Eine Kuba Rundreise: Sehenswertes und Reisetipps (Teil 3)

Bisher habe ich bereits einige Orte auf Kuba entdeckt. Meine Erlebnisse kannst Du in den vorherigen Artikeln: Entdecke Kuba: Von Havanna bis Baracoa und Entdecke Kuba: Cienfuegos und Playa Larga nachlesen. Meine letzten Ziele stellten indes Valle de Viñales und Havanna dar. Beide Städte haben ihr ganz besonderes Flair und machten mir den Abschied von Kuba extrem schwer.

Valle de Viñales

Elefantenrücken stechen aus dem umliegenden Flachland hervor. Rauch durchdringt den grünen Vorhang von Tabakfeldern und Pflanzen aller Art. Die Sonne neigt sich dem Horizont. Sie lässt die kleinen, bunten Häuser, die mir in weiter Ferne zu Füßen liegen, lange Schatten werfen. Dieser Ort ist ein Paradies. Mein kleines Paradies.

Entdecke Kuba: Valle de Viñales und Havanna

Ich hatte natürlich schon Bilder dieses Ortes gesehen habe. Die erste Vorstellung bestand also bereits. Doch wie Du mir bestimmt zustimmen wirst, ist ein Foto, so beeindruckend es auch ist, nur der Versuch den Moment festzuhalten. Nur ein kleines Abbild der Wirklichkeit. Und das auch nur auf visueller Ebene. Fotos dieser Landschaft sind deshalb nicht ausreichend und Worte nur eine Verschwendung. Die Schönheit der roten Abendsonne, welche einen Schleier über die sattgrüne Landschaft legt und ihr ein romantisches Flair verleiht, kann nicht einfangen werden. Die frische Luft, die ich gerade einatme und den kühlen Wind, den ich auf meiner Haut spüre, sind nicht wiederzugeben. Und die mich völlig einhüllende Ruhe lässt sich nur vermuten lassen.

Ich wusste bereits, dass mich die Natur faszinieren und beeindrucken kann. Doch hier, mitten durch die hügeligen Landschaft joggend und diesen Ausblick genießend, nehmen die Worte Begeisterung und Zufriedenheit eine neue Dimension an. Deshalb empfehle ich Dir wärmsten Deine Sportschuhe einzupacken und die Natur dieses Dörfchens zu entdecken. Dabei lässt Du dich am Besten vom Wind treiben.

Entdecke Kuba: Valle de Viñales und Havanna

Ausflüge in Valle de Viñales

Unvergleichliche Schönheiten bietet das Viñales-Tal und vor allem seine Umgebung. Dadurch zählt es zu den meistbesuchten Orten der Insel. Durch den starken Tourismus empfehle ich die Ausflugsziele aneinander abzuwägen. Denn die Naturschauspiele unterscheiden sich in der Quantität des Tourismus. So beschließen wir zwischen den vielen, hiesigen Höhlen eine weniger stark besuchte zu erkunden, die Gran Caverná de Santo Tomás (13 km). In diese Richtung radelnd, kommen wir an beeindruckenden, grün bewachsenen Kegelfelsen (mogotes oder auch Elefantenrücken), die aus rot gefärbten Talböden emporsteigen, vorbei.

Entdecke Kuba: Valle de Viñales und Havanna

Nach kurzer Zeit biegen wir, für einen Abstecher zur Mural de la Prehistoria, ab. Diese liegt am Mogote dos Hermanas (4 km) und ist schon von Weitem, aufgrund ihrer Größe, sichtbar. Der mexikanische Künstler Leovigildo González Morillo bildete auf dem 120 m hohen und 180 m breiten Wandgemälde die Evolutionsgeschichte bis zur Menschheit ab. 1961 begannen die Malerarbeiten, welche fünf Jahre andauerten und von dem Künstler streng überwacht wurden. So verfolgte er mittels Teleskop die Arbeit, der an Seilen hängenden Bauern. Er hingegen gab per Lautsprecher Anweisungen. Das Gemälde sticht daher auch primär durch seine Größe und weniger aufgrund seiner künstlerischen Qualität hervor.

