicht-kirchliche Barockraum der Schweiz und wird als eine der schönsten Bibliotheksbauten der Welt angesehen. Steht man einmal in der Mitte dieses Raumes und blickt nach oben, dann wundert einen nicht wieso. Da bleibt einem – mir zumindest– schon mal der Mund offen stehen und man kann einfach nur staunen.

Von fast vergessenen Produkten und echter Gastfreundschaft – Die Gaststuben zum Schlössli

Für mich eines der Highlights meiner Reise rund um den Bodensee war das Abendessen im Schlössli im Klosterbezirk in St. Gallen. Das lag zum einen an der Küche, aber auch an dem herzlichen Gastgeber Ambros Wirth, der sich rührend um uns kümmerte und uns viel über sein Restaurant erzählte. Von jeder Zutat und jedem Wein, der in seinem Restaurant ausgeschenkt wird, kann der Gastgeber eine Geschichte erzählen und als absoluter Weinexperte hat er uns zu jedem Gang, den wir an diesem Abends aßen, den perfekten Wein kredenzt. Da wundert es auch nicht, dass die Weinkarte des Schlössli zu den besten regionalen Weinkarten in der Schweiz zählt.

Traditionell und gleichzeitig raffiniert und kreativ ist die Küche im Schlössli. An erster Stelle stehen die Regionalität und Qualität aller Zutaten, die hier verwendet werden. Da der Gastgeber selbst passionierter Jäger ist, landen darüber hinaus viele Wildgerichte auf dem Tisch. Außerdem kann man im Schlössli fast vergessene Produkte, wie beispielsweise die blaue St. Galler Kartoffel oder Ribelmais, neu entdecken.

So kam hier nach einem Waldpilzsülzli auf Linsensalat, Carne Cruda mit Rottannen-Glacé und einem göttlichen Kalbfleischtartar mit Trüffelöl eine herrliches Süppli von der blauen St. Galler Kartoffel mit Kartoffelbrand, einem Kartoffelküchlein und Sauerrahm auf den Tisch. Es folgte Schnitzel vom Reh an Morchel-Frischrahmsauce, Herbstgemüse, Preiselbeer-Apfel, Quitte und Quarkspätzli. Sündhaft gut waren am Ende auch das lauwarme Minörli-Schoggiküchlein und die anderen Nachspeisen, die uns gereicht wurden. So vergaßen wir bei all diesen Köstlichkeiten und den netten Gesprächen mit Ambros Wirth ganz die Zeit und es wurde ein langer, aber schöner Abend. Im Schlössli trifft man auf ehrliche und authentische Gastfreundschaft, die man so nur selten findet.

Die Gaststuben zum Schlössli in St. Gallen

Kein Besuch von St. Gallen ohne eine echte St. Galler Bratwurst – Bratwurst & Bowls

In St. Gallen dreht sich alles um die Wurst. Die St. Galler Bratwurst gilt als Königin unter den Bratwürsten. Zugegebenermassen bin ich mir als echte Fränkin noch nicht ganz sicher, ob sie wirklich die Königin ist, schließlich komme ich aus Nürnberg, der Heimat der Nürnberger Rostbratwürste. Doch lecker ist die St. Galler Bratwurst, die bereits 1438 erstmals urkundlich erwähnt wurde, auf jeden Fall. 

Hergestellt wird sie aus frischer Milch, Kalbfleisch, Speck und Gewürzen. Gegessen wird sie klassisch ohne Senf – oder sagen wir es ist eigentlich ein absolutes No-go sie mit Senf zu essen. Einzig und allein ein Bürli, das traditionelle Brötchen, isst man dazu. Kosten kann man die Bratwurst an vielen Orten in St. Gallen. Ganz besonders empfehlen kann ich Dir jedoch die Wurst von Bratwurst & Bowls. Und wer keine Lust auf Bratwurst hat oder lieber auf Fleisch verzichtet: bei Bratwurst & Bowls gibt es auch ganz köstliche Poke Bowls.

Bratwurst & Bowls in St. Gallen
St. Galler Bratwurst

Übernachten in der Genussregion St.Gallen-Bodensee – Die Militärkantine

Zum Übernachten kann ich Dir in St. Gallen die Militärkantine empfehlen. Einst diente das Gebäude als Offiziersunterkunft. Heute steht das schmucke Jagdschlösschen unter Denkmalschutz, wurde im Inneren jedoch aufwendig renoviert, wobei das historische Ambiente gekonnt mit modernen Elementen verbunden wurde. Die einstige Soldatenstube beherbergt heute ein Restaurant. Die Zimmer wurden individuell mit stilvollen skandinavischen Designermöbeln eingerichtet und in jedem Zimmer befindet sich ein iPad, auf welchem man alle Hotelinfos findet und im Zimmer Musik hören kann. Ungewöhnlich ist das Hotel, aber ich finde die Kombination aus historischem Ambiente und puristischem modernem Design einfach entzückend.

