Meine Tipps für eine Städtereise nach Mostar
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Mostar zählt zu den schönsten Städten auf dem gesamten Balkan. Dennoch kommen die meisten Besucher nur für einen Tagesausflug von Dubrovnik oder Split in die bezaubernde Stadt in Bosnien und Herzegowina. Um die malerisch an der Neretva gelegene facettenreiche Stadt mit ihrer traurigen Geschichte näher kennenzulernen, solltest Du Dir aber mindestens zwei Tage Zeit nehmen. Denn neben der Stari Most, der wohl bekanntesten Bogenbrücke der Welt, haben Mostar und Umgebung noch weitaus mehr zu bieten: uralte Moscheen, sehenswerte Museen, interessante Festungen aus österreich-ungarischer Herrschaft und auch ausgezeichnete Restaurants.
Im folgenden Artikel verrate ich Dir all meine Tipps für eine Städtereise nach Mostar und spannende Ausflugsziele rund und um die schönste Stadt in Bosnien und Herzegowina.
Allgemeine Infos über Mostar
Die Gegend um Mostar ist bereits seit vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Ab 1454 gab es an der Neretva einen befestigten Übergang, der 1466 von den Osmanen erobert wurde. Sie bauten den Ort zu einem Verwaltungssitz um und er erhielt den Namen Mostar (auf Deutsch: Brückenwächter). 1878 kam Mostar wie ganz Bosnien und Herzegowina unter österreichisch-ungarische Verwaltung. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Mostar zu Jugoslawien.
Während des Bosnienkriegs kam es in Mostar zwischen 1992 und 1995 zunächst zu Kämpfen zwischen kroatisch-bosniakischen und serbischen Einheiten. Ein Jahr später gerieten die ehemaligen Verbündeten aneinander und es kam zu Kämpfen zwischen der bosnischen Armee und dem kroatischen Verteidigungsrat HVO, der den Ostteil der Stadt abriegelte. Dabei wurde Mostar auch durch Vertreibung in einen kroatischen Teil am westlichen Ufer des Flusses Neretva und einen bosniakischen am östlichen Ufer aufgeteilt. Erst 2004 wurde die Teilung in zwei Städte formal aufgehoben. Doch auch mehr als 30 Jahre nach dem Bosnienkrieg ist Mostar eine geteilte Stadt. Es gibt kaum Kontakte zwischen Bosniaken und Kroaten, selbst Schulunterricht findet getrennt statt.
Mit rund 110.00 Einwohnern ist Mostar heute die größte Stadt der Herzegowina (der südliche Teil von Bosnien und Herzegowina) und außerdem die schönste Stadt des Landes. Malerisch liegt Mostar am Fluss Neretva in einem Talkessel zwischen den Bergmassiven Velez und Cabulja.
Mit einer Sonnenscheindauer von durchschnittlich 2291 Stunden pro Jahr ist Mostar der sonnigste Ort in Bosnien und Herzegowina und zählt zu den heißesten Städten Europas. In den Sommermonaten steigen die Temperaturen häufig auf über 40 °C, daher empfiehlt es sich, die Stadt im Frühling oder Herbst zu besuchen.

Gut zu wissen
Wie viel Zeit sollte ich für eine Städtereise nach Mostar einplanen?
Um die geschichtsträchtige und facettenreiche Stadt kennenzulernen und zu erleben, solltest Du Dir mindestens zwei Tage Zeit nehmen.
Mit welcher Währung kann man in Mostar bezahlen?
Die Landeswährung von Bosnien und Herzegowina ist die Konvertible Mark (KM). 1 Euro entspricht 2 KM. An touristischen Orten und in größeren Städten kannst Du aber teilweise auch in Euro bezahlen. Der Euro wird dort sehr gerne genommen.
Wann ist die beste Reisezeit für Mostar?
Die beste Reisezeit für einen Städtetrip nach Mostar sind die Monate Mai, Juni und September. Zu dieser Zeit ist es mit Temperaturen von 22 °C bis 28 °C angenehm warm, aber nicht so heiß wie in den Sommermonaten. Im Sommer erreichen die Temperaturen gerne mal 40 °C und zudem ist Mostar im Hochsommer total überfüllt.
Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Mostar
Stari most: Die Alte Brücke
Die Stari most (auf Deutsch: Alte Brücke) ist das Wahrzeichen von Mostar und als Postkartenmotiv weltweit bekannt. Die etwa 19 Meter hohe Bogenbrücke über die türkisblaue Neretva wurde von 1556 bis 1566 vom osmanischen Architekten Mimar Hajrudin erbaut. Sie galt jeher als Verbindung zwischen West und Ost sowie zwischen Christen und Muslimen. Während des Bosnienkriegs wurde die Brücke jedoch durch einen mehrstündigen gezielten Beschuss durch die Truppen der bosnischen Kroaten am 9. November 1993 komplett zerstört.
An beiden Uferseiten der Brücke mahnen heute « Never Forget 1993 » Steine, dieses Ereignis niemals zu vergessen. Nach Kriegsende wurde die Brücke nämlich erneut aufgebaut und 2004 wiedereröffnet. 2005 wurde die Stari most gemeinsam mit einem Teil der Altstadt in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen.
Auch wenn die Brücke rekonstruiert wurde, die ethnische Teilung Mostars blieb. Zwar verbindet die Brücke heute wieder beide Teile der Stadt, doch Mostar war, ist und bleibt ethnisch geteilt. Wo einst die Frontlinie verlief, befindet sich noch eine heute Grenze – eine unsichtbare Grenze, die Du als Tourist jedoch nicht weiter bemerken wirst. Nur der Bell Tower auf der linken Uferseite der Neretva gibt zu erkennen, dass auf dieser Seite mehrheitlich Christen leben. Während auf der anderen Seite der muslimische Glaube überwiegt und Moscheen das Stadtbild dominieren.
Einen fantastischen Ausblick auf die Brücke genießt Du übrigens von der gegenüberliegenden Lucki most. Schön ist der Ausblick auch von der Kujundziluk, einer malerischen Gasse auf der muslimischen Seite des Flusses mit dem ältesten Basar der Stadt. Um das Minarett der Koski Mehmed Pasha Moschee zu erklimmen, musst Du Eintritt (15 KM) bezahlen, doch es lohnt sich. Der Ausblick von oben ist einfach atemberaubend schön.



Der Basar Kujundziluk
Die Kujundziluk ist eine der Hauptgassen in der Altstadt von Mostar, die sich von der Stari most am muslimischen Ufer der Neretva entlang schlängelt. Heute befinden sich in dem Basar zahlreiche Restaurants, Cafés und Souvenirshops, doch noch immer gibt es dazwischen Geschäfte für Dinge des täglichen Bedarfs und Kupferschmiede, die zauberhaften handgefertigten Schmuck und andere Andenken aus Kupfer verkaufen.
Die Koski Mehmed Pasha Moschee
Unweit des Basars befindet sich die Koski Mehmed Pasha Moschee, die älteste Moschee der Stadt. Sie wurde 1618 von den Osmanen erbaut und kann außerhalb der Gebetszeiten besucht werden. Für 15 BAM kannst Du das Minarett der Moschee besteigen und den atemberaubenden Ausblick auf das malerisch an der Neretva gelegene Mostar, die Stari most und das gesamte Tal genießen.
Adresse: Mala Tepa 16, Mostar 88000 | Öffnungszeiten: täglich von 9.00 – 20.30 Uhr | Eintritt: 15 KM


Kriva Cuprija: Die krumme Brücke
Angeblich wurde die historische Kriva Cuprija ebenfalls vom osmanischen Architekten Mimar Hajrudin errichtet – zu Testzwecken vor der Erbauung der Stari most. So genau weiß das heute jedoch keiner mehr. Optisch ähneln sich die Stari most und die Kriva Cuprija jedoch sehr. Bei beiden wurden regelmäßige Kalksteinquader in einem perfekten, halbkreisförmigen Bogen angeordnet. Der Name « krumme Brücke » bezieht sich nicht auf die Brücke selbst, sondern auf den gekrümmten Zugangsweg zur Brücke.
