Von Bad Gögging nach Ulm immer entlang der Jungen Donau

{Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung} Anfang Juli habe ich mich gemeinsam mit Tom aufgemacht zu einem kleinen Roadtrip entlang der Jungen Donau. Ganz getreu dem Motto „Heimatliebe“. Denn der Plan für dieses Jahr steht noch immer, wir wollen unsere Heimat Deutschland besser kennenlernen.

Mit 2.845 km ist die Donau der zweitlängste und auch der bekannteste Fluss Europas. Im länderübergreifenden Projekt die Junge Donau vermarktet man das touristische Angebot entlang der Donau in Deutschland, von der Quelle im Schwarzwald bis ins 609 km entfernte bayerische Passau.

Mehr über die Quelle der Donau und den Weg bis nach Ulm kannst Du in dem Artikel Meine 10 Highlights an der Jungen Donau von Matthias nachlesen. Ich dagegen habe mich auf den Weg gemacht die Junge Donau untypischerweise „gegen den Strom“ zu erkunden, um einen Einblick in kulturelle Sehenswürdigkeiten, Naturphänomene, Aktivangebote und kulinarische Genüsse zu bekommen.

Was mich auf diesem Roadtrip so genau erwarten würde: Ich hatte eigentlich keine Ahnung. Nur die Route stand fest und los ging’s. Erster Stop Bad Gögging.

Bad Gögging

Den ersten Tag verbrachten wir im bayerischen Bad Gögging, einem Ortsteil von Neustadt an der Donau in Niederbayern.

Schon von den alten Römern wurden die Schwefelquellen des heutigen Kurorts Bad Gögging genutzt und die Kurhäuser des Ortes haben eine lange Tradition. In den 70er Jahren wurde das an römische Traditionen anknüpfende Thermalbad „Limes-Therme“ gebaut. Rund um die Therme entwickelte sich dann neben dem historischen Kurzentrum ein zweites Zentrum mit Wellness-Hotels, Golfplatz, und einem neuen Kurhaus mit Schwefelquelle und Thermalwasser.

Eines dieser Wellness-Hotels ist das wunderschöne Hotel Eisvogel, in welchem wir übernachtet haben. Das Hotel liegt im Herzen der Hallertau, dem größten Hopfenanbaugebiet der Welt.

Hotel Eisvogel, Bad Gögging

Hotel Eisvogel, Bad Gögging

Und genau dieser Hopfen findet sich auch überall im Hotel wieder. Nicht nur im Restaurant in Form von Bier, sondern auch in der Dekoration des Hotels und vor allem in den Anwendungen im Spa. Denn Hopfen hat auch eine gesundheitsfördernde Wirkung. So durfte ich zum einen ein Hopfen-Salz-Peeling ausprobieren und danach war meine Haut wirklich weich wie ein Babypopo. Aber auch die Hopfenstempel-Massage war die reinste Wohltat und ist eine absolute Empfehlung.

Doch hat das schöne Hotel in Bad Gögging noch mehr zu bieten als nur den Hopfen in jeglicher Form. Angefangen bei wunderschönen Zimmern die zum Relaxen und Wohlfühlen einladen. Im Restaurant des Hotels gibt es ausgezeichnete regionale und saisonale Küche und auch Vegetarier und Veganer werden hier mit Sicherheit glücklich. Unbedingt probieren: eine der bayerischen Brotzeiten, der Obatzda nach Geheimrezept ist der Hammer.

Nicht nur beim Abendessen wird jedes Foodieherz glücklich gemacht, schon das Frühstück ist das erste Highlight des Tages und ermöglicht einen wundervollen Start in den Tag. Hier findet man frische, regionale und gesunde Produkte mit viel Liebe präsentiert. Wenn man die Eisvogel Faulenzer- oder Verwöhnpension bucht, kann man sich außerdem ganztägig am Wellness-Buffet bedienen.

Zu den Wellness-Anwendungen zählen übrigens natürlich nicht nur Anwendungen mit Hopfen, sondern natürlich eine große Auswahl verschiedener Massagen, Bäder und kosmetische Behandlungen. Auf 1600 qm findet sich alles was das Wellness-Herz, inklusive Schwimmbad, diversen Saunen, Dampfbädern und Ruheräumen. Auch als Nicht-Gast hast Du die Möglichkeit das Day Spa zu nutzen.