Bald zieht es uns weiter Richtung Gran Caverná de Santo Tomás. Auf dem Weg passieren wir kleine, einfache Häuser, die verstreut an der Straße liegen. Auch entdecken wir Kubas Nationalbaum, die Königspalme, welche zwischen Pinien und allerlei Pflanzen herausragt. Nach einer Weile erreichen wir die 46 km lange und damit zweitgrößte Höhle Mittelamerikas. 1954 wurde sie erstmals erforscht, wobei Wissenschaftler später sogar Siedlungsspuren und ein 3500 Jahre altes Skelett fanden. Aufgrund der ausgeprägten Höhlen-Fauna und der außergewöhnlichen Formen der Stalagmiten und Stalaktiten, kommen vor allem Naturliebhaber voll auf ihre Kosten.

Entdecke Kuba: Valle de Viñales und Havanna

Sein bübisches Grinsen lässt ihn jünger wirken. Die grauen Haare und die tiefen Lachfalten, welche seine hellbraunen Augen hervorheben, lassen jedoch sein Alter vermuten. Nichtsdestotrotz schwingt er sich voller Energie auf sein Pferd und lächelt breit. Er wird uns zu zauberhaften Landschaften entführen.

Pipo führt uns über die älteste, geologische Formation Kubas. Denn vor 170 Mio. Jahren hob sich das Gebiet der heutigen Provinz Pinar del Río aus den Meeresfluten empor. Jahrhundert Millionen Jahre später gruben sich dann unterirdische Flüsse in das Kalkgestein. Regen, Wind und weitere Einflüsse der Natur bearbeiteten über etliche Zeiten den Kalk. Schließlich führte es zum heutigen Naturschauspiel: den bis zu 400m hohen Kegelfelsen. Da sie ein trockenes Wachstumsmilieu besitzen und das Regenwasser somit sofort versickert, stellen sie einen eigenen Vegetationstyp dar. Darum ist es auch nicht verwerflich, dass 1999 die UNESCO, dem 400 km² großem Gebiet die Auszeichnung „Kulturlandschaft der Menschheit“ verlieh. 2001 erklärte es der Staatsrat zum Nationalpark.

Entdecke Kuba: Valle de Viñales und Havanna

Durch diese malerische Landschaft reitend, passieren wir Tabakfelder, kleine Bauernhäuser und Trockenschuppen. Nach einiger Zeit erreichen wir eine Plantage, wo uns Pedro den Kaffeeanbau sowie die Produktion von Kaffee erklärt. Denn neben Tabak werden auch viele Hektar für den Anbau von Früchten und Kaffee genutzt. Wir reiten weiter und finden uns bald an einem kleinen See wieder. Wir entspannen und erholen uns ein wenig. Später nähern wir uns, über rote Böden reitend, dem Aussichtspunkt, der uns über das Viñales-Tal und seine Umgebung blicken lässt. „Hermoso!“

Entdecke Kuba: Valle de Viñales und Havanna

Bei unseren Ausflügen hatten wir Glück, denn wir trafen nur auf wenige Besucher. Das Viñales-Tal stellt jedoch einen Touristen-Magnet dar, weshalb Du, vor allem an den leichter zu erreichenden Sehenswürdigkeiten, auf viele Reisende treffen wirst. So werden an der Cueva del Indio und der Cueva de San Miguel Scharren an Touristen von ihren Reisebussen abgesetzt. Letztere bietet einen kleinen Einblick in das Leben entlaufener Sklaven und verwandelt sich samstags anscheinend in eine Bar. Die Cueva del Indio diente hingegen als Zufluchtsort sowie Grabstelle der Arawak-Indianer und bietet eine 5-10 minütige Bootsfahrt auf dem unterirdischen Fluss.