Die Militärkantine in St. Gallen
Die Militärkantine in St. Gallen
Die Militärkantine in St. Gallen

Die Genussregion Westlicher Bodensee 

Die Genussregion Westlicher Bodensee gilt als Schlaraffenland. Die Reichenau wird auch als Gemüseinsel bezeichnet. Hier ist das Klima besonders mild und aufgrund dessen ernten die Reichenauer Gärtner hier inselfrisch Tomaten, Zucchini, Paprika und vieles mehr. Auch der Wein wächst hier ganz besonders gut und aus dem See holen die Untersee-Fischer noch heute täglich fangfrisch Hechte, Felchen und Zander, welche in einfachen Imbissen, aber auch in den feinen Gourmetrestaurants der Insel auf den Tisch kommen. Doch ist die Reichenau weit mehr als nur die Gemüseinsel, die gesamte Insel steht heute unter UNESCO-Welterbe.

Genießen kann man am Westlichen Bodensee jedoch nicht nur auf der Reichenau, sondern auch auf der Halbinsel Höri. Nur auf der Halbinsel wächst die Höri-Bülle, eine ganz besondere Zwiebel, so mild wie das Klima auf der Höri. Und auf einer herbstlichen Genuss-Radtour auf der Höri lernst Du nicht nur mehr über die Höri-Bülle und wie diese zu wunderhübschen Zöpfen geflochten wird, sondern kannst diese neben anderen Inselspezialitäten auch an mehreren Stationen verkosten.

Von Radler-Tapas und Büllezöpfen – Eine Genussradtour auf der Halbinsel Höri

Die romantische Halbinsel Höri liegt zwischen Radolfzell und Stein am Rhein im Untersee am westlichen Bodensee und ist auch als « feine Ecke des Bodensees » bekannt. Genießen kann man hier mit allen Sinnen. Schon Künstler und Schriftsteller, wie Hermann Hesse, wurden von der einzigartigen Landschaft angezogen, doch vielleicht auch von den leckeren Spezialitäten auf der  Höri. Diese Spezialitäten kann man am besten auf einer Genussradtour über die Halbinsel Höri kennenlernen, bei der sich alles um Rettich, Bülle und Salat dreht.

Doch nicht nur kulinarische Höhepunkt bietet die Tour, sondern auch landschaftliche. Auf rund 18 Kilometern bieten sich zahlreiche wunderschöne Ausblicke und in drei verschiedenen Restaurants stoppt man unterwegs, um ein 4-Gang-Menü aus den regionalen Produkten der Insel zu verkosten. Erste Genussstation ist der Inklusionsbetrieb Gasthaus Seehörnle, wo verschiedene Radler-Tapas gereicht werden, bevor es weitergeht nach Iznang zum Gemüsestand Glaser. Zu Kosten gibt es hier nichts, doch erfährst Du hier mehr über die Höri-Bülle, diese milde, flache, bauchige Zwiebel mit der roten Schale, die nur auf der Höri wächst. Außerdem kannst Du Dir von Monika Glaser zeigen lassen wie man die traditionellen Büllezöpfe macht – gar nicht so einfach, aber es macht wirklich Spaß.

Über Moos geht es anschließend weiter nach Bankholzen, wo Dich im Landgasthof zum Sternen die traditionelle Bülledünne, der berühmte Zwiebelkuchen vom Bodensee, erwartet. Zum Abschluss der Genussradtour geht es dann nach Horn, wo im Gasthaus Hirschen ein köstlicher Höri-Salatteller mit Ochsenfetzen (die Spezialität des Hauses) und ein Dessert serviert wird. Die Portionen sind übrigens riesig. Hunger sollte man also mitbringen!

Von Radler-Tapas und Büllezöpfen – Eine Genussradtour auf der Halbinsel Höri
Von Radler-Tapas und Büllezöpfen – Eine Genussradtour auf der Halbinsel Höri

Gemüseinsel und UNESCO-Welterbe – Die Insel Reichenau

Schon bei der Fahrt auf die Reichenau über den von Pappeln gesäumten Damm rückt der Alltag in weite Ferne. Hier ist Entspannung angesagt, ob beim Wandern auf den idyllischen Uferwegen, beim Genießen der Aussicht vom Aussichtspunkt Hochwart oder bei einer Radtour zwischen Gemüsefeldern und Rebstöcken. Wie auf der Höri wird auch auf der Reichenau Gemüse angebaut, beziehungsweise ist der Gemüseanbau tatsächlich neben dem Tourismus die Haupteinnahmequelle der vom Wetter begünstigten Insel. Auf den Feldern und in den Gewächshäusern der größten Insel im Bodensee wachsen Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen und vieles mehr. Wein wächst auf der Reichenau ebenfalls besonders gut und die Bodenseeweine, die hier im südlichsten Weinanbaugebiet Deutschlands von der Winzergenossenschaft gekeltert werden, sind erstklassig. 

