Soroa und Las Terrazas – Unter dem Regenbogen Kubas

{Werbung} Nach Viñales, das uns mit seiner unglaublichen Natur komplett verzaubert hat, ging es für uns an Weihnachten weiter nach Soroa. Diesmal mit einem privaten Transfer. Doch nicht nur Soroa lockte uns, sondern auch die nur wenige Kilometer entfernte Ökomodellsiedlung Las Terrazas, ebenfalls Teil unseres Reisebausteins Hacienda auf der Kaffeeplantage von Erlebe Fernreisen. Wir waren sehr gespannt und voller Vorfreude, wie wir Weihnachten wohl in unserer Casa Particular feiern würden, beziehungsweise wie Weihnachten überhaupt auf Kuba gefeiert wird. Denn davon hatten wir keine Ahnung. Weihnachtsdekoration war uns bis zu diesem Tag auf Kuba auch noch nicht wirklich begegnet. Das sollte sich jedoch in unserer Casa angekommen schnell ändern.

Von niedlichen Hundewelpen, einem nervigen Gockel und kubanischen Kochkünsten

Denn in unserer Casa erwartete uns bereits ein herrlich kitschig und völlig überladen geschmückter Plastikweihnachtsbaum, der übrigens zu unsrem Unglück auch noch den ganzen Tag lang blinkte und Weihnachtslieder dudelte. Der Empfang in unserer wunderschönen Casa, etwas außerhalb von Soroa war mehr als herzlich und das Zimmer ausgesprochen sauber. Die 3 Wochen alten Hundewelpen ließen uns komplett in Verzückung geraten, aber auch unseren eigenen Hund zu Hause sehnlichst vermissen. Darüber hinaus gab es auf dem Hof unserer Casa übrigens auch noch einen frechen Papagei und einige Hühner, was wir allerdings erst Nachts um 3 Uhr herausfinden sollten, da der Gockel uns von da an stündlich lautstark weckte.

Casa in Soroa | Kuba

Wie sich später herausstellen sollte waren Maite und ihr Sohn, die Besitzer unserer Casa, auch noch exzellente Köche. Bevor wir in den Genuss der Kochkünsten kamen, beschlossen wir jedoch zunächst einmal Soroa zu erkunden und machten uns zu Fuß auf den Weg ins knapp 1 km entfernte Soroa.

Soroa – unter dem Regenbogen Kubas

Soroa selbst ist nicht mehr als eine kleine Ansammlung von Häusern, Casas und einem Hotel zwischen Kiefern und Fichten inmitten der Sierra del Rosario. Die Bewohner der Gegend sind größtenteils Bauern und so begegnet man auf der Strasse auch mal einem guajiro (Cowboy) mit Strohhut und Machete, der gerade sein Schwein oder Lamm zum Schlachter führt.

Soroa ist vor allem für Naturliebhaber und Wanderer eine Reise wert, denn das Biosphärenreservat der UNESCO gilt als eines der ersten Ökoreiseziele des Landes. Mehr als 80 Vogelarten sind rum um Soroa zuhause, darunter 22 der 24 endemischen Vogelarten Kubas. Auch der Tocororo, der Nationalvogel Kubas, ist hier noch recht häufig anzutreffen. Man muss nur die Augen offen halten!

Aktivitäten in Soroa

Neben Wanderungen in die Umgebung, allerdings nur mit Guide, lohnt es sich direkt in Soroa die mehr als 200 Stufen zum Wasserfall El Salto zu nehmen. Ein Bad im „Brunnen der Liebe“ unterhalb des Wasserfalls ist eine angenehme Erfrischung nach dem kleinen Fussmarsch. Häufig bildet sich am frühen Morgen im Sonnenschein ein Regenbogen über dem Pool, der Arco Iris de Kuba, daher hat die Gegend rund um Soroa den Spitznamen Regenbogen Kubas.

