11 traditionelle Ostergerichte aus aller Welt

Ostern ist ein Fest voller Traditionen und Rituale. Hierzulande sucht man Eier und im Osternest finden sich Schoko-Osterhasen. Rund um den Globus gibt es jedoch viele unterschiedliche Osterbräuche. In einigen Städten Irlands werden symbolisch für das Ende der Fastenzeit Heringe zu Grabe getragen. In Spanien feiert man die Semana Santa mit mystischen Prozessionen, bei denen mit Kapuzen vermummte Büßer durch die Straßen ziehen. In Schweden werden die Ostereier nicht vom Hasen, sondern vom Osterküken gebracht. In Polen schnitzt man Lämmer aus Butter und überschüttet sich am Ostermontag (in Polen: nasser Montag) gegenseitig mit Wasser. In meiner fränkischen Heimat werden an Ostern die Brunnen und Quellen mit Eiern , Blumen, Fichtenzweigen und bunten Papierbändern geschmückt.

Doch Ostern ist auch ein Fest für Genießer. Mit dem Karsamstag endet offiziell die Fastenzeit und überall auf der Welt kommen dann ganz besondere süße und herzhafte Gerichte auf den Tisch, die alle eine eigene Geschichte erzählen. Weltweit beliebt sind Osterlämmer, die die Erneuerung und das Leben symbolisieren. Eier stehen als Symbol für die Fruchtbarkeit und den Neubeginn und dürfen in vielen Ländern beim Osterbrunch ebenfalls nicht fehlen. Die süßen, geflochtenen Osterbrote, die in Osteuropa gebacken werden, stehen für die Verflechtungen des Lebens. Bräuche und Speisen variieren weltweit, doch das gemeinsame Element an Ostern ist immer das Zusammensein mit der Familie und den Liebsten. 

Weißt Du eigentlich, was der Rest der Welt an Ostern isst? In diesem Artikel stelle ich Dir 11 internationale Osterspezialitäten aus Brasilien, England, Polen und vielen anderen Ländern vor und verrate Dir die besten Osterrezepte aus aller Welt.

11 typische Ostergerichte aus aller Welt

Jedes Land und jede Kultur bringt ganz eigene, einzigartige Ostergerichte auf den Tisch, die die Vielfalt des Osterfestes unterstreichen und meist eine tiefe symbolische Bedeutung haben. Im Folgenden stelle ich Dir eine Auswahl internationaler Osterspezialitäten vor und verrate Dir, wie Du diese zubereitest.

1. Babka

In Polen wird am Ostersonntag zum Frühstück traditionell Babka gegessen. Der Babka ist irgendwas zwischen Osterbrot und Osterkuchen – nicht Brot, aber eben auch nicht Kuchen. Babka hat etwas von einem Brioche und einem Hefekuchen mit Rosinen. In der Form ist Babka kein klassisches Osterbrot, dieses ist normalerweise ein kompletter Brotlaib ohne Loch in der Mitte und symbolisiert den Körper von Jesus Christus. 

Das Osterbrot Babka wird hingegen in einer Napfkuchen- oder Gugelhupfform gebacken und hat somit ein Loch in der Mitte. Dieses symbolisiert die Öffnung des Grabs von Jesus Christus und seine Auferstehung.

Das Wort Babka stammt übrigens aus dem Slawischen und bedeutet nichts anderes als Großmutter. Man sagt, der Babka wurde nach den Großmüttern benannt, die nun einmal bekannt dafür sind, dass sie die besten Kuchen und Brote backen. Doch man sagt auch, dass die Form des Babka dem Faltenrock ähnelt, den Großmütter früher getragen haben und dass der hohe zylinderförmige Kuchen aus diesem Grund den Namen Babka trägt.

Hier geht’s zum Babka Rezept

2. Mona de Páscua

In Spanien, ganz besonders in der Region Katalonien isst man an Ostern traditionell Mona de Páscua. Der süße Osterkuchen wird kunstvoll mit Schokolade, Federn und bunten Figuren dekoriert und am Ostersonntag traditionell von Paten an ihre Patenkinder verschenkt. Der Kuchen symbolisiert die Fastenzeit und steht für den Neubeginn.

3. Torta Pasqualina

Die Torta Pasqualina oder Torta di Pasquetta ist eine herzhafte Gemüsetorte, die ursprünglich aus der Region Genua in Liturgien stammt. Heute darf die Pastete mit Mangold und Eiern in ganz Italien beim traditionellen Picknick mit Familie und Freunden am Ostermontag nicht fehlen.

