Bulgarien: Geheimtipps, Sehenswürdigkeiten & kulinarische Highlights auf unserem Roadtrip

{Werbung} Die Hauptstadt von Bulgarien und ihre Umgebung sind durch einige Highlights und Sehenswürdigkeiten geprägt. Auf unserem Roadtrip von Sofia über Vratsa nach Belogradchik und Lukovit entdecken wir beeindruckende Naturschauspiele, begeben uns auf die Spuren vergangener Zeiten und werden durch die bulgarische Küche verwöhnt. Und schnell ist klar, dass Bulgarien einige wenig erschlossene Schmuckstücke zu bieten hat.

Sofia

Die Hauptstadt von Bulgarien ist die größte Stadt des Landes und gleichzeitig auch einer der ältesten Städte Europas. Sie ist im Westen Bulgariens gelegen und circa 60 km von der serbischen Grenze entfernt. Nachdem der thrakische Stamm der Serder die erste Siedlung gründete, wurde Sofia im 1. Jahrhundert von den Römern erobert. Über die Stadt (damals „Ulpia Serdika“) bemerkte der römische Kaiser Konstantin: „Serdika ist mein Rom!“

Die lange Geschichte Sofias, wie die Präsenz der Römer und die Eroberung der Stadt durch die Osmanen (1382), prägt ihr Stadtbild. So finden sich unter anderem eine antike Festung und viele bedeutende Kirchenbauten. Für Deinen Städtetrip habe ich Dir meine Highlights sowie top Sehenswürdigkeiten in 3 Punkten zusammengefasst.

Sveti Sedmochislenitsi Kirche Sofia

Sveti Sedmochislenitsi Kirche

Kultur: Eintauchen in die Geschichte von Bulgarien

Die Geschichte Sofias ist weitreichend und interessant. Durch das Besichtigen eines der vielen Museen, Kirchen oder Denkmäler kann sie begriffen und teilweise nachvollzogen werden. Die Georgsrotunde stammt noch aus der Zeit des römischen Imperators Konstantin der Große und wurde in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts gebaut. Sie gilt als das älteste Gebäude und christliche Gotteshaus der Stadt.

Georgsrotunde Sofia

Georgsrotunde

Die Kirche Sweta Sofia ist eines der ältesten Kirchenbauten Europas. Dreifach wurde an dieser Stelle ein Gotteshaus errichtet und wieder zerstört. Unter ihr befindet sich ein Museum, in dem archäologische Ausgrabungen einen Blick auf Relikte  jener Zeiten zulassen. Diese Kirche ist außerdem Namensgeber für die heutige Hauptstadt, wobei der Name Sofia aus dem griechischen stammt und mit „Weisheit Gottes“ zu übersetzen ist. Somit ist der Kirchenbau, entgegen vieler Behauptungen, nicht der heiligen Sofia gewidmet. Sie gilt, wie auch die Alexander-Newski-Kathedrale, als Wahrzeichen der Stadt. Letztere wurde darüber hinaus in Erinnerung an den Zaren Alexander II. und an die Gefallenen während des Befreiungskampfes gegen die Osmanen (1877-78) errichtet.

Alexander-Newski-Kathedrale, Sofia, Bulgarien

Alexander-Newski-Kathedrale

Ruinen römischer Thermen, Wohnhäuser wie auch der antiken Festung heben sich zwischen dem Amtsgebäude des Präsidialamts und dem Regierungsgebäude hervor. Eine Unterführung passierend lassen sich diese Jahrhunderte alte Schätze betrachten. Besonders beeindruckend ist der Anblick dieser Überreste bei der Sveta Petka Samardzhiiska Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit Blick auf die Banja-Baschi-Moschee, der größten und einzig aktiven Moschee in der bulgarischen Hauptstadt Sofia.

Banja-Baschi-Moschee, Sofia, Bulgarien

Banja-Baschi-Moschee

Im Zentrum befinden sich ebenfalls die Sveti Sedmochislenitsi Kirche, die russische Kirche „Sweta Nikolai“ und das wunderschöne Nationaltheater „Iwan Wasow“, welche einen Besuch Wert sind.