Hotel Eisvogel, Bad Gögging

Hotel Eisvogel, Bad Gögging

Kloster Weltenburg und Kelheim

Am nächsten Tag ging es für uns weiter ins Kloster Weltenburg, wo uns Frater Matthias bereits empfing und uns unser Zimmer direkt im Kloster zeigte. Mal was ganz anderes. Die Zimmer des Klosters wurden erst vor kurzem komplett renoviert und es ist alles vorhanden was man braucht. Für die Pärchen unter Euch, es gibt allerdings nur Zimmer mit 2 Einzelbetten, Doppelbetten gehören nicht zum klösterlichen Leben. Einen Fernseher oder eine Minibar sucht man ebenfalls vergebens, doch gibt es die Bibel und andere Bücher. Im Aufenthaltsraum gibt es Kühlschränke mit Getränken und Snacks und das im Vergleich zu anderen Hotels zu günstigen Preisen. Man vertraut seinen Gästen, neben dem Kühlschrank gibt es eine Kasse in welche man das Geld legt, wenn man sich etwas nimmt. Das Frühstücksbuffet ist nicht riesig, aber es gibt köstliche regionale Produkte, was braucht man mehr.

Kloster Weltenburg

Klosterkirche St. Georg

Nach einem kurzen Empfang gab es von Frater Matthias eine kleine Führung durch das Gästehaus, einen Blick in die Klosterbrauerei und ein Besuch der wirklich faszinierenden Klosterkirche St. Georg. Direkt vom Kloster ging es dann zunächst mit dem Schiff durch die Weltenburger Enge, europäisches Naturerbe und eines der ältesten Naturschutzgebiete Bayerns. Vorbei an schroffen Felsen, mit Blick auf die Befreiungshalle. Ziel Kelheim.

Weltenburger Enge

Bei einer Schmankerlführung durch Kelheim hatten wir die Möglichkeit das nette kleine Städtchen ein wenig kennenzulernen und ein bisschen über die Geschichte der Stadt an der Donau zu erfahren. Das besondere Schmankerl zum Abschluss war der Besuch des 1607 errichteten kurfürstlichen Weissen Bräuhauses.

Schon das Bräuhaus an sich ist einen Besuch wert, denn das Gebäude ist ein absoluter Hingucker. Doch hat mich der Besuch ganz besonders gefreut, da hier das bekannte Schneider Weisse Bier produziert wird. Schneider Weisse ist für mich irgendwie eine Kindheitserinnerung, denn es war immer das Lieblingsweißbier meines Vaters.

In Zeiten von Maximilian I. durfte in Bayern Weißbier nur in den kurfürstlichen Weißbierbrauereien zu München und Kelheim gebraut werden. Und noch heute wird in Kelheim nach den alten überlieferten Rezepten gebraut, so auch das Weizenstarkbier Aventinus, welches beim Bier Tasting mein persönlicher Favorit war. Passt ausgezeichnet zu Schokolade, kaum zu glauben aber wahr! Einfach mal probieren, die Kombi ist der Hammer!

Aber auch „Mein Original“ – das traditionelle Hefeweissbier und die anderen Sorten sind nicht zu verachten. Beim Bier Tasting mit Stephan Butz, dem lange Zeit jüngsten deutschen Biersommelier, durften wir insgesamt 7 unterschiedliche Weißbier-Kreationen genießen und nebenher seinen spannenden Geschichten lauschen. Bei Stephan merkt man so richtig, dass Bier seine große Leidenschaft ist und er sein Wissen gerne weitergibt. Dies hat den Besuch zum absoluten Highlight des Tages gemacht.

Schneider Weisse, Weisses Bräuhaus, Kelheim

Schneider Weisse, Weisses Bräuhaus, Kelheim

Nach dem Besuch des Weissen Bräuhauses machten wir uns leicht angeheitert auf den Weg zur Einsiedelei Klösterl, ursprünglich ein Franziskanerkloster aus dem Jahre 1454. Heute ist es in Privatbesitz und viel besuchter Ausflugsort mit Gaststätte. Doch neben der Gaststätte lohnt vor allem ein Besuch der einzigartigen Felsenkirche mit einer Terrakottafigur des Heiligen Nikolaus im Felsen.

