Sehenswürdigkeiten & Ausflugsziele rund um den Ohridsee in Nordmazedonien
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Mit rund 1,4 Millionen Jahren ist der Ohridsee an der Grenze von Albanien und Nordmazedonien der älteste See in Europa und einer der ältesten Seen der Welt. Zudem ist er auch der größte See Nordmazedoniens und zählt zum UNESCO-Welterbe.
Rund um den See findest du traumhafte Strände, die zum Sonnenbaden und Planschen im kristallklaren Wasser einladen. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise der Hauptort Ohrid, das Kloster Sveti Naum oder die Knochenbucht lohnen einen Besuch.
Im folgenden Artikel verrate ich Dir, welche Sehenswürdigkeiten Du rund um den Ohridsee nicht verpassen solltest, wo man gut übernachten kann und wo es am See das beste Essen gibt.
Allgemeine Infos zum Ohridsee
Nur wenige Seen auf der Welt sind noch älter als der Ohridsee, der etwa 1,4 Millionen Jahre alt ist. Das Wasser des Sees ist glasklar und man kann an vielen Stellen bis auf den Grund blicken, stellenweise ist der See jedoch bis zu 288 Meter tief und damit auch einer der tiefsten Seen Europas. Eingebettet zwischen Albanien und Nordmazedonien ist der Ohridsee zudem der zweitgrößte See auf der Balkanhalbinsel.
Hauptsächlich speisen unterirdische Quellen den See. Dabei kommt der Hauptzufluss durch unterirdische Kanäle vom Prespasee. Der Ohridsee beherbergt über 300 endemische Tier- und Pflanzenarten, darunter die Ohridforelle, die Du in einem der hübschen kleinen Restaurants am See unbedingt kosten solltest.
Die schönsten Sehenswürdigkeiten am Ohridsee befinden sich auf der nordmazedonischen Seite. Am Westufer des Sees auf der albanischen Seite finden sich rund um Tushemit und Pogradec vor allem traumhafte Strände. Wobei auch das authentische Fischerdörfchen Lin einen Abstecher lohnt.
Die schönsten Sehenswürdigkeiten & Ausflugsziele rund um den Ohridsee
Der größte Ort am See: Ohrid
Das kleine Städtchen Ohrid befindet sich am Ostufer des gleichnamigen Ohridsees. Einst beheimatete die Stadt ganze 365 Kirchen, daher wird sie auch « Jerusalem des Balkans » genannt. Die Stadt gehört wie auch der See zum UNESCO-Welterbe und ist der perfekte Ausgangspunkt, um den See zu erkunden.
365 Kirchen gibt es in Ohrid heute nicht mehr, aber immer noch einige, die einen Besuch lohnen. Dazu zählt die orthodoxe Sophienkirche (Crkva Sveta Sofija), die zwischen 1037 und 1057 im byzantinischen Stil erbaut wurde, als Ohrid das religiöse Zentrum des orthodoxen Christentums bildete. Sehenswert sind die gut erhaltenen byzantinischen Fresken im Inneren.
Von der Sophienkirche führt der Weg bergauf zum Amphitheater. Die Stadt Ohrid wurde auf der antiken Stadt Lychnidos erbaut und das Amphitheater ist eines der wenigen Bauwerke aus dieser Zeit, das bis heute erhalten ist. Es ist das einzige hellenistische Amphitheater in Nordmazedonien und wurde um 200 v. Chr. erbaut. Rund 350 Jahre später wurde die Stadt von den Römern erobert, die das Amphitheater für Gladiatorenkämpfe umgebaut haben. Daher gibt es unter den ersten Sitzreihen Tiergehege und Käfige.
Ebenfalls sehenswert ist die Festung des Zaren Samuil, die hoch über den Dächern der Stadt thront. Die Festung steht auf dem Gorni Saraj, dem höchsten Berg der Stadt. Von oben genießt man einen atemberaubenden Ausblick auf Ohrid, den See und die hohen Berge, die Stadt und See säumen.
Im Süden der Stadt befindet sich die orthodoxe Kirche Sveti Kliment i Pantelejmon, die ebenfalls im byzantinischen Stil erbaut wurde. Sie steht auf dem Areal der Ausgrabungsstätte von Plaosnik, wo Du Relikte und Ruinen aus der Bronzezeit, von den Griechen und den Römern sowie aus dem Mittelalter besichtigen kannst – woran man erkennen kann, dass Ohrid schon seit langer Zeit kontinuierlich besiedelt war.