Sweta Nikolai, Sofia, Bulgarien

Sweta Nikolai

Sweta Nikolai, Sofia, Bulgarien

Sweta Nikolai

Nationaltheater „Iwan Wasow“

Nationaltheater „Iwan Wasow“

Nationaltheater „Iwan Wasow“

Nationaltheater „Iwan Wasow“

Nationaltheater „Iwan Wasow“

Nationaltheater „Iwan Wasow“

Natur: Entspanne an ruhigen Orten und in Parks

Sofia ist eine relativ grüne Hauptstadt mit einigen Parks. Der Größte sowie Schönste heißt „Park Borisova Gradina“ und beinhaltet einen See sowie die zwei Stadien der Hauptstadt. Der Stadtpark ist vor dem Nationaltheater gelegen und besonders bei gutem Wetter und am Wochenende stark besucht. Im Südpark, der ein wenig außerhalb des Zentrums liegt, sind hingegen weniger Touristen anzufinden.

Viele Bewohner und Besucher Sofias werden von dem Vitosha-Gebirge und seinem breiten Spektrum an Aktivitäten (Klettern, Wandern, Wintersport – nur im Winter etc.) angezogen. Auch Du solltest bei Gelegenheit dem bunten Treiben der Hauptstadt für einen oder zwei Tage entgehen und dieses Highlight Sofias erforschen.

Köstlichkeiten: Genieße die bulgarische Küche in Cafés und Restaurants

Die bulgarische Küche lädt zu einigen Köstlichkeiten ein, die Du definitiv probieren solltest. Am Vitosha Boulevard, der Fußgängerzone, lassen sich beispielsweise einige gute Restaurants finden, die typisch bulgarische Gerichte servieren. Der schöne Blick auf das Vitosha-Gebirge ist gratis. Je mehr Du Dich Richtung Süden (Südpark) bewegst, desto mehr Cafés erwarten Dich.

Wer mal etwas anderes ausprobieren möchte, dem empfehle ich das Restaurant „Lavanda“. Beim Betreten dieses gemütlichen Restaurants erschleicht mich das Gefühl, der Einladung von Freunden gefolgt zu sein. Es wird von einem angenehmen Ambiente und schöner Deko getragen. Die raffinierten Gerichte wechseln saisonal und werden von der Küchenchefin kreiert.

Mehr Informationen: Restaurant Lavanda, Adresse: Tzar Shisman 12 a

Meinte Tipps für Deine Reise:

  • Für das Kennenlernen der Stadt bietet sich eine Free Walking Tour an
  • Viele Museen haben Montags geschlossen, daher solltest Du Dich vor einem Besuch nochmal genauer informieren.
  • Die römischen Ruinen beim Präsidialamts erreichst Du gut durch die Unterführungen (Osteingang Largo oder Westeingang Tzum). Auch kannst Du sie bei der Haltestelle Serdika II (in der Nähe der Sveta Petka Samardzhiiska Kirche) Hier wird in einigen Monaten ein Museum errichtet, um die Relikte hautnah erleben zu können.

Vratsa

Vratsa ist eine kleine Stadt circa 1,5 Stunden nördlich von Sofia gelegen. Sie ist von wunderschönen Bergen umringt und hütet in ihren Museen einige wertvolle Schätze. So befinden sich im Regional Historical Museum Vratsa die größten und bedeutendsten archäologischen Funde. Denn es sind Überreste ausgestellt, die Rückschlüsse auf vergangenes Leben vor einigen jahrhundert und sogar jahrtausend Jahren bieten. Dementsprechend ist ein Skelett zu finden, dass älter als 8.000 Jahre ist. Werkzeuge, die bei den Ausgrabungen entdeckt wurden, belegen, dass es sich um einen Bauern handeln müsse. Seltene Steine, die es damals nur im heutigen Rumänien gab, beweisen zudem den Handel mit dieser benachbarten Region. Doch auch mit anderen Völkern soll ein reges Handeln und Tauschen stattgefunden haben. Dafür spricht die geografische Lage Bulgariens – zwischen Asien und Europa.

Vratsa

Vratsa

Blick auf die ehemalige Festung und die Natur im Zentrum Vratsas

Blick auf die ehemalige Festung und die Natur im Zentrum Vratsas

In dem Museum gibt es die ältesten menschlichen Schätze. Ein paar davon wurden in Vratsa selbst per Zufall entdeckt. So kam der größte Silberschatz Bulgariens in dem Garten eines Bewohners Vretsas zum Vorschein. Dieses Silbergeschirr gehörte Archäologen zufolge Königen, die es bei besonderen Anlässen benutzten. Gleichzeitig stellt es den bisher größten Silberschatz dar, der aus einem Guss gefertigt wurde. Doch auch moderne Kunst, wie Unikate, die aus Papier und mit Hilfe eines 3-D Druckers gefertigt wurden, lassen sich bestaunen.

