Sehenswertes und Aktivitäten an der Bay of Fundy - von Saint John nach Alma

Bereits in Nova Scotia haben wir die Küste entlang der Bay of Fundy erkundet, bevor wir mit der Fähre von Digby in Richtung Saint John aufgebrochen sind. Der extreme Tidenhub, der höchste der Welt, ist für die beeindruckende Landschaft an der Bay verantwortlich. Noch besser sichtbar als in Nova Scotia ist dieser allerdings, wie wir finden, auf der anderen Seite der Bay of Fundy in New Brunswick. Hier zeigt sich die Natur noch ein wenig spektakulärer und vielfältiger.

Saint John – die einzige Stadt an der Bay of Fundy

Saint John ist die einzige wirkliche Stadt an der Bay of Fundy in New Brunswick. Das Saint im Namen der Stadt wird übrigens niemals abgekürzt, um Verwechslungen mit St. John’s auf Neufundland zu vermeiden.

Gleich vorweg nehmen kann ich, die Stadt selbst ist jetzt nicht unbedingt eine Reise wert, wobei sie kulinarisch doch einiges zu bieten hat. Jedoch eignet sich die Stadt am Saint John River als Ausgangspunkt für einen kleinen Roadtrip entlang der Bay ganz wunderbar.

Wenn man eh schon mal in Saint John ist, lohnt jedoch der Besuch der Reversing Rapids. Der Saint John River fließt mitten in der Stadt durch eine schmale Schlucht, bevor er dann die Hafenbucht erreicht. Bei Flut kehrt sich hier an den Stromschnellen die Fließrichtung des Flusses auf einigen Kilometern um. Bei Ebbe fällt der Wasserstand und man kann dies an den Stromschnellen und Strudeln beobachten.

Reversing Rapids – Saint John

Reversing Rapids – Saint John

Saint John, New Brunswick

Saint John, New Brunswick

Ebenfalls lohnt ein Besuch des Saint John City Market, der als ältester Farmers’ Market in Nordamerika gilt. Hier findest Du allerlei regionale Leckereien wie zum Beispiel Dulse, Honig und Ahornsirup aus New Brunswick, aber auch Obst, Gemüse, Fisch, sowie hübsche Souvenirs. In den kleinen Cafés am Markt bekommst Du außerdem leckere Lobster Sandwiches und andere lokale Spezialitäten.

Saint John City Market

Highlight unserer Zeit in Saint John war aber sicher die 9 km lange Wanderung durch den Irving Nature Park. Die grüne Oase aus Wald, Marshland und Stränden liegt direkt am Stadtrand und bietet 8 unterschiedlich lange Wanderwege, die sich miteinander kombinieren lassen. Vom Parkplatz ging es für uns zunächst auf den Squirrel Trail. Der Name ist hier Programm! Unzählige Eichhörnchen, mal etwas schüchtern mal sehr zutraulich, tummeln sich entlang des Weges.

Weiter ging es an der Küste der Bay of Fundy entlang, dann auf dem Seal Trail, der später in den Heron Trail übergeht. Seelöwen konnten wir von der Aussichtsplattform leider keine entdecken. Aber dennoch boten sich uns fantastische Ausblicke, vor allem vom Lookout Tower, der einen fantastischen 360°-Blick auf Saint John und Umgebung bietet.

Irving Nature Park – Saint John

Irving Nature Park – Saint John

Irving Nature Park – Saint John

Irving Nature Park – Saint John

Irving Nature Park – Saint John

Irving Nature Park – Saint John

Restaurants in Saint John

Nach so einem Tag an der frischen Luft hat man natürlich Hunger. Kulinarisch gesehen hat Saint John da wirklich einiges zu bieten. So haben wir einen fantastischen Abend im Italian By Night Restaurant verbracht. Nach Lobster, Burger und Co. eine nette Abwechslung. Denn hier kommen leckere italienische Spezialitäten auf den Tisch. Besonders zum empfehlen ist die Antipastiplatte für zwei als Vorspeise. Doch auch die Nudelgerichte haben uns wirklich überzeugt. Außerdem gibt es eine fantastische Auswahl italienischer Weine und das Restaurant wurde mit ganz viel Liebe und Flair eingerichtet.