Traditionell wird die Torta Pasqualina aus Blätterteig gebacken. Aus ganzen 33 Teigschichten wird sie zubereitet, die symbolisch für die Lebensjahre von Jesus Christus stehen. Die Füllung besteht klassisch aus Mangold, Ricotta, Parmesan, Salz, Pfeffer und frischem Majoran. 

Nicht fehlen dürfen die ganzen Eier, die beim Backen fest werden. Sie symbolisieren Fruchtbarkeit und das neue Leben, das mit dem Frühling und der Osterzeit einhergeht. In manchen Regionen werden zudem Artischocken und Erbsen in die Füllung eingearbeitet.

Hier geht’s zum Rezept für die herzhafte ligurische Gemüsetorte aus der Region Genua

4. Paska

In der Ukraine wird zu Ostern traditionell Paska zubereitet. Das cremige Dessert aus Quark, Butter, Sahne und Zucker, Trockenfrüchten und Nüssen wird in Form einer Pyramide serviert. Die Oberfläche der Paska wird oft mit den Buchstaben XB verziert, die für « Christus ist auferstanden » stehen und die religiöse Bedeutung des Gerichts unterstreichen. Das Dessert ist ein Symbol der Erneuerung und Hoffnung und spiegelt die zentrale Botschaft von Ostern wider.

5. Graved Lachs

Beim Påskbord, dem klassischen schwedischen Osterbuffet, darf eines nicht fehlen: der Graved Lachs.

An Ostern gibt es in Schweden das Påskbord (wörtlich übersetzt: Ostertisch), ein Buffet mit traditionellen kalten und warmen schwedischen Osterspezialitäten. Es dominieren Fischgerichte: Hering in verschiedenen Marinaden, geräucherter Aal, geräucherter Lachs und gebeizter Lachs mit einer süßen Senfsauce namens Hovmästarsås (Oberkellnersauce).

Graved Lachs kommt übrigens aus dem Schwedischen von Gravad lax, was wortwörtlich übersetzt « eingegrabener Lachs » bedeutet. Um ihren Fisch sicher aufzubewahren, vergruben die nordischen Völker ihren Fisch einst in der Erde. Dort reifte er in einem Mantel aus Gewürzen in der Kühle des Erdreichs. Heute wird der Lachs zwar nicht mehr eingegraben, er darf oberirdisch reifen, aber gebeizt wird er immer noch ganz klassisch mit Zucker, Salz und Gewürzen.

Hier geht’s zum Rezept für Gravad Lax aus Schweden

Darüber hinaus findet man am schwedischen Osterbuffet traditionelle Speisen wie Lammbraten, Köttbullar, Janssons frestelse (ein Kartoffel-Sardellen-Auflauf), Kartoffelsalat, Rippchen, Würstchen, Eierspeisen, Käse, Aufschnitt und verschiedene Brotsorten. Kanelbullar, Citronbullar und Früchte dürfen am festlichen Buffet ebenfalls nicht fehlen. Dazu trinkt man traditionell Påskmust, eine würzige alkoholfreie Limonade, die unserem Malzbier ähnelt.

6. Avgolemono

Avgolemono, eine traditionelle Ei-Zitronen-Sauce, die Cremigkeit und Säure verbindet, ist ein zentraler Bestandteil der griechischen Osterkultur. Für die Avgolemono wird Ei mit Zitronensaft und heißer Brühe vermischt und anschließend werden verschiedenste Gerichte damit gebunden. So findet man die Avgolemono beispielsweise in griechischen Hackbällchen in Zitronensauce oder in der traditionellen Ostersuppe Magiritsa.

Die Magiritsa wird traditionell in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag direkt nach der Auferstehungsmesse gegessen, um die Fastenzeit zu brechen und den Körper langsam wieder an Fleisch zu gewöhnen. Sie besteht neben der Avgolemono aus Lamminnereien, frischem Dill, Frühlingszwiebeln und Reis.

Wer nicht so sehr auf Lamminnereien steht, kocht zu Ostern die Kotosoupa Avgolemono. Die griechische Hühnersuppe mit Reis wird, wie der Name schon verrät, ebenfalls mit der Avgolemono gebunden.

Hier geht’s zum Rezept für Kotosoupa Avgolemono

7. Hot Cross Buns

Hot Cross Buns sind kleine, fluffige Brötchen aus Hefeteig mit Rosinen und Gewürzen. Die Karfreitagsbrötchen werden in ganz Großbritannien – von England bis nach Australien – und auch in den ehemaligen britischen Kolonien, wie zum Beispiel Jamaika, am Karfreitag und zu Ostern gegessen. Die Hot Cross Buns läuten bereits seit dem 17. Jahrhundert offiziell das Ende der Fastenzeit in Großbritannien ein.

