Auf dem Traumschiff ins Paradies

Einst meuterte die Besatzung der Bounty um in Polynesien zu bleiben – ich kann es verstehen… Haere mai! Willkommen im Paradies! Inselhopping Südsee? An sich ja schon ein Traum, oder? Eine Kreuzfahrt auf einer Luxusyacht durch die Südsee ist aber der ultimative Knaller.

Angekommen auf Bora Bora, nach einem langen Flug von LA, über Tahiti, waren erst mal einige Tage relaxen angesagt. Was bei einem traumhaften Wasserbungalow mit jedem erdenklichen Luxus gar kein Problem war.

Wasserbungalows auf Bora Bora

Wasserbungalow auf Bora Bora

Nach einigen Tagen Nichtstun, außer schnorcheln und den Weg vom Bungalow zum Restaurant laufen, war es mir allerdings gar nicht Unrecht, dass unsere kleine Kreuzfahrt endlich begann. Auf Dauer nichts zu tun, fällt mir nämlich nicht besonders leicht.

Als ich den kleinen Hafen von Bora Bora erreichte, um endlich an Board des Schiffes zu gehen, war ich allerdings zuerst mal mehr als sprachlos. Dass mich eine Luxuskreuzfahrt erwartete war mir schon klar. Aber das was ich zunächst sah, übertraf alles, was ich je erwartet hatte.

Die Ti’a Moana

Mit einem Glas Champagner wurde ich an Board der Ti’a Moana, einer 69m langen Luxusyacht, mit 30 Kabinen, einer Lounge, 2 Jacuzzis, einer Bibliothek, einer Bar und einem wundervollen Restaurant empfangen.

Die Ti'a Moana

Die Ti’a Moana

Eingerichtet und gestaltetet wurde das Schiff von Kenzo und Philippe Starck. So treffen moderne Einflüsse auf die dunklen Tropenhölzer Polynesiens und machen das Schiff zu einem Kunstwerk an sich.

Die Crew, teils Europäer, teils Polynesier, ist nicht nur unglaublich freundlich, sondern auch sehr diskret. Einem wird jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Da gerade mal 30 Gäste an Board waren, gab es ungefähr genauso viel Personal. Man gab jedem Gast an Board das Gefühl Teil einer Familie zu sein und nicht zahlender Gast, auch wenn dies natürlich nicht der Tatsache entsprach.

Inselhopping Südsee – Die Route

Die nächsten 7 Tage sollte mich die Ti’a Moana zu den kleineren und größeren Inseln, der Gesellschaftsinseln bringen. Da wären „die Erstgeborene“ Bora Bora, Huahine, Raiatea und Taha’a zu nennen, aber auch viele der kleinen Motus… umgeben von türkisblauem Meer in allen nur erdenklichen Farbnuancen. Zu schön um wahr zu sein…

Tag 1 Inselhopping Südsee

Aber von vorne: nach einem ersten Glas Champagner wurden wir auf das Schiff gebracht und hatten dort einen sehr leckeren Lunch, bevor es zum Motu Iva Iva ging.

Motu bedeutet übrigens kleines Inselchen. So nennt man die kleinen Riffinseln der polynesischen Atolle.

Die Crew hatte über all am Strand große bunte Tücher ausgelegt, so konnten wir einen wundervollen relaxten Tag am Strand verbringen und schnorcheln.

Tag 2 Inselhopping Südsee

Nach dem wir die Nacht auf dem Schiff vor der Insel Bora Bora verbracht haben, ging es am Morgen weiter nach Taha’a, die so genannte Vanilleinsel. Bora Bora ist bekannt als Paradies für die Flitterwochen, auf Taha’a geht es wesentlich ruhiger und ursprünglicher zu.

Taha’a: Das Paradies schmeckt nach Vanille

Taha’a: Das Paradies schmeckt nach Vanille

Hier leben etwa 5000 Menschen, die zum Großteil vom Anbau und Export der Vanille leben. 80 % der berühmten Tahiti Vanille, der teuersten Vanille der Welt, werden auf Taha’a produziert. Den Duft der Orchideen riecht man tatsächlich auf der ganzen Insel, Taha’a ist ein einziger duftender Garten – das Paradies riecht nach Vanille.

Nach einem ausgiebigen Frühstück durften wir mit Stephane, unserem Guide, Zitronenhaie und Rochen füttern und mit Ihnen schwimmen. Unheimlich, aufregend und gleichzeitig ein so unglaublich schönes Erlebnis. Ich hatte wirklich große Angst davor, da Wasser einfach nicht mein Element ist, aber ich bin so froh, dass ich es gemacht habe. Ein Erlebnis, dass ich niemals vergessen werde!