Adresse: 97 Germain St, Saint John | Öffnungszeiten: Montag und Dienstag von 17.00 – 21.00 Uhr, Mittwoch bis Samstag von 17.00 – 22.00 Uhr

Ebenfalls sehr empfehlenswert ist das Urban Deli. Laut den Locals gibt es hier die besten Sandwiches und Burger der Stadt. Das können wir nicht wirklich beurteilen, aber fantastisch war das Club Sandwich auf jeden Fall.

Adresse: 68 King St, Saint John | Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 11.45 – 15.00 Uhr

Übernachten in Saint John

Wir haben im Fundy Heights B&B nur unweit des Irving Nature Parks und den Reversing Rapids am Stadtrand übernachtet und können dieses wirklich von ganzem Herzen empfehlen. Von Kathleen haben wir nicht nur tolle Tipps für die Stadt erhalten, das Haus ist vor allem picobello sauber. Zwar ist es etwas Oldschool und plüschig eingerichtet, aber gemütlich und warm. Und das Frühstück war ein Gedicht.

Alternativ kann ich Dir folgende Unterkünfte empfehlen:

Luxus: Chateau Saint John
Mittelklasse: Homeport Historic B&B
Günstig: Chipman Hill Suites – Sydney Street

Der Fundy Trail Parkway

Noch ist der Fundy Trail Parkway nur 19 km lang und man erreicht diesen von Saint John kommend nach etwa einer Stunde. Der Parkway beginnt kurz hinter St. Martins, man kann allerdings noch nicht bis Alma oder zum Fundy National Park durchfahren, sondern muss derzeit noch einen größeren Umweg durchs Innland in Kauf nehmen. Und dennoch lohnt der Weg, denn durch den Parkway wurden wilde raue Gegenden an der Bay of Fundy erschlossen, die noch bis vor kurzem nicht erreichbar waren. Mit dem Auto geht es auf dem Parkway entlang, der neben 20 verschiedenen Aussichtspunkten und einem Interpretive Center auch etwa 10 km Wander- und Mountainbikeweg bietet. So kann man die Gegend entlang des Parkway erkunden und die Ausblicke auf die Bay of Fundy genießen.

Der Fundy Trail Parkway

Der Fundy Trail Parkway

Der Fundy Trail Parkway

Der Fundy Trail Parkway

Der Fundy Trail Parkway

Bei schönem Wetter kannst Du von hier bis an die Küste von Nova Scotia blicken. Einer der schönsten Aussichtspunkte ist sicherlich der Fownes Lookout, den Du über einen kurzen Fußweg erreichst. Von hier aus genießt Du den Blick auf die Flower Pot Rocks. Ebenfalls lohnt der kurze Weg zu den Fuller Falls und die Ausblicke auf den Pangburn sowie den Melvin Beach. Am Big Salmon River lohnt ein Spaziergang über die Suspension Bridge und ein Blick in das Interpretive Center. Vom Observation Deck am Fluss kannst Du außerdem unzählige Wasservögel beobachten.

Von St. Martins werden darüber hinaus Kajaktouren angeboten, auf welchen Du die Höhlen von St. Martins, einsame Strände und den Big Salmon River erkunden kannst.

Der Fundy Trail Parkway

Der Fundy Trail Parkway

Der Fundy Trail Parkway

Der Fundy National Park

Ein weiteres Highlight an der kanadischen Bay of Fundy ist der Fundy National Park in der Nähe von Alma. Der Park zieht sich über 20 Kilometer an der dramatischen Küste der Bay entlang, als auch durch die Wälder im Hinterland. An vielen Stellen kannst Du hier ebenfalls den höchsten Tidenhub der Welt beobachten, der bis zu 12 Meter (etwas so hoch wie ein 4-stöckiges Gebäude) beträgt.

Am besten lässt sich der Park wie wir finden zu Fuss erkunden, aber auch Mountainbiken wird hier groß geschrieben. Bei Ebbe kann außerdem viele Kilometer weit auf dem Meeresboden in die Bay hinaus laufen. In den Sommermonaten lässt sich hier die Bay of Fundy bei Flut aber auch mit dem Kajak erkunden.