Die Umgebung bietet nahezu endlos viele Ausflugsziele. Diese kannst Du zu Fuß, auf dem Pferd oder Fahrrad, aber auch mit dem Auto erreichen. Im Viñales-Tal findest Du weiterhin einen Botanischen Garten und in einiger Entfernung einen angeblich sehr schönen und ruhigen Strand. Daneben empfehle ich einen Abstecher zum Aussichtspunkt beim Hotel „Los Jazmines“. Der wunderschöne Ausblick ist einmalig!

An diesem besonderen Ort gibt es eine Menge zu entdecken. Am Besten abseits der Touristenpfade und ohne Zeitlimit!

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Meine Tipps für Deine Reise nach Valle de Viñales

  • Das Mural de la Prehistoria ist vom Weg aus sehr gut zu sehen. Spar die also das Geld für den Eintritt.
  • Die Gran Caverná de Santo Tomás kostet 10 CUC Eintritt (Guide inklusive. Dauer: ca. 1,5 Stunden). Mitzubringen sind Badesachen (im Sommer bildet sich ein kleiner See, in dem Du schwimmen kannst), eine Jacke (im Inneren der Höhle kann es kalt werden) und festes Schuhwerk. Du kannst auch längere (Kletter-)Touren machen. Frag am Besten im casa particular nach.
  • Unterkunft: Casa Coqui y Adianis, Calle Joaquin Peréz #29. Dieses casa particular liegt etwas abseits des Zentrums in einer sehr ruhigen Umgebung. Die Familie ist super freundlich, herzlich und hilfsbereit. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt!
  • Restaurant: Bar Café apululu. Dieses kleine Restaurant wird von Bobo geführt. Es gibt sehr gutes und günstiges Essen, wie leckere Burger (3-5 CUC) und Sandwiches (1,50-3,50 CUC).
  • Auf dem Rücken eines Pferdes die Landschaft entdecken: Mein lieber Freund Pipo zeigt Dir gerne die Vielfalt der Natur. Ruf ihn am Besten an und frag ihn nach seinen Touren (See, Tabak-/Kaffeefelder, Aussichtspunkte, Dörfer, Höhlen, etc.). Diese sind sehr vielseitig, einzigartig und können zwischen 4 und 8 Stunden dauern. Wir hatten eine super schöne Zeit und viel Spaß mit ihm! Seine Nummern: casa (fijo): 48684554, Handy seiner Frau: 53103683
  • Der Hop on hop off bus (5 CUC) dreht eine große Runde durch die Landschaft und ist damit eine gute Möglichkeit, um in kurzer Zeit viel zu sehen.

Havanna

Bei meiner zweiten Ankunft in La Habana strahlt die Sonne. Wir erkundigen somit sofort das Centro und Habana Viejo (Altstadt). Auf dem Weg in die Altstadt kommst Du nicht drum herum das Capitol, den Parque Central und den Parque Fraternidad zu passieren. Von dort aus strömen dann auch schon die Touristenscharen Richtung Habana Vieja und auch uns zieht es bei unserem Rundgang Richtung Plaza Vieja und dem Hafen.

Bewusst entweichen wir jedoch der Calle O’Reilly, die von Touristengeschäften überladen ist, um das kubanische Leben in der Hauptstadt kennenzulernen. Diese Entscheidung bringt uns an kleinen Geschäften, einfachen Restaurants und Kubanern, die mit Freunden und Familie auf der Straße quatschen, vorbei. Und während Frauen Männern die Bärte rasieren, ziehen Schuldmädchen kichernd an uns vorbei. Jungen spielen Fußball auf der Straße und Babys werden von ihren Geschwisterchen herumgetragen.

La Habana, Kuba

Bald erreichen wir den Plaza Vieja. Er ist von Reisenden, welche sich in Cafés und Restaurants ausruhen, überfüllt. Wir lassen den Platz deshalb schnell hinter uns und folgen den schönen, alten Gebäuden Richtung Gewässer. Hierbei wirst Du neben dem Plaza de Armas und Castillo de la Real Fuerza auch die Fortaleza de la Cabaña entdecken. Auch passieren wir das Museo de la Revolución und den dahinterliegenden Park, in dem Jungen und Männer Fußball spielen. Wir verlieren uns in den schmalen Gassen und finden uns kurze Zeit darauf in den verschiedensten Gallerien, welche von sehr interessanten Kubanern geführt werden, wieder. Es geht an dem Monumento Máximo Gómez vorbei. Wir passieren die 250 cm dicken Wände des Castilla de la Punta, von wo aus wir das Castillo del Moro, das zum Schutze des Hafens konstruiert wurde und auch heute noch, nachts erleuchtet, über La Habana wacht, sichten. Schließlich schlendern wir gemütlich am Malecón entlang, bevor wir zurück zum Paseo De Martí oder auch Prado genannt kehren und uns ausruhen.