Doch ist die Reichenau nicht nur als Gemüseinsel bekannt. Die Reichenau wurde auf Grund ihrer herausragenden Zeugnisse mittelalterlichen Klosterlebens auch in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. Die St. Peter und Paul Kirche, das Münster St. Maria und Markus und die Kirche St. Georg mit den berühmten Wandmalereien präsentieren bis heute den Reichtum und Weltruhm der Reichenauer Abtei, die einst als geistiges Zentrum des Abendlandes galt, und gehören zu den Must-Sees der Insel. Mehr über die Geschichte der Klosterinsel erfährt man aber auch in zahlreichen Museen oder bei einer Führung über die Insel.

Imbiss mit Flair auf der Reichenau – Bei Riebels

Die Reichenauer Fischhandlung wurde bereits im Jahre 1928 gegründet und noch heute wird sie als Familienbetrieb geführt. Das Fischereihandwerk hat sich über all die Jahre nicht verändert, einzig die Technik ist heute moderner. Seit Genrationen fahren die Fischer hinaus auf den Bodensee und wohl kaum einer kennt die Fischwelt des Bodensees so gut wie Stefan Riebel und sein Sohn Urs. 2007 wurde die Fischhandlung um das Fischbistro « Bei Riebels » erweitert.

Bei Riebels ist ein Imbiss, aber eben doch so viel mehr als nur ein Imbiss. Ohne Umwege kommt der Fisch vom Bodensee direkt hier ins Fischbistro und wird vor den Augen der Gäste zubereitet. Frischer geht es eigentlich nicht, das sehen auch die Gäste so, denn für die kalten Fischspezialitäten, Fischburger aus Bodenseefisch, pikante Fischsuppen und ganze Fische aus dem Ofen steht der Gast hier auch mal gerne länger Schlange. Oft ist es gar nicht so einfach einen der Tische zu ergattern, doch das Warten lohnt sich – Versprochen!

Kleiner Tipp

Ab vier Personen kann auch ein Tisch reserviert werden, mit Ausnahme von Sonn- und Feiertagen.

Menü im Rahmen der Bodensee-Fischwochen – Zu Gast im mein inselglück

Jedes Jahr von September bis Oktober spielen fangfrische Felchen, Karpfen und Kretzer die kulinarische Hauptrolle am Westlichen Bodensee und viele Restaurants servieren im Rahmen der Bodensee-Fischwochen ein kreatives Drei-Gang-Menü zum Einheitspreis. So zum Beispiel auch das Restaurant mein inselglück in Reichenau, wo ein Reichenau Salat, Bodenseefelchen auf Spinat-Schupfnudeln mit Café de Paris Sauce und Panna Cotta mit spätsommerlichem Beerenkompott zubereitet wurden. Doch auch außerhalb der Bodensee-Fischwochen kann man in dem modernen Inselrestaurant Spezialitäten aus der regionalen Küche verkosten, denn hier kommt alles was die Insel Reichenau beschert auf den Tisch und dazu gibt’s herrliche Inselweine vom Winzerverein Reichenau.

Übernachten in der Genussregion Westlicher Bodensee – Ganter Hotel & Restaurant Mohren

Zum Übernachten kann ich Dir das Ganter Hotel & Restaurant Mohren empfehlen. Bereits seit 1820 empfängt das Hotel seine Gäste auf der Insel Reichenau. Die Zimmer sind alle individuell eingerichtet, mal eher elegant, mal rustikal, mal mit Fachwerk, mal mit Fischgräten-Parkett und herrlich bequem sind die kuscheligen französischen Betten.

Ich hoffe ich konnte Euch mit diesem Artikel ein wenig inspirieren und ihr habt nun auch Lust bekommen auf eine kulinarische Herbstreise an den Bodensee. Es ist zwar nicht das Meer, doch am See ist es mindestens genauso schön. Also warum immer in die Ferne schweifen, wenn das Schöne doch mehr oder weniger direkt vor der Haustür liegt?

Warst Du schon mal am Bodensee? Wo hat es Dir am besten gefallen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.


Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH.

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