Einsiedelei Klösterl, Kelheim

Schon auf dem Weg zur Einsiedelei wurden die Wolken um uns herum immer dunkler und die sommerlichen Gewitter rückten näher. Also sprangen wir schnell in die Zille, die uns bereits erwartete und durch die Weltenburger Enge zurück zum Kloster brachte. Begleitet von einigen Anekdoten des Zillenfahrers und Informationen zur Weltenburger Enge kamen wir dann auch fast trockenen Fusses zurück.

Den Abend verbrachten wir in einem der schönsten Biergärten überhaupt, nämlich in der Klosterschenke Weltenburg mitten in der barocken Klosteranlage. Hier wird zwischen uralten Kastanienbäumen nicht nur das Weltenburger Klosterbier, aus der ältesten Klosterbrauerei der Welt, serviert. Auch köstliche bayerische Spezialitäten wie Spanferkelrollbraten mit Asambockkruste, oder hausgemachte Donaufischpflanzerl kommen auf den Tisch. Auch wenn wir die riesige Brotzeitplatte unmöglich zu zweit bewältigen konnten, das Essen war unglaublich gut und der Service ausgesprochen herzlich und gastfreundlich.

Klosterschenke Weltenburg

Neuburg an der Donau

Nach einer Nacht im Kloster ging es am nächsten Tag weiter in die Renaissance- und Barockstadt Neuburg an der Donau. Dass Neuburg auf unserer Reiseroute lag hat mich ganz besonders gefreut, denn auch diese Stadt bringe ich mit Kindheitserinnerungen, beziehungsweise Geschichten meines Vaters in Verbindung. Denn mein Dad war in den 60er Jahren in Neuburg in der Tillykaserne stationiert und hat mir immer wieder von diesem hübschen Städtchen erzählt. So hat es mich ganz besonders gefreut, dass ich im Büro des Bürgermeisters von Neuburg an der Donau ein Buch über die Stadt für meinen Vater geschenkt bekommen habe. So kann mein Dad mal sehen wie sich die Stadt bis heute verändert hat.

Doch zurück zu Neuburg an der Donau, denn neben einer persönlichen Audienz beim Bürgermeister habe ich natürlich auch das nette Städtchen im Donautal erkundet und zwar zusammen mit Dorothea Sophia von Pfalz-Neuburg höchstpersönlich. Bei einer Stadtführung durch die historische Altstadt von Neuburg erkundete ich zusammen mit Dorothea zunächst das Schloss Neuburg an der Donau.

Das Schlossmuseum mit dem Museumstrakt „Fürstentum Pfalz-Neuburg“ gibt einen Einblick in die Geschichte des Fürstentums. Im Festsaal des Ottoheinrichbaus befindet sich heute die Staatsgalerie Flämische Barockmalerei, die mit 150 großformatigen Gemälden der bedeutendsten flämischen Künstler beeindruckt. Highlight sind aber sicher die beiden Seitenältarblätter, die Rubens für die Hofkirche in Neuburg gemalt hat. Im Schlosshof bewunderten wir die Sgraffiti-Kunst, die mich an meinen Besuch in Dresden erinnerte. In den Muschelgrotten des Schlosses erwartete uns dann zunächst eine köstliche Überraschung, leckere Pralinen einer lokalen Patisserie.

Dorothea Sophia von Pfalz-Neuburg

Neuburg an der Donau

Residenzschloss Neuburg an der Donau

Residenzschloss Neuburg an der Donau

Hofkirche Neuburg an der Donau

Nicht nur das Residenzschloss ist jedoch dafür verantwortlich, dass der Karlsplatz einer der schönsten Plätze Süddeutschlands ist. Die Hofkirche gleich neben dem Schloss erstrahlt frisch renoviert. Mein ganz persönliches Highlight als bekennender Bücherwurm war natürlich die Provinzialbibliothek mit seinem historischen Saal. Die Stuckdecke ist ein absoluter Augenschmaus und die Anekdoten zu den geschnitzten Figuren haben uns das ein oder andere Mal herzlich auflachen lassen.