Havanna, Kuba

Das sind nur minimale Auszüge von dem, was du in Habana Vieja, dem Centro, aber auch in Vedado bestaunen und erleben kannst. Die beeindruckende Stadt, deren Bauwerke teilweise zerfallen und einige nur noch Ruinen sind, strahlt Lebensfreude, Kraft und Stabilität aus. Was ich jedoch noch viel interessanter finde, sind die Einwohner und die hiesigen Alltäglichkeiten. So sehe ich ältere Menschen, die selbstgebaute Flaschenzüge benutzen. Einheimische feilschen in kleinen Gassen um Schweineköpfe und unterbrechen ihre Diskussion für ein „Hola, princesa!“. An Plätzen relaxend werden wir von Kubanern angesprochen und zum Musizieren animiert. Ältere Herren versammeln sich am Prado und spielen Schach. Zum Essen landen wir in einem paladar und finden uns so zwischen FIFA-zockenden Teenagern und laut quatschenden Arbeitern wieder. In dem kleinen Haus von Ana sind wir alle untergebracht und essen zusammen. Auf dem Tisch landet, wie auch für die anderen 20-25 Kubaner, welche hier täglich Essen, das typische, kreolische Essen. Reis mit Bohnen und Hühnchen. In den Gassen sehe ich Teenager, die mit Stock und Plastikdeckeln Baseballspieler nachahmen. Fluchende, rumtrinkende Herren spielen ein paar Meter entfernt Domino. Mach deshalb die Augen auf und achte auch auf die kleinen Besonderheiten, die diese Stadt ausmachen.

Havanna, Kuba

Neben den Sehenswürdigkeiten gibt es außerdem einige beeindruckende Läden und Gallerien, die von interessanten Menschen geführt werden. Weiterhin gibt es gute Shopping-Möglichkeiten, sehr viele Museen und generell eine Menge zu entdecken. Lass Dich deshalb auch einfach mal von Deinem Gefühl leiten, während Du La Habana entdeckst. Oder lasse Dich von einem Einheimischen zu seinem Lieblingsplätzen führen.

Havanna, Kuba

Meine Tipps für Deine Reise nach Havanna

  • Um andere Backpacker kennen zulernen, bietet sich ein Hostel an: Hostel Paradise: Santa Miguel #561 oder Rolands Backpackers (4 Häuser weiter). Beide Hostels sind zu Fuß ca. 10-15 Min. vom Capitol entfernt, haben einen guten Service und sehr freundlichen Stuff. Es gibt jeweils eine schöne Terrasse, drei Mahlzeiten und ein Bett kostet jeweils 10 CUC. Am Besten reservierst Du vorher.
  • Party: Casa de la música, gato negro
  • Sofern Du einen Strand suchst, kannst Du den Guanabo Playa im gleichnamigen Dorf aufsuchen. Dafür nimmst du ein carro participal (1 CUC) vom Parada del Ciclo, das dich direkt vor dem Strand absetzt
  • Die große Jesus-Statue kannst Du besichtigen, indem Du eine Fähre (Mitfahrt gegen kleine Spende) nimmst. Frag am Besten am Hafen nach, wo die Fähre ablegt.
  • Genieße die Aussicht über La Habana. Das Plaza Hotel bietet zum Beispiel eine 360 Grad Sicht und Musikabende.

Havanna, Kuba

Warst Du bereits in Valle de Viñales oder La Habana? Was sind Deine Lieblingsplätze in diesen Städten? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

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