Mehr Informationen: Regional Historical Museum Vratsa

Regional Historical Museum Vratsa

Regional Historical Museum Vratsa

Das ethnografische Museum bietet indes Einblicke in die Kultur und den Lebensstil früherer Generationen. Auf zwei Stockwerken ist traditionelle, handgemachte Kleidung, die ab dem 18. Jahrhundert zu verschiedenen Anlässen getragen wurde, ausgestellt. Auch Musikinstrumente und Einrichtungen damaliger Zeiten sind vorzufinden. Besonders interessant sind Codes, die sich in manchen Kleidungen entdecken lassen und zur Übertragung geheimer Botschaften dienten. Die türkische Invasion prägte überdies die Kleidung der Bulgaren: Die Türken verboten ihnen das Tragen weißer Kleidungsstücke.

Das ethnografische Museum Vratsa

Das ethnografische Museum Vratsa

Meine Tipps für Deine Reise:

  • Im Restaurant Mehana „Nashentsi“ gibt es sehr leckere traditionelle Speisen. Besonders empfehle ich Dir das „Chicken Sach“ (Huhn mit gedünsteten Gemüse) und das Dessert „french nougat“ (hausgemachtes Eis mit getrockneten Früchten sowie Nüssen).

Umgebung Vratsas: Höhle Ledenika

Wer Bulgarien kennenlernen möchte, sollte sich definitiv in ländlichen Regionen und vor allem in der Natur aufhalten. Dieses Ziel vor Augen, passieren wir eine kurvige Bergstraße, die uns einen umwerfenden Blick auf die Landschaft ermöglicht und uns zur Höhle Ledenika führt. Zwischen steilen Felshügeln und Bergen lassen wir den Blick über weite Felder und kleine Dörfer schweifen. Wir erblicken einsame Pferdeherden, Überreste von Häusern, einen rostenden Sessellift. Dieser Ort versprüht seinen eigenen Charme.

Umgebung Vratsas

Umgebung Vratsas

Die Höhle Ledenika ist in drei Teile gegliedert, wobei der erste Teil 1,5 Millionen Jahre alt ist. Der zweite Bereich ist dahingegen der Größte, weshalb dort auch Konzerte und Veranstaltungen abgehalten werden. Uns erwartet hingegen eine einmalige Lichtshow. Im letzten Bereich der Höhle ist ein Brunnen gelegen, der von folgendem Brauch begleitet wird: Wenn Du Dir etwas wünscht und anschließend Deinen Finger in den Brunnen steckst, wird dieser in Erfüllung gehen.

Mehr Informationen: Ledenika Höhle

Höhle Ledenika

Höhle Ledenika

Meine Tipps für Deine Reise nach Bulgarien:

  • Frei zugänglich ist der Park, in dem die Höhle gelegen ist. Er bietet Jung und Alt einige Möglichkeiten der Unterhaltung (Spielplatz, Kletterwand etc.).
  • 8 Personen besuchen gleichzeitig mit einem Guide die Höhle. Ich empfehle eine Jacke und feste Schuhe. Außerdem sind die Durchgänge der Höhle an ein paar Stellen sehr eng und niedrig.
  • Der Park und damit auch die Höhle sind wohl mit einem Bus zu erreichen.

Umgebung Belogradchiks: Rocks und Magurata Cave

Besonders die Umgebung dieser kleinen Stadt begeistert mich. Während der Besuch der Rocks und Fortress ein umwerfendes Naturschauspiel offenbart, lassen die Magurata Cave tiefe Einblicke in die Geschichte des Landes gewähren.

Die unzähligen Felsbrocken ziehen sich durch die weite Landschaft um Belogradchik. Sie kamen zum Vorschein, als ein riesiger Ozean vor 200 Millionen Jahren austrocknete. Diejenigen, welche im Hintergrund der Stadt auf einem Hügel thronen, erhielten von den Dorfbewohnern Namen. Als Namensgeber dienten Gestalten (Kamel, Elefant, Kobra etc.), die sich mit etwas Fantasie erkennen lassen.

Adam gibt Eva einen Kuss

Adam gibt Eva einen Kuss

Die von den Römern erbaute Festung passierend und die steile Treppe erklimmend, erreichen wir bald den höchsten Punkt der Steine. Mächtige Felsbrocken erstrecken sich vor meinen Augen. Sie sind in das satte Grün des Waldes eingebettet, während sich im Hintergrund eine Gebirgskette abzeichnet. Seit Jahrtausenden sind sie so vorzufinden. Ich setze mich und genieße die Sonnenstrahlen auf meiner Haut: Ein Schleier der Ruhe und des Friedens liegt über diesem Ort.