Provinzialbibliothek

Provinzialbibliothek

Wenn Du Neuburg an der Donau übrigens mal in seiner vollen Pracht erleben möchtest, solltest Du die Stadt während dem Neuburger Schlossfest besuchen – dann erwacht die Renaissance zum leben. Alle zwei Jahre an 2 Wochenenden im Juni und Juli schlüpfen die Bewohner Neuburgs in prächtige historische Renaissancegewänder und lassen die alten Zeiten aufleben.

Das nächste Neuburger Schlossfest findet vom 30. Juni – 02. Juli und vom 07. Juli – 09. Juli 2017 statt.

Noch stundenlang, oder tagelang hätte ich mich in Neuburg durch die Gässchen treiben lassen können um mich zurück in die Renaissance zu träumen. Doch ging es von hier aus weiter nach Bergen, ein kleiner Stadtteil von Neuburg an der Donau, der vor allem durch die Wallfahrtskirche Hl. Kreuz mit seiner romanischen Krypta bekannt ist. Sowohl Kirche als auch Krypta ein absolutes Schmuckstück.

Hungrig ging es danach ins Restaurant „Zum Klosterbräu“, wo wir in der historischen Gaststube die köstliche regionale Küche genießen durften. Wir futterten uns einmal durch Rahmsuppe mit Gartenkräutern, Lachsforelle mit Sommertrüffeln an Ravioli und Milchkalb auf Pfifferlingen an Zucchiniblüten.

Wallfahrtskirche Hl. Kreuz

Restaurant „Zum Klosterbräu“ Bergen

Restaurant „Zum Klosterbräu“ Bergen

Nach dem köstlichen Essen war es leider auch schon wieder Zeit das bezaubernde Neuburg an der Donau zu verlassen, jedoch nicht bevor wir uns nicht einen Cappuccino im hübschen Kate – Café am Theater gegönnt hatten. Die süßen Gaumenfreuden aus der hauseigenen Patisserie konnten wir leider nur in der Vitrine bewundern, nach dem Essen hat einfach nichts mehr reingepasst – beim nächsten Mal. Aber das hübsch eingerichtete Café alleine ist schon einen Besuch wert und der Kaffee und die hausgemachte Limonade auf jeden Fall ausgezeichnet.

Kate – Café am Theater

Schloss Leitheim

Am frühen Abend ging es dann weiter ins Schloss Leitheim, etwa 15 Minuten von Donauwörth entfernt. Und das Schlosshotel hat mich wirklich vom ersten Moment an verzückt.

Die schlossartige Sommerresidenz wurde bereits 1696 von einem Kaisheimer Abt gebaut, erhielt jedoch bis heute, unter unterschiedlichen Besitzern, zahlreiche Veränderungen. In den 90er Jahren erfolgte mit Unterstützung des Freistaates Bayern eine grundlegende Sanierung des Schlosses, der Kirche und des Weingärtnerhauses. 2008 übernahm die Messerschmitt-Stiftung das komplette Gebäudeensemble und begann mit dem Neubau des 4 Sterne-Hotels Schloss Leitheim, direkt neben dem Rokoko-Ensemble von Schloss Leitheim. Das alte Schloss kann im Rahmen des Leitheimer Konzertsommers und zu bestimmten Terminen übrigens besichtigt werden.

Das Hotel liegt wundervoll eingebettet in einen Garten mit Apfelbäumen und Rosen und lädt ein zum Genießen und Relaxen. Schon zu Zeiten des Abtes Elias Götz war Schloss Leitheim ein Ort der Ruhe und Erholung und das hat sich defintiv bis heute nicht geändert. Die eleganten Zimmer mit den schönen Holzböden und dem Interieur in harmonischen Farben laden einfach nur zum Wohlfühlen ein. Die hochwertigen Bäder: Luxus Pur! Und vom Zimmer hat man außerdem einen wunderschönen Ausblick auf den Hotelgarten mit Außenpool, die Weinberge, die Donauauen und bei schönem Wetter erblickt man sogar die Alpen.

Zum Relaxen und Entspannen lädt darüber hinaus der Spa-Bereich mit Sauna, Dampfbad, Kneippanwendungen oder Abreibungen mit Schnee aus dem Eisbrunnen ein. Und natürlich kann man auch einfach die Seele bei einer Anwendung, Massage oder im Ruhebereich baumeln lassen.