Stephane unser Guide beim Füttern der Zitronenhaie

Stephane unser Guide beim Füttern der Zitronenhaie

Nach diesem aufregenden Beginn des Tages, fuhren wir mit Beibooten zum Motu Ea, wo es ein ganz typisch polynesisches Essen aus dem traditionellen Erdofen Ahima’a gab. Hier habe ich mir von den Einheimischen zeigen lassen wie man Poisson Cru, roh marinierten Fisch mit Kokosmilch, das Nationalgericht Polynesiens, zubereitet.

Bei einem Tabu Bier ging es mit der Ti’a Moana in den Sonnenuntergang und Davida, einer der bekanntesten Tätowierer Polynesiens, zeigte uns die traditionelle Art zu tätowieren.

Nach dem Abendessen war Angeln angesagt. Gefangen hab ich nix! Während der Koch übrigens einmal eine Schnur ins Wasser geschmissen hat und sofort hat ein Fisch angebissen. Den Fang gabs übrigens am nächsten Tag zum Mittagessen. Das war der beste Fisch, den ich je gegessen habe, obwohl mich das Probieren zunächst große Überwindung gekostet hat, da ich 2 Wochen zuvor auf Hawaii eine Fischvergiftung hatte.

Das Leben auf Taha'a

Das Leben auf Taha’a

Tag 3 Inselhopping Südsee

Nach einer Nacht unter den Sternen Französisch Polynesiens kamen wir am Morgen auf Raiatea an und gingen in der Faaroa Bay vor Anker. Von hier ging’s mit dem Kajak weiter zum Faaroa River und über diesen zu einem privaten botanischen Garten.

Zurück auf dem Boot hatte ich beim Mittagessen übrigens Probleme meine Gabel zum Mund zu bekommen, da ich den schlimmsten Muskelkater meines Lebens hatte.

Am Abend spürte ich dann nicht nur meine Arme, sondern auch meine Beine. Da wir zum Sonnenuntergang auf den Mount Tapioi im Hauptort Utoroa geklettert sind. Am Gipfel angekommen, hat der Ausblick und das Glas Champagner dann aber für alle Strapazen entschädigt. Von hier oben hast Du einen wundervollen Ausblick auf die Südsee, Raiatea und seine Motus, sowie alle anderen Inseln der Leeward Islands: Taha’a, Bora Bora und Huahine.

Der Ausblick vom Mount Tapioi

Der Ausblick vom Mount Tapioi

In dieser Nacht schlief ich wie ein Stein.

Tag 4 Inselhopping Südsee

Am nächsten Tag war früh aufstehen angesagt, dafür bekamen wir aber auch ein Frühstück am Strand von Huahine. Und ich kann Dir sagen, mit den Füssen im Wasser und einem Regenbogen im Hintergrund, hat es wirklich fantastisch geschmeckt. Nach einem faulen Vormittag am Strand ging es Mittags weiter nach Fare, die Hauptstadt Huahines. Stadt ist wohl etwas zu viel gesagt, zumindest nach unseren Maßstäben. Die ganze Insel hat gerade mal 6.000 Einwohner.

Motu Ea - Tahaa Atoll

Frühstück auf Huahine

In Fare erwartete uns bereits Joelle, ein ziemlicher Freak, aber sehr nett. Mit seinem Pick-up raste er mit uns über die Insel, vorbei an riesigen Feldern mit Cantaloupe- und Wassermelonen. Er erzählte uns über Huahines Geschichte, die Kultur der Polynesier und die Natur.

Wir besuchten den Marae Taputapuatea, die wichtigste religiöse Stätte der Gesellschaftsinseln, und Joelle zeigte uns wie noch heute der Fische in den 400 Jahre alten Fischfangbecken gefangen wird. Danach ging es weiter zu den „sacred eels“, Aalen die hier auf der Inseln verehrt werden, aus welchem Grund auch immer… ich habe es nicht herausgefunden. Und so heilig die Dinger auch sein mögen, ich fand Sie trotzdem eklig!

Die Fischfangbecken im Marae Taputapuatea

Die Fischfangbecken im Marae Taputapuatea

Auf Huahine steht übrigens vor jedem Haus ein überdimensional großer Briefkasten, der ist nicht etwa für die viele Post. Der einzige Bäcker der Insel macht 3 Mal am Tag seine Runde und liefert jeder Familie frische Baguettes, die werden einfach in die Briefkästen gesteckt.