Die Kriva Cuprija befindet sich nur wenige Meter entfernt von ihrer berühmten großen Schwester und führt über den Radobolja – ein kleiner Nebenfluss der Neretva.


Der Sniper Tower
Weithin sichtbar ist der Sniper Tower, ein mächtiger verlassener Betonklotz am linken Ufer der Neretva, der über und über mit Graffitis besprüht ist. Das Gebäude zählt zu den höchsten der Stadt und ragt aus dem Dächermeer Mostars weithin hinaus. Eine richtige Sehenswürdigkeit ist die Ruine des Sniper Towers nicht und betreten kann man diesen auch nicht, dennoch ist er eines der Wahrzeichen von Mostar, das als Mahnmal sinnbildlich für die Gewalt und Gräueltaten der Vergangenheit steht.
Der Sniper Tower war einst ein Gebäude der Ljubljanska Bank. Mit Ausbruch des Krieges wurde das Gebäude, das sich auf einem steilen Hügel befand, jedoch von kroatischen Scharfschützen beschlagnahmt und diente während der Belagerung der Stadt als Scharfschützenturm.
Mostar Museum Of War And Genocide Victims 1992-1995
Wer mehr über Mostars grausame Vergangenheit erfahren und die Geschehnisse verstehen möchte, sollte außerdem das Museum des Krieges und Opfer des Genozids besuchen. Leicht zu verdauen ist ein Besuch dieses Museums, das sich mit der Aufarbeitung der Geschehnisse befasst, nicht. Doch es hilft, die Ereignisse des Bosnienkriegs zu verstehen und setzt sich dafür ein, dass diese Ereignisse niemals vergessen werden – und hoffentlich nie wieder geschehen.
Adresse: Marsala Tita 130, Mostar 88000 | Öffnungszeiten: täglich von 9.00 – 22.00 Uhr | Eintritt: 10 KM
War Photo Museum
Auch das War Photo Museum, das sich in einem ehemaligen osmanischen Hamam aus dem 16. Jahrhundert befindet, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die grausame Vergangenheit der Stadt wachzuhalten. Im Museum findest du großformatige Schwarz-Weiß-Fotos aus dem Kriegsgebiet, also aus dem östlichen Teil der Stadt, die während der Belagerung der Stadt aufgenommen wurden.
Das Museum vermittelt die jüngste Geschichte Mostars auf eindrucksvolle Weise und zeigt eindrücklich, welche Spuren der Krieg im Stadtbild hinterlassen hat. Uns hat der Besuch sehr nachdenklich gemacht und tief beeindruckt.
Adresse: Rade Bitange, Mostar 88000 | Öffnungszeiten: täglich von 10.00 – 21.00 Uhr | Eintritt: 15 KM
Die besten Aktivitäten in Mostar
Die schönste Art, eine Stadt kennenzulernen, ist mit Einheimischen. Daher lege ich Dir Sheva’s kostenlose Heart of Mostar Tour: Geschichte, Tradition und Erbe ans Herz. Die Free Walking Tour dauert knapp zwei Stunden und startet am War Photo Museum. Die Touren finden in den Sommermonaten täglich um 11.00 Uhr und um 19.00 Uhr statt und sind grundsätzlich kostenlos. Der einheimische Guide freut sich aber natürlich über ein Trinkgeld.
Sheva’s kostenlose Heart of Mostar Tour online buchen
Weitere spannende Touren und außergewöhnliche Erlebnisse kann ich Dir in Mostar ebenfalls empfehlen:
Ausflugsziele rund um Mostar
Nicht nur Mostar selbst ist sehenswert, auch die Gegend rund um die größte Stadt der Herzegowina. Neben jeder Menge unberührter Natur findest du rund um Mostar zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten.
Blagaj und das Derwischkloster
Nur 10 Kilometer südlich von Mostar befindet sich das kleine Örtchen Blagaj. Dort befindet sich die Bunaquelle. Die Karstquelle ist eine der wasserreichsten und größten Quellen Europas. Das Wasser, das hier aus dem Kalkstein tritt, ist kristallklar und kann problemlos getrunken werden.