Wenn nicht wegen der Zimmer, dem wundervollen Schloss, oder dem Wellnessbereich wäre schon das Essen alleine ein Grund für einen Besuch des Schloss Leitheim gewesen. Das Restaurant „Weingärtnerhaus“, welches seinen Namen den historischen Weinbergen verdankt, verwöhnt einen am offenen Kamin oder in der Stube mit frischen regionalen Köstlichkeiten und ausgezeichneten Weinen. Als Aperitif empfiehlt sich der Schloßcocktail. Das Rindertatar mit Rucolaeis und Salatspitzen ist ein absolutes kulinarisches Highlight. Danach solltest Du die getrüffelten Waldpilze in Rahm mit Topfenserviettenknödel oder das Thunfischsteak mit Soja-Lack und Mascarponerisotto probieren.

Schloss Leitheim

Schloss Leitheim

Donauwörth

Unser Tag in Donauwörth, an der romantischen Strasse, begann an der Jungen Donau. Von hier unternahmen wir anschließend einen Spaziergang durch das wunderhübsche kleine Städtchen. Die Stadt an der Mündung der Wörnitz in die Donau hat mich vom ersten Moment an verzückt. Die Reichsstrasse, prachtvolle Achse der historischen Reichsstadt, muss man natürlich gesehen haben. Mit den wunderschönen Patrizierhäusern, mit prächtigen Giebeln und schönen Fassaden, ist sie sicherlich eine der schönsten Strassen Süddeutschlands und erinnert an die stolze reichsstädtische Vergangenheit.

Junge Donau – Donauwörth

Ried, die kleine Insel in der Wörnitz, ist die „Keimzelle“ der Stadt, hier begann die Stadtentwicklung durch die Fischer, woran auch heute noch der Fischerbrunnen erinnert. Außerdem findet auf der Insel immer Mittwochs ein hübscher Wochenmarkt statt, der mit seinen regionalen Produkten lockt.

Vor dem Heimatmuseum, einem ehemaligen Fischerhaus mit gotischen Zahnschnittfriesen aus dem 15. Jahrhundert, legten wir einen kurzen Stop ein. Hier gab es zwischendurch ein kleines Schnäpschen, oder besser gesagt einen Braeburn Apfel Brand aus der Brennerei Sandra Appl, zu kosten.

Donauwörth

Donauwörth

Gut gestärkt ging es weiter ins Käthe-Kruse-Puppen-Museum, wo wir mehr über Käthe Kruse und ihre geniale Künstlerfamilie erfuhren. Ein Schwerpunkt des Museums ist natürlich die Geschichte und Herstellung der berühmten Käthe Kruse Puppen. Doch erfährt man auch viel über die Familie Kruse, die wahrlich eine Künstlerfamilie war. Der Bruder Max Kruse war Teil der Berliner Secession, zu deren Mitgliedern auch Käthe Kollwitz und Max Liebermann gehörtem. Viele Werke dieser Impressionisten finden sich in der Ausstellung. Aber auch Werke der Familienmitglieder, zum Beispiel von Max Kruses Tochter Annemarie, die eine Schülerin von Henry Matisse war.

Käthe-Kruse-Puppen-Museum

Das absolute Highlight meines Besuchs von Donauwörth war allerdings der Besuch der Bonbonfabrik Edel.

Das Zuckerbäckerhandwerk in Donauwörth reicht bis 1751 zurück, als der damalige Zuckerbäcker und Bürgermeister Johann Georg Traber diese Tradition ins Leben rief. 1864 heiratetet Franz Conrad Edel in den Betrieb ein und gründet im gleichen Jahr seine eigene Firma. Leider wurde das Gebäude bei einem Bombenangriff im 2. Weltkrieg komplett zerstört, jedoch nach dem Krieg an neuer Stätte wieder aufgebaut und hier steht die Fabrik noch heute. Und noch heute beherrscht man hier die hohe Kunst der traditionellen Bonbonherstellung. Altbewährte Traditionsprodukte wie Seidenglanzbonbons, Vollmilchmünzen, Himbeeren oder Pfefferminzkugeln werden produziert wie eh und je. Aber natürlich gibt es heute auch innovative Produkte wie etwa zuckerfreie Bonbons oder Trendsorten wie Sanddorn, Lemongras oder Chili-Schoko-Würfel.