Das Besondere an den luftigen Rosinenbrötchen ist neben den Gewürzen das Aussehen. Auf die Osterbrötchen wird ein Kreuz aus einer Mehlpaste gespritzt. Es steht traditionell für die Kreuzigung Jesu Christi. Die Gewürze symbolisieren die Gewürze, die zu seiner Einbalsamierung verwendet wurden.

Hier geht’s zum Rezept für Hot Cross Buns

8. Capirotada

In Mexiko wird am Karfreitag traditionell die Capirotada, ein würziger und sehr reichhaltiger Brotpudding gegessen. Der süße und gleichzeitig herzhafte Pudding wird aus Brot, Zucker, Gewürzen und Käse zubereitet – Zutaten, die das Leiden Christi symbolisieren. Das Brot steht dabei für seinen Körper, der Zimt für das Holz des Kreuzes.

9. Fanesca

In Ecuador wird in der Osterwoche traditionell die Fanesca gekocht – eine Suppe, die Elemente der indigenen, der spanischen und der afrikanischen Küche verbindet und damit die Vielfalt der ecuadorianischen Kultur widerspiegelt. Die cremige Suppe besteht aus Kürbis, Kichererbsen, Linsen, verschiedenen Bohnen und Fisch (zumeist Kabeljau), der als Symbol für Jesus steht. 

10. Bacalhau Quatro Queijos

In Brasilien isst man an Ostern klassisch Fischgerichte – insbesondere eingesalzenen und luftgetrockneten Kabeljau – da in der katholisch-christlichen Tradition während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag auf Fleisch verzichtet wird.

Den Kabeljau brachten die Portugiesen vor langer Zeit nach Brasilien. Als Seefahrernation benötigten die Portugiesen einst Nahrungsmittel mit langer Haltbarkeit. So gewann der gepökelte Fisch ab dem fünfzehnten Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Lange Zeit galt Stockfisch als Arme-Leute-Essen und kam nur bei den einfachen Familien auf den Tisch. Heute gilt der Salzfisch als Prinz des Meeres und wird hauptsächlich an den wichtigsten Feiertagen zubereitet.

Für Bacalhau gibt es unzählige Rezepte – in Portugal sagt man über 365 – eines für jeden Tag des Jahres. Er gilt in Portugal und Brasilien als Grundnahrungsmittel und Nationalgericht. Die Rezepte reichen von einfachen Gerichten wie gebratenem Bacalhau mit Kartoffeln und Olivenöl bis hin zu aufwendigen Gerichten wie Bacalhau Quatro Queijos – Kabeljau in Vier-Käse-Sauce.

Hier geht’s zum Rezept für Bacalhau Quatro Queijos

11. Jamaican Spiced Easter Bun

Nur wenige Länder weltweit haben eine höhere Kirchendichte als Jamaika und so wundert es dann auch nicht, dass in Jamaika kirchlichen Feiertagen eine besondere Bedeutung zukommt. An Ostern besucht man gemeinsam mit der Familie die Kirche. Überall duftet es in dieser Zeit herrlich nach Osterlilien, die als Symbol für die Auferstehung von Jesus Christus stehen.

Wie in vielen anderen Ländern wird auch auf Jamaika zum Osterfest ein Osterbrot gebacken – der Jamaican Spiced Easter Bun. Das Rezept dafür haben die Engländer mit auf die Karibikinsel gebracht. 

Das englische Osterbrot war den Jamaikanern allerdings zu fad und so pimpten sie das Osterbrot mit exotischen Gewürzen, Guinness, Rotwein, Guavenmarmelade und Trockenfrüchten auf. Das Gewürzbrot wird am Ostersonntag vor der Ostermesse zusammen mit würzigem Cheddar gegessen und dazu trinkt man ein Tässchen heißen Tee.

Hier geht’s zum Rezept für den Jamaican Spiced Easter Bun

Was wird bei Dir zu Hause an Ostern traditionell gegessen? Verrate mir Deine Osterrezepte doch in den Kommentaren.

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Nina | Reisehappen Food- und Reiseblog
Nina

Hi! Ich bin Nina von Reisehappen! Bloggerin, Grafikerin & Illustratorin, Foodie und leidenschaftliche Köchin, Käseliebhaberin, Reisejunkie, Workaholic, Yoga addicted, 6 Kontinente – 70 Länder und noch immer vom Fernweh geplagt.