Die Kirche des heiligen Johann von Kaneo
Von der Ausgrabungsstätte ist es dann nur noch ein kurzer Spaziergang zur Kirche des heiligen Johann von Kaneo (mazedonisch: Sveti Jovan Kaneo), der schönsten und bekanntesten Sehenswürdigkeit in Ohrid. Die Kirche aus dem 13. Jahrhundert thront auf einem Felsen hoch über dem Ohridsee und ist sicherlich der meistfotografierte Ort am See und das Wahrzeichen von Ohrid. Sie beeindruckt durch eine Mischung aus byzantinischer und armenischer Architektur und ihrer achteckigen Kuppel. Im Inneren findest Du Fragmente alter Fresken aus dem 14. Jahrhundert.
Zurück in die Stadt empfehle ich Dir den Weg durch das zauberhafte Fischerdorf Kaneo. Der Strand in Kaneo gilt als einer der schönsten am See und die kleinen Restaurants im Ort bieten die bekannte Ohridforelle und andere leckere Fischspezialitäten an.
Adresse: 4Q6Q+CGJ, Kocho Racin, Ohrid 6000 | Öffnungszeiten: täglich von 9.00 – 16.00 Uhr | Eintritt: 150 MKD (etwa 2,50 Euro)




Die Knochenbucht
Die Knochenbucht ist ein Freilichtmuseum am Südufer des Ohridsees auf der Gradishte-Halbinsel zwischen Ohrid und Sveti Naum, das eine prähistorische Pfahlbausiedlung aus der Bronzezeit originalgetreu nachbildet. Seinen Namen erhielt das Museum durch die vielen Tierknochen, vor allem von Hirschen, die an diesem Ort gefunden wurden.
Im Museum « Bucht der Knochen » wurden 24 prähistorische Häuser auf Stelzen im Ohridsee rekonstruiert. Neben der rekonstruierten Pfahlbausiedlung kannst Du zudem ein restauriertes römisches Kastell auf dem höchsten Plateau des Gradiste-Hügels und das Museum besuchen. Beim Besuch des außergewöhnlichen Museums auf dem Wasser erfährst Du alles über die Brydges, den ältesten Balkanstamm, der dort einst lebte.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 9.00 – 15.30 Uhr | Eintritt: 150 MKD (etwa 2,50 Euro)
Wenn Du einen Tauchschein hast, kannst Du in der Bucht der Knochen auch abtauchen und die versunkene archäologische Stätte mit zahlreichen Artefakten aus der Bronze- und Eisenzeit erkunden. Zu sehen sind beispielsweise die ursprünglichen Holzpfähle, die einst die Siedlung stützten. Am nahe gelegenen Tauchspot « Pithos » findet sich in rund 34 Metern Tiefe ein massives Keramikgefäße aus dem vierten Jahrhundert.


Das Kloster Sveti Naum
Nur unweit der Knochenbucht kurz vor der albanischen Grenze befindet sich das Kloster Sveti Naum, das ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählt. Das Kloster aus dem 9. Jahrhundert gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in ganz Nordmazedonien. Sehenswert sind die wunderschönen Fresken im Kloster, die das Leben des slawischen Apostels Naum und weiterer Apostel abbilden.
Neben dem Kloster findest Du auf dem Areal noch viele weitere kleinere Kirchen, die einen Blick lohnen. Wer mag, kann aber auch einfach am Strand beim Kloster entspannen, durch den Klostergarten mit den frei laufenden Pfauen spazieren oder ein erfrischendes Bad im Ohridsee nehmen. Romantisch ist eine Fahrt mit dem Ruderboot auf dem Quellteich zu den unterirdischen und oberirdischen Quellen des Ohridsees.
Wenn es Dir in Sveti Naum besonders gut gefällt, kannst Du übrigens auch über Nacht bleiben, denn zum Klosterkomplex gehört auch ein ausgezeichnetes Hotel.
Öffnungszeiten: täglich von 8.00 – 20.00 Uhr | Eintritt: Die Gärten und das Klostergelände sind frei zugänglich. Für den Besuch der Hauptkirche und des Grabes des Heiligen Naum zahlst Du 150 MKD (etwa 2,50 Euro).