Die Brücke, die die Südinsel mit der Nordinsel Huahines

Die Brücke, die die Südinsel mit der Nordinsel Huahines

Nach einem Sonnenuntergang auf der Brücke, die die Südinsel mit der Nordinsel Huahines verbindet, gab es am Abend noch eine Aufführung eines typisch polynesischen polyphonen Chores. Ein wenig touristisch ja, wo bei mich der wunderschöne Gesang und die unglaublichen Stimmen der Frauen wirklich tief berührt haben. So was hatte ich noch nie zuvor gehört!

Der Chor

Der Chor

Tag 5 Inselhopping Südsee

Nach einer etwas unruhigen Nacht machten wir am 5. Tag morgens wieder Halt in Uturoa auf Raiatea. Uturoa ist mit 6000 Einwohner übrigens die größte Stadt in Französisch Polynesien.

Beim Besuch einer Perlenfarmen, die mit ihren windschiefen Hüttchen zunächst nur wenig beeindruckte, erfuhren wir mehr über die Züchtung der schwarzen Perlen. Eine sehr spannende Geschichte wie ich fand, und es hat mich sehr beeindruckt wie die Perlen entstehen und wie lange es dauert, bis eine hochwertige Perle entstanden ist.

Die Perlenfarm auf Raiatea

Die Perlenfarm auf Raiatea

Ich trage übrigens seit dem eine schwarze Perle, als Glücksbringer, immer bei mir.

Den Nachmittag haben wir auf dem Motu Iriru verbracht.

Nach einer Partie Schach, an Board der Ti’a Moana, Rotwein gegen Weißwein ging es zurück auf das Motu, wo es ein leckeres BBQ gab. Danach sollte es auf deer Insel, unter freiem Himmel, noch ein Open Air Kino geben. Gezeigt werden sollte der Stummfilm Tabu – A Story of the South Seas. Die Geschichte eines Perlentauchers auf Bora Bora.

Schon beim Essen machte uns jedoch ein heranziehendes Unwetter einen Strich durch die Rechnung. Was ich gegessen hab keiner Ahnung, da der Wind sämtliche Windlichter und Kerzen auspustete und wir im Dunkeln aßen, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat. Nach dem Abendessen zeigten uns die Einheimischen ihre traditionellen Tänze, doch dann fing es an aus Kübeln zu schütten. Das was dann mit Kino unterm Sternenhimmel!

Traditionelle polynesische Tänzer

Traditionelle polynesische Tänzer

Ich fand’s nicht schlimm, eigentlich fand ich den ganzen Abend sowieso nur noch lustig! Warum? Spiel niemals 3 Runden Schach Rotwein gegen Weißwein! Blöde Idee!

Schach: Rotwein gegen Weißwein!

Schach: Rotwein gegen Weißwein!

Den Stummfilm Tabu haben wir dann übrigens noch in der Bar an Bord angeschaut.

Tag 6 Inselhopping Südsee

In der Nacht ging es zurück nach Bora Bora und am Morgen erwachten wir vor dem Motu Tevairo. Nach einem letzten Vormittag am Strand, ging es am Nachmittag in die Hauptstadt Vaitape mit seinen kleinen Läden und Kunstgalerien.

Die Kunstgalerien in Vaitape

Die Kunstgalerien in Vaitape

Ein letzter Sonnenuntergang an Board, ein letztes fantastisches Abendessen und dann hieß es Abschied nehmen von allen anderen Gästen und der Crew, welche in der Woche irgendwie zu einer großen Familie zusammengewachsen sind. Ein Abschied für immer und er fiel verdammt schwer.

Mitgenommen habe ich meine schwarze Perle, das Rezept für Poisson Cru und einen „smokey“ Quarzstein vom Neuseeländer David, der diesen selbst im Crystal Creek in Colorado ausgegraben hat. Berührt haben diesen Stein bis heute nur er und ich, aber eine Reise rund um Die Welt hat er bereits gemacht. Vor allem aber, habe ich die Erinnerung an das Land und deren Menschen mitgenommen, Erinnerungen an die Menschen, wie David, die ich an Board kennenlernen durfte und das Wissen, dass es tatsächlich ein Paradies gibt.

Relaxen an Deck

Relaxen an Deck

Am nächsten Morgen, auf dem Weg zum Flughafen von Bora Bora, warfen wir unsere Blumenkränze ins Wasser. Wird Dein Blumenkranz am Strand wieder angespült, wirst Du nach Französisch Polynesien zurückkehren… Mit einem lachenden und einem weinenden Auge stieg ich in den Flieger nach Tahiti. Aber Ich werden zurückkehren. IRGENDWANN!

Mit welcher Reise ist für Dich ein Traum wahr geworden? Schreib mir Deine Antwort in die Kommentare!

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