Mehr Informationen: Belogradchik Rocks

Belogradchiks

Belogradchiks

Die Magurata Cave, eine der längsten Höhlen Bulgariens, ist sogar vor Millionen Jahren entstanden. Sie bot Menschen bereits 3000 v. Chr. Schutz und beinhaltet Stalaktiten, Stalagmiten sowie Höhlenmalereien. Diese jahrtausendealten Zeichnungen zeigen tanzende Schwangere, bewaffnete Jäger und verschiedene Tiere. Sie sind sehr gut erhalten und lassen das Leben der Höhlenbewohner erahnen. Während unser Guide auf einen Pilz deutet, erzählt er von seiner halluzinogenen Wirkung. Diese sollen sich die Menschen schon damals für rituelle Zwecke zunutze gemacht haben. Doch auch so etwas wie einen Kalender haben die Bewohner in den Felswänden festgehalten.

Mehr Informationen: The Magurata Cave

Blick auf die Natur beim Eingang der Höhle

Magurata Cave

Meine Tipps für Deine Reise:

  • Auch für die Magurata Cave empfehle ich festes Schuhwerk und eine Jacke.
  • Sofern Du diese Sehenswürdigkeiten besichtigen möchtest, empfehle ich Dir, Dich im Tourismus Büro in Belogradchik genauer zu erkundigen. Denn dort kannst Du sowohl Informationen zur genauen Route als auch hinsichtlich eines zur Verfügung stehenden Guides erhalten. Für die Entdeckung der Höhle sind nämlich nicht immer englischsprachige Guides vorzufinden. Bei den Rocks gibt es ein paar Informationstafeln auf deutsch und englisch.

Umgebung Lokovit

Lukovit zeichnet sich durch eine friedliche und schöne Umgebung aus, die für allerlei genutzt wird: In der Prohodna Höhle lassen sich unter „God’s Eyes“ Bulgaren trauen und Kletterer erklimmen die steilen Felswände, während Familien auf den weiten Wiesen vor der Höhle Fußball spielen.

„God’s Eyes“

Die 295 Meter lange Höhle entstand vor 280 Millionen Jahren. Damals bahnten sich gewaltige Wassermassen ihren Weg durch die Kalkfelsen.

Mehr Informationen: Prohodna Cave

Meine Tipps für Deine Reise

  • In der Nähe der Höhle gibt es einige Wanderwege und Aussichtspunkte
  • Das Hotel Diplomat Plaza wie auch das Restaurant: „La Terrasse“ kann ich wärmstens weiterempfehlen.

Kulinarische Highlights

Die bulgarische Küche ist für ihren Wein, Joghurt, Käse und ihr Fleisch bekannt. Somit solltest Du diese vier Lebensmittel auch probieren. Doch auch das regionale Gemüse und Obst hat einen intensiven und leckeren Geschmack.

Typischerweise werden vor dem Hauptgericht ein Salat oder eine Suppe gegessen. Sehr gut und weit verbreitet sind der „Schopska-Salat“ und die Suppe „Tarator“. Während der Salat mit Tomaten, Gurken, Paprika, Zwiebeln, Schafskäse und Petersilie zubereitet wird, dominieren Gurken und Joghurt die lokale Suppe. Für das Fleisch gibt es einige Zubereitungsweisen (bsp. Spieße oder Kebaptescheta – erinnern an Würste).

„Schopska-Salat“

„Schopska-Salat“

Kavarma v guveche: mit Käse überbackenes Fleisch und Gemüse

Kavarma v guveche: mit Käse überbackenes Fleisch und Gemüse

Burania aus suspanak: Ei auf Spinat

Burania aus suspanak: Ei auf Spinat

Jogurt mit Waldbeeren

Jogurt mit Waldbeeren

Fazit zu unserem Roadtrip durch Bulgarien

Der Nordwesten von Bulgarien ist wohl noch eines der ungeschliffenen Diamanten Europas. Viel gibt es zu entdecken und einige Highlights erwarten Dich in den riesigen Bergen, weiten Feldern und kleinen Dörfern. Für eine Erkundungstour empfehle ich das Mieten eines Autos oder Wohnwagens (mit Navi!). Damit kannst Du Dich frei und unabhängig bewegen. Das Wissen über kyrillische Buchstaben ist von großem Vorteil, da dieses Schriftbild besonders in ländlichen Gebieten vorherrschend ist.

Warst Du bereits in Bulgarien? Oder möchtest Du mir einen Tipp geben, an welchen Orten mich weitere Highlights erwarten? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!


Meine Reise nach Bulgarien erfolgte auf Einladung des Ministry of Tourism of the Republic of Bulgaria.
Vielen Dank dafür! 

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