Aus Hygienegründen einmal schicke Mäntelchen und Kopfbedeckung an, Hände desinfizieren und schon durften wir einen Blick in die beeindruckende Produktion werfen. Tatsächlich wird zum Teil noch mit den uralten Maschinen produziert. Einige moderne Maschinen sind natürlich über die Zeit dazugekommen, der Rest ist beeindruckende Handarbeit. Überall riecht es göttlich nach Zucker, Karamell, Nüssen und noch lauwarm schmecken die frischen Bonbons einfach göttlich!

Man wollte uns defintiv nicht gehen lassen bevor wir uns im Verkaufsraum nicht mit einerm Jahresvorrat an köstlichen Bonbons eingedeckt hatten, wobei wir die Qual der Wahl zwischen 250 verschiedenen Sorten hatten.

Normal ist ein Besuch der Fabrik leider nicht möglich, doch kannst du Dir im Werksverkauf natürlich die leckeren Bonbons kaufen.

Bonbonfabrik Edel

Bonbonfabrik Edel

Zur Krönung des Tages in Donauwörth gab es dann noch ein köstliches Mittagessen im Parkhotel Donauwörth, welches 100 Meter oberhalb der alten Reichsstadt liegt. So konnten wir unsere köstlichen Salate bei einem traumhaften Ausblick auf das Donau- und Wörnitztal genießen. Das Parkhotel Donauwörth serviert frische saisonale Küche mit schwäbisch Regionalem und ist darüber hinaus Teil des Programms Geopark Ries Kulinarisch.

Geopark Ries Kulinarisch ist eine Initiative der Region um der Verarmung des regionalen Angebotes entgegen zu wirken. Die regionale Küche soll gefördert werden um ihre unverwechselbare Identität wieder zu erlangen. Aus diesem Grund verpflichtet sich jeder kulinarische Partner zu naturbelassener Küche mit vorwiegend heimischen Produkten. Mehr Infos zum Geopark Ries Kulinarisch, so wie ein Verzeichnis aller kulinarischen Partner und tolle Rezepte, findest Du hier.

Zu guter Letzt gab es noch ein Stück köstliche selbstgemachte Donauwelle. Die Wellen in der Schokolade erinnern an die Wellen in der Donau und aus diesem Grund heißt der Kuchen eben Donauwelle. Wobei es keinen belegten Zusammenhang für die Wahl des Flusses Donau als Namensgeber gibt. Aber heute findest Du diesen Kuchen überall entlang des Flusses. Egal wo er herkommt, lecker ist er. Das Rezept für den köstlichen Kuchen habe ich vom Chef des Parkhotels Donauwörth höchstpersönlich bekommen und werde es Dir natürlich nicht vorenthalten. Das Rezept folgt in Kürze.

Donauwelle

Blaubeuren

Angekommen in Blaubeuren trafen wir uns mit unserer Stadtführerin Maria, die uns nicht nur die schönsten Seiten ihrer Wahlheimat zeigte, sondern uns auch mit ihrem argentinischen Charme verzückte.

Bestens gelaunt ging es für uns zuerst ins Urgeschichtliche Museum, wo wir mehr über das Blau- und Aachtal und die bedeutenden archäologischen Fundstellen eiszeitlicher Jäger und Sammler erfuhren. Von Außen hätte ich nie vermutet, dass sich hinter den alten Gemäuern solch ein interessantes und modernes Museum verbirgt. Nun bin ich wirklich kein großer Fan von Museen, aber die interaktive Ausstellung und die toll präsentierten außergewöhnlichen Funde haben mich doch sehr beeindruckt. Hier trifft Moderne auf die ältesten figürlichen Kunstwerke der Menschheit. Einer der Höhepunkte ist die Flöte aus Schwanenknochen, das älteste Musikinstrument der Welt. Und natürlich muss man unbedingt die „Venus vom Hohle Fels“ bewundern, ein etwa 6 cm kleines und 33 g schweres Figürchen aus Mammut-Elfenbein. Die Figur ist die weltweit älteste Darstellung des menschlichen Körpers. Die Venusfigurine wurde 2008 bei Ausgrabungen in der Karsthöhle Hohler Fels am Südfuß der Schwäbischen Alb entdeckt. Außerdem gibt es im Urgeschichtlichen Museum jedes Jahr eine Sonderausstellung zu einem spannenden Thema.