Wasserfall El Salto de Soroa, Kuba

Der Weg zum Wasserfall startet am gleichnamigen Ausflugslokal, von wo aus ein weiterer Weg zum Mirador de Venus führt. Hin und zurück solltest Du für den reinen Fussweg etwa 1 Stunde einplanen, etwas mehr Zeit um von oben den wunderschönen Panoramablick über Soroa und die Sierra del Rosario auch zu genießen.

Mirador de Venus in Soroa, Kuba

Wirklich sehenswert ist darüber hinaus der Orchideengarten in Soroa. Im Orquideario blühen mehr als 700 verschiedene Orchideenarten aus aller Welt, aber auch Magnolien, Hibiskus und Flamboyantblüten tauchen den Garten in bunte Farben. Besonders schön ist ein Spaziergang durch den Park im November/Dezember und im März/April wenn alles blüht.

Eintritt: 1 CUC, Fotogebühr 5 CUC. Die Gebühr fürs Fotografieren kannst Du Dir aber sparen. Einmal am Eingang vorbei kontrolliert das keiner. Leider hat es in Kuba an vielen Sehenswürdigkeiten Einzug gehalten, dass irrsinnige Gebühren für Fotos und Videos (bis zu 150 CUC) verlangt werden. Reine Abzocke! In vielen weitläufigen Anlagen kann man sich diese einfach sparen.

Orchideengarten in Soroa, Kuba

Weihnachten in Soroa

Nach dem wir am ersten Tag Soroa auf eigene Faust erkundet hatten, wurden wir am Abend von Maite und ihrem Sohn mit einem köstlichen Weihnachtsessen auf der Terrasse überrascht. Es gab einen sehr leckeren in Mojo marinierten Schweinebraten mit Zwiebeln. Dazu Malanga, frittierte Maniokchips, den auf Kuba obligatorischen Reis mit schwarzen Bohnen, Ananas und Salat. Der Weihnachtsbaum dudelte im Wohnzimmer vor sich hin. Doch sonst hatte der Abend bei angenehmen 25 Grad nur wenig Weihnachtliches. Doch dem alljährlichen Weihnachtswahnsinn in Deutschland wollten wir ja auch entgehen und so ließen wir den Abend beim ein oder anderen kubanischen Cristal Bier gemütlich im Schaukelstuhl auf der Terrasse ausklingen. Für uns der perfekte Heiligabend.

Weihnachtsessen in Soroa, Kuba

Die Ökomodellsiedlung Las Terrazas

Am ersten Feiertag ging es nach einem ausgiebigen Frühstück ins 10 km entfernte Las Terrazas, der ersten Ökomodellsiedlung Kubas. Los ging unsere Tour am Informationszentrum Rancho Curujey am Lago El Palmar mit einer kurzen Erklärung unseres Guides. So erfuhren wir mehr über die Geschichte der Comunidad und ihre Bewohner.

Die landwirtschaftliche Kooperative Las Terrazas wurde bereits 1971 gegründet. Verarmte Bauern wurden damals in diesem Modeldorf in den Bergen der Sierra del Rosario angesiedelt, bekamen Strom und fließendes Wasser, sowie ein Dach über dem Kopf und die nötige Infrastruktur um ihre Waren zu verkaufen.

Noch heute sind die Anwohner sehr stolz auf das was hier geschaffen wurde, was wir an den Erzählungen sehr schnell merkten. Heute lebt hier allerdings niemand mehr ausschließlich von der Landwirtschaft, Las Terrazas lebt heute vor allem vom Tourismus. Die ehemaligen Bauern und ihre Kinder sind heute Angestellte des Hotel La Moka, Guides oder Kunsthandwerker. Denn Las Terrazas ist heutzutage vor allem bekannt für seine unzähligen Werkstätten und Ateliers. Viele der Künstler aus Las Terrazas sind heute auch weit über Kuba hinaus bekannt.

Neben schöner Töpferware kannst Du hier tolle Gemälde und Holzschnitzereien kaufen. Wirklich authentische Arbeiten und das Geld kommt den Menschen im Dorf und dem Erhalt der Comunidad zu Gute.