Der Fundy National Park

Die schönsten Trails im Fundy National Park

Über 100 km Wanderwege unterschiedlichster Länge und Schwierigkeit ziehen sich durch den Fundy National Park. Es geht vorbei an traumhaft schönen Stränden, durch Flusstäler, vorbei an Wasserfällen.

Kurz hinter der überdachten Point Wolfe Brücke, die so typisch ist für Neubraunschweig, beginnt am Parkplatz der Wanderweg zum Point Wolfe. Moderat ist der Rundwanderweg und gerade mal 1,2 Kilometer lang. Dennoch lohnt die schöne Wanderung durch den Wald zum Point Wolfe Beach. Vom Aussichtspunkt aus geht es über eine Steile Treppe runter zum breiten Kiesstrand, der bei Ebbe zum Picknicken einlädt. Doch auch bei Flut ist noch ein Stück Strand vorhanden.

Wanderweg zum Point Wolfe

Wanderweg zum Point Wolfe

Wanderweg zum Point WolfeWanderweg zum Point Wolfe

Wanderweg zum Point Wolfe

Ebenfalls ganz nett ist der gerade mal 1,5 km lange Rundwanderweg vom Parkplatz an der Point Wolfe Road zu den Dickson Falls, einem der schönsten Wasserfälle im Park. Der Weg führt durch schattige Wälder mit vielen verschiedenen Farnarten entlang des Dickson Brook, der in die Bay of Fundy fließt.

Für uns der schönste Trail war der zu den Laverty Falls. Dieser beginnt an einem kleinen Parkplatz, den Du von Alma kommend über den Laverty Auto Trail erreichst. Der Trail ist eine rumpelige Schotterpiste die bei Kilometer 7,9 von der Rote 114 abgeht. Die Schotterpiste ist jedoch, wenn es nicht geregnet hat, auch mit dem normalen Mietwagen erreichbar. Mit einem Jeep ist die Fahrt aber sicherlich angenehmer.

Laverty Lake – New Brunswick

Laverty Lake – New Brunswick

Der leicht ansteigende Wanderweg zu den Laverty Falls beginnt links am Ende des Parkplatzes. Größtenteils führt der Weg durch Hartholzwälder. Vor allem einige gigantische Ahornbäume finden sich hier. Der Weg ist voller Wurzeln und Steine, sowie einiger sehr matschiger Stellen, die Du meistens über die Wurzeln umgehen kannst. Einigermassen trittsicher solltest Du aber sein. Das letzte Stück des Weges, wenn du Denn Wasserfall schon hörst, aber nicht siehst, führt über die Felsen bis zum höchsten Punkt über den Wasserfällen. Dann windet der Pfad sich nach unten und entlang des kleinen Flusses. Nach etwa 200 m beginnt der Mossehorn Trail, über den Du ebenfalls wieder zum Parkplatz zurück kommst, oder Du nimmst den gleichen Weg zurück.

Am Rückweg lohnt ein kurzer Stop am glasklaren und fischreichen Bennett Lake.

Bennett Lake New Brunswick

Bennett Lake New Brunswick

Cape Enrage

Neben dem Fundy National Park solltest Du unbedingt auch das Cape Enrage 12 km entfernt von Alma besuchen. Warm einpacken, den rau geht es hier zu. Windig ist es. Den Namen trägt das Cape Enrage nicht grundlos, das Kap wird umspült von tobendem Meer. Sehenswert ist der hölzerne weiße Leuchtturm am Cape Enrage. Mit über 140 Jahren ist er einer der ältesten in Nova Scotia. Früher diente er den Seefahrern als Orientierungshilfe in der Bay of Fundy, heute gilt dieser aber vor allem als Touristenattraktion. Von Oben genießt man einen fantastischen Ausblick auf die Steilküste der Bay of Fundy und die Barn Marsh Island.

Cape Enrage – New Brunswick

Cape Enrage – New Brunswick

Außerdem lohnt ein Spaziergang am wunderschönen Barn Marsh Island Beach, der sich unterhalb des Leuchtturms auf etwa 6 Kilometern erstreckt. Zwar fiel es uns teilweise schwer uns auf den Beinen zu halten. So windig war es und kalt so kalt, da waren wir wieder einmal froh über unsere Windjacken von Craghoppers. Doch ist der Strand einfach schön und sicherlich einer der ursprünglichsten Strände in New Brunswick. Bei Ebbe kann man fast 200 Meter auf dem Meeresboden hinauslaufen und sich auf die Suche nach Fossilien machen. Bei Flut verschwindet der Strand aber fast gänzlich.