Das Urgeschichtliche Museum, Blaubeuren

Weiter ging es durch das Städtchen Blaubeuren, vorbei an den zahlreichen wunderschönen Fachwerkhäusern der Altstadt, in Richtung des ehemaligen Benediktinerklosters Blaubeuren. Ein Blick in die Kirche lohnt wegen dem schönen Hochaltar aus der Ulmer Schule. Bei einem Spaziergang durch den Kreuzgang des Klosters kann man die unendliche Ruhe genießen, bevor man sich aufmacht zur Hauptsehenswürdigkeit Blaubeurens.

Blaubeuren

Blaubeuren

Benediktinerklosters Blaubeuren

Die bekannteste und markanteste Sehenswürdigkeit Blaubeurens ist der sagenumwobene Blautopf. Der Blautopf ist eine Karstquelle aus der die Blau entspringt, die nach etwa 22 km in Ulm in die Donau fließt. Mit 21 m Tiefe ist der Blautopf eine der tiefsten und größten Quellen des Landes und sicherlich auch eine der beeindruckendsten. Denn der Blautopf glitzert und leuchtet in allen nur erdenklichen Nuancen von Blau und Türkis. Die Quelle hat etwas geradezu Magisches, ganz besonders wenn sich die umliegenden Bäume und das Kloster Blaubeuren auf der Wasseroberfläche spiegeln. Die blaue Farbe entsteht übrigens durch die Lichtstreuung des kalkgesättigten Quellwassers.

Blautopf

Blautopf

Jedes Jahr im Sommer zieht das mehrwöchige Open-Air-Festival „Sommerbühne“ fast 10.000 Besucher an den Blautopf. Man lauscht gemeinsam den Künstlern und Künstlerinnen aus der Region und der ganzen Welt. Im Hintergrund immer mit dabei das Rauschen des Blautopfwassers. Dieses Jahr waren unter anderem Max Mutzke, die Heavytones und Django Asyl mit dabei.

Als letzter Stop auf der Route entlang der Jungen Donau bietet sich natürlich Ulm an. Nur 16 km von Blaubeuren entfernt, lohnt das hübsche Städtchen an Blau und Donau einen Besuch. Unnd irgendwie habe ich mit wirklich ein wenig in die Stadt verliebt. Warum? Darüber könnte ich nun noch einmal 2.000 Wörter in diesem Artikel schreiben, also habe ich Ulm und dem Donaufest je einen eigenen Artikel gewidmet:

Ulm: Sehenswürdigkeiten & Insidertipps
Das internationale Donaufest in Ulm

Rückblickend kann ich einfach nur sagen, dass ich total begeistert bin von meiner Reise entlang der Jungen Donau. Ich hatte nichts erwartet und wurde so positiv überrascht. Jeden Tag durfte ich auf meinem Roadtrip Spannendes und Neues entdecken, mich von der Landschaft, den Sehenswürdigkeiten und den kulinarischen Spezialitäten entlang der Donau verzaubern lassen.

Man muss wirklich nicht immer in die Ferne schweifen, auch die Heimat hat viel Schönes zu bieten. Das hat mir dieser Roadtrip wieder einmal bestätigt. Natürlich habe ich nur einen kleinen Teil entlang der Jungen Donau gesehen, aber man muss ja noch Pläne haben. Als nächstes steht dann ein Besuch der Quelle an und vielleicht gibt es ja bald einen Roadtrip entlang der Jungen Donau bis zur Grenze. Und dann sind es ja nur noch 2.236 Kilometer immer entlang der Donau bis zum Schwarzen Meer, durch Städte wie Wien, Bratislava, Budapest, Belgrad und Bukarest.

Währe ein Roadtrip entlang der Jungen Donau auch für Dich etwas, oder hast Du vielleicht schon mal eine Tour entlang der Donau gemacht? Wie hat es dir gefallen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!


Ein großes Dankeschön für die Einladung zu meinem Roadtrip entlang der Jungen Donau geht an die ARGE Deutsche Donau, sowie an die einzelnen Destinationen und Hotels.

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