Der Galicica-Nationalpark
Der Galicica National Park erstreckt sich zwischen dem Ohridsee und dem Prespasee und gilt als absolutes Naturparadies. Mit Bergen bis zu 2255 Meter Höhe lädt der Nationalpark zum Wandern und Klettern ein. Durch den Park ziehen sich zahlreiche gut markierte Wanderwege. Von zahlreichen Aussichtspunkten genießt Du atemberaubende Ausblicke auf die beiden Seen. Wölfe, Luchse und Bären, die hier im Gebirge beheimatet sind, lassen sich hingegen eher selten blicken.
Im Vergleich zum Ohridsee ist der Prespasee noch ein echter Geheimtipp und kaum touristisch erschlossen. Herrlich kann man am See baden und die Ruhe und den Blick auf die Insel Golem Grad, die größte Insel Mazedoniens, genießen.
Weitere Informationen zu Aktivitäten und Wanderwegen findest du auf der Website des National Parks Galicica.
Touren & Aktivitäten am Ohridsee
Besonders schön ist die Anreise zum Kloster Sveti Naum mit dem Boot ab Ohrid. Während der Fahrt kannst Du malerische Ausblicke genießen und manche Anbieter fahren vorher auch die Knochenbucht an.
Außerdem kann ich Dir folgende Ausflüge & Touren rund um den Ohridsee empfehlen:
Essen am Ohridsee
Die Küche Nordmazedoniens ist vielfältig, wie auch die Bewohner des Landes. Die Küche ist von griechischen, türkischen und slawischen Einflüssen geprägt. Generell ist die mazedonische Küche allerdings fleischlastig. Eintöpfe und Wurstgerichte sind sehr beliebt und wie in den meisten Balkanstaaten wird gerne gegrillt. Am Ohridsee, man kann es erahnen, kommen aber auch Fischliebhaber voll auf ihre Kosten. Vor allem die berühmte Ohrid-Forelle sollte man hier probieren.
Die besten Restaurants am Ohridsee:
- Im familiären Fresh Fine Divine werden fantastische frisch zubereitete lokale Gerichte serviert, während man einen traumhaften Ausblick auf den See genießt.
- Auf einer Terrasse direkt am See speist man im Kaj Kanevche und das Essen ist genauso gut wie der Ausblick.
- Bei einer Weinprobe in der Kosel Winery wird man mit edlen Tropfen und Köstlichem aus der regionalen Bio-Küche verwöhnt.
Übernachten am Ohridsee
Wir waren mit unserem Van auf dem Balkan unterwegs und haben auf dem Camping Lakeside2, einem zauberhaften Campingplatz direkt am See übernachtet.




Alternativ kann ich Dir folgende Hotels und Unterkünfte am Ohridsee empfehlen:
- Modern, stilvoll eingerichtet und unschlagbar günstig sind die Iris Apartments in Ohrid.
- Die Lihnid Apartments entzücken mit ihrer Lage unweit vom See.
- Die Villa Varosh befindet sich inmitten der Altstadt von Ohrid. Von den modern eingerichteten Zimmern genießt man einen tollen Blick über die Stadt und den Ohridsee.
- Ganz entzückend sind die liebevoll eingerichteten und dekorierten Apartments im Paradise Nest. Zudem punktet das Gästehaus mit einem fantastischen Frühstück und auf Wunsch auch Abendessen.
Anreise nach Ohrid
Wir sind auf unserem Balkan-Roadtrip mit dem Camper Van von Deutschland über Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina und den Kosovo nach Nordmazedonien gefahren und von dort weiter nach Albanien.
Von Dortmund und Memmingen bietet Wizz Air Direktflüge nach Ohrid an. Alternativ kannst Du von Deutschland nach Skopje fliegen und von dort einen Inlandsflug nach Ohrid nehmen oder in rund 3 Stunden mit dem Mietwagen nach Ohrid fahren.
Alternativ kannst Du von Skopje aus auch an einem Tagesausflug an den Ohridsee teilnehmen. Folgende Touren kann ich Dir empfehlen:
Die besten Nordmazedonien Reiseführer
- Wir hatten auf unserer Reise den Stefan Loose Reiseführer Balkan – Die Adria-Route dabei, der uns zuverlässig durch Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Nordmazedonien und den Kosovo geführt hat.
- Auch mit dabei war On the Road – Mit dem Campervan durch den Balkan. Auf Traumrouten führt dieses Buch mit dem Wohnmobil durch den Balkan.
- Wenn Du ausschließlich nach Nordmazedonien reisen möchtest, empfehle ich Dir den TRESCHER Reiseführer Nordmazedonien: Mit Skopje, Ohridsee und allen Nationalparks.
Noch mehr Inspiration & Tipps für den Balkan:
- Der Una Nationalpark in Bosnien und Herzegowina: Tipps für Deinen Besuch
- Mostar: Die schönsten Sehenswürdigkeiten & Geheimtipps
- Sarajevo: Sehenswürdigkeiten & Geheimtipps
- Prizren: Sehenswürdigkeiten & Tipps für die Kulturhauptstadt des Kosovo
- Skopje: 10 Tipps für die Hauptstadt von Nordmazedonien
- Ohridsee: Schöne Orte am ältesten See Europas
- Zagreb: Ein Wochenende in der kroatischen Hauptstadt
- Bulgarien: Ein Roadtrip durch den Nordwesten
Warst Du schon mal am Ohridsee? Wie hat es Dir gefallen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Nina
Hi! Ich bin Nina von Reisehappen! Bloggerin, Grafikerin & Illustratorin, Foodie und leidenschaftliche Köchin, Käseliebhaberin, Reisejunkie, Workaholic, Yoga addicted, 6 Kontinente – 70 Länder und noch immer vom Fernweh geplagt.