Barn Marsh Island Beach – Cape Enrage

Barn Marsh Island Beach – Cape Enrage

Barn Marsh Island Beach – Cape Enrage

Zur Stärkung nach dem Strandspaziergang kann ich Dir das Cape House Restaurant empfehlen. Wiedererwarten ist das wirklich kein Tourischuppen, wie man wohl an dieser Stelle vermutet hätte, sondern ein schickes Restaurant in historischem Ambiente.

Hopewell Rocks

Die Hopewell Rocks am Hopewell Cape ist eine Gesteinsformation, die durch die gezeitenbedingte Erosion entstanden ist. Die Felsen erinnern in ihrem Aussehen an Blumentöpfe und werden daher auch Flowerpot Rocks genannt. Zweimal täglich beträgt der Tidenhub hier bis zu 16 Meter und die Felsen stehen unter Wasser, dann kannst Du diesen Teil der Bay of Fundy mit dem Kayak entdecken. Baymount Outdoor Adventures bietet ausgezeichnete Touren an.

Alternativ kannst du die einzelnen Aussichtspunkte mit dem Auto und zu Fuss entdecken. Wobei es ratsam ist die Hopewell Rocks je zu Ebbe und Flut zu besuchen, um Dir einen Eindruck zu verschaffen, wie der Park zu den verschiedenen Gezeiten aussieht.

Hopewell Rocks

Hopewell Rocks

Essen in Alma

Alma ist bekannt für eine große Anzahl an Seafood Chowder Restaurants. Jedes Restaurant wirbt mit „the best“, „famous“, „world-famous“, oder „Award-Winning“ Seafood Chowder. Wo es wirklich die beste gibt kann ich Dir so nicht sagen, verdammt gut war aber die im Alma Lobster Shop und hier kannst Du für ein BBQ dann auch gleich noch frischen Lobster kaufen. Und das zu sagenhaft günstigen Preisen.

Einmal jährlich findet in Alma übrigens auch das Chowder Festival statt, bei welchem die Restaurants der Gegend sich einen Seafood Chowder Contest liefern.

Übernachten an der Bay of Fundy

Du kannst natürlich direkt im Fundy National Park campen, oder in einer der luxuriöseren Jurten oder oTENTiks übernachten. Ansonsten empfehlen ich Dir in der Gegend rund um Alma zu übernachten. So bist Du genau inmitten all der Sehenswürdigkeiten der Bay of Fundy.

Wir haben einige Nächte bei Domenik auf einer kleinen Farm in Riverside-Albert (Wenn du dich über diesen Link anmeldest, erhältst Du 30 Euro Rabatt auf deine erste Airbnb Buchung) rund 8 Kilometer von Alma verbracht. Die einfache kleine Farm haben wir bei Airbnb gefunden und können diese wirklich von ganzem Herzen weiterempfehlen. Allerdings ist die Farm nur für diejenigen geeignet, die das authentische Leben in der Bay of Fundy kennenlernen möchten, interessiert an der Bienenzucht und dem Farmleben sind und keine Angst vor Hunden haben. Domenik besitzt 4 große, aber gut erzogene Fellnasen, die uns wirklich vom ersten Moment an um den Finger gewickelt haben.

Wer normalerweise in Luxushotels nächtigt ist bei Domenik auf der Farm defintiv falsch. Alternativ kann ich dir aber folgende Unterkünfte rund um Alma empfehlen:

Luxus: 1854, The Maplegrove Inn
Mittelklasse: Parkland Village Inn

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Na hast Du nun auch Lust bekommen auf einen Mini-Roadtrip entlang der Bay of Fundy? Oder warst Du vielleicht schon mal dort und hast noch weitere tolle Tipps? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!


Craghoppers hat uns freundlicherweise tolle Outdoorbekleidung für unsere Reise nach Kanada zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!