Ein weiteres kleines Highlight im Dorf ist die Casa de Polo, das Wohnhaus von Polo Montañez, ein bis heute verehrter Bewohner der Comunidad. Das Haus am See bekam der ehemalige Holzfäller einst als Auszeichnung geschenkt, denn Polo war im ganzen Land als traditioneller Musiker bekannt. Nur wenige Kubaner verkörpern wohl so sehr die kubanische Seele. Und so ist der Musiker noch heute eines der großen Idole der Kubaner und sein Wohnhaus ein Pilgerort.

Die Ökomodellsiedlung Las Terrazas, Kuba

Nach einem Spaziergang durch das Dorf ging es weiter zu den Baños de San Juan, wo wir uns erstmal eine kleine Abkühlung gönnten und den einheimischen Kids dabei zusahen wie sie sich wagemutig von den Felsen in den Pool stürzten. Jeder Sprung gekrönt von Applaus oder auch Buhrufen der anderen. Je nach dem ob die Arschbombe besonders gut oder schlecht gelungen war.

Baños de San Juan, Las Terrazas, Kuba

Nach dem Schwimmen machten wir uns hungrig auf den Rückweg, zunächst zu den Ruinen einer alten Kaffeeplantage aus dem 19. Jahrhundert. Wobei uns der Ausblick über die Sierra del Rosario und die Sichtung unseres ersten Tocororo defintiv mehr beeindruckt hat als die Ruinen der Cafetal Buenavista selbst.

Im ehemaligen Herrenhaus der Plantage befindet sich das Ausflugslokal Buenavista. Zuerst dachten wir „Oh weh Touristenfalle“. Doch war das kreolische Mittagessen Teil unserer Tour und so gaben wir dem Restaurant doch eine Chance. Und wir wurden mehr als positiv überrascht! Der Tisch bog sich unter diversen Fleisch- und Fischgerichten, dazu wie immer einer Vielzahl an Beilagen. Das Essen war wirklich köstlich, daher kann ich das Restaurant von Herzen empfehlen! Es zählt eben doch nicht immer der erste Eindruck.

Cafetal Buenavista, Las Terrazas, Kuba

Cafetal Buenavista

In Las Terrazas gibt es übrigens auch die erste Canopy Tour Kubas. Schwindelfreie können auf 1600 m Länge über Tal, See und das Dorf schweben und Tarzan spielen. Für 25 CUC inkl. Lunch steht dem Vergnügen nichts im Wege.

Essen in Soroa und Las Terrazas

In Soroa selbst gibt es nur ein einziges Lokal, Salto de Soroa, das Ausflugslokal am Beginn des Weges zum Wasserfall. Über das Essen selbst kann ich nichts sagen, das Lokal erschien uns recht touristisch, so entschieden wir uns nur etwas zu trinken.

Die Casas in Soroa bieten jedoch Abendessen für 5 bis 8 CUC an. Wie oben bereits beschrieben wurden wir hier absolut nicht enttäuscht, unsere Gastgeber haben jeden Abend köstlich für uns gekocht. Neben dem Schweinebraten zu Weihnachten, gab es unter anderem ein leckeres Lobster Stew und immer eine große Auswahl an Beilagen dazu.

Essen auf Kuba: Lobster

Essen auf Kuba: Malanga

Alternativ kannst Du nach Las Terrazas fahren und dort im Romero essen. Hier gibt es vegetarische Ökoküche mit Produkten aus dem eigenen Anbau. Defintiv lecker und eine Rarität auf Kuba, denn als Vegetarier hat man es auf der Insel wirklich schwer.

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Warst Du schon mal auf Kuba und speziell in Las Terrazas, oder könntest Du Dir vorstellen die Gegend bei einer Kubareise zu erkunden? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!


Meine Reise nach Soroa fand in Kooperation mit Erlebe Fernreisen statt. Herzlichen Dank an das ganze Team für die tolle Organisation.

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