Am rechten Ufer des Quellsees befindet sich das Derwischkloster von Blagaj. Das Ensemble der Tekija – das Versammlungs-, Ausbildungs- und Aufenthaltszentrum eines Sufiordens – wurde im 16. Jahrhundert von Derwischen (besser bekannt als Sufis) in den Felsen über der Quelle geschlagen. Ein breiter Erker des Gebäudes überragt den See, sodass man sich von dort selbst im Wasser spiegeln kann. Nur Bruchteile des Derwischklosters sind heute noch erhalten, dennoch hat sich das Tekija seinen Charme bewahrt. Heute befindet sich innerhalb der Mauern ein Museum für türkische Wohnkultur.








Die Festung Stjepan Grad
Hoch über der Bunaquelle befindet sich die Festung Stjepan Grad, die Du nach einer rund 20-minütigen Wanderung erreichst. Wo heute die Festung steht, wurde bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. eine befestigte Siedlung erbaut, die später von den Römern in ein Feldlager umgewandelt wurde. Das heutige Aussehen erhielt die Burg allerdings erst durch die Osmanen, die Schanzen, Verließe, mehrere große Türme und eine Moschee bauten.
Durch ein Erbeben wurde die Festung im 19. Jahrhundert schwer beschädigt, und dennoch zählt sie zu den besterhaltenen Festungen in der gesamten Herzegowina. Vor allem der Ausblick über das Tal ist von dort oben ein absolutes Highlight.
Die Kravica Wasserfälle
Zu den beliebtesten Ausflugszielen rund um Mostar zählen die Kravica Wasserfälle. Der Fluss Trebizat stürzt hier über einen 120 m breiten Hang mit moosbehangenen Felsen rund 28 Meter in die Tiefe. Am Fuße der Wasserfälle hat sich über die Jahre ein smaragdgrüner Pool gebildet, in welchem man in den warmen Sommermonaten baden kann.
Allerdings findet man hier in den Sommermonaten auch wenig Ruhe, denn dann kommen täglich zahlreiche Busse aus Dubrovnik und Split, die Massen an Touristen ausspucken, die neben Mostar auch die Wasserfälle sehen möchten. Daher empfiehlt sich der Besuch der Kravica Wasserfälle eher außerhalb der Saison.
Spannende Touren und Aktivitäten rund um Mostar:
Essen in Mostar
Mostar ist voll von zauberhaften Cafés und kleinen Restaurants, die zum Essen und Verweilen einladen. Besonders gut gefallen haben uns folgende:
- Restoran Labirint: Das Restaurant befindet sich mitten in der Altstadt und von der Terrasse genießt man einen atemberaubend schönen Blick auf die Alte Brücke. Herrlich lässt es sich hier mit einem Aperol Spritz verweilen und das traditionelle bosnische Essen war auch ziemlich lecker.
- Urban Taste of Orient: Von der Terrasse des Restaurants genießt man ebenfalls einen traumhaften Blick auf die Alte Brücke und die traditionellen Gerichte der Herzegowina, die hier modern präsentiert werden, sind fantastisch.
- Old Town Bakery: In der schönen Bäckerei gibt es die besten Baklava der Stadt.
- Café Stari Grad: Das Café befindet sich in einer der belebtesten Gassen der Altstadt. Bei einem bosnischen Kaffee kann man hier ganz wunderbar das Leben auf der Straße beobachten.

Schöne Hotels und Unterkünfte in Mostar
Da wir auf dem Balkan mit dem Van unterwegs waren, haben wir die Zeit in Mostar im Autocamp Victoria verbracht. Der ruhige, kleine Campingplatz befindet sich direkt am Ufer der Neretva, rund 3 Kilometer entfernt vom Stadtzentrum. Busse fahren alle 20 Minuten direkt vor dem Campingplatz ab in Richtung Stadt, daher ist der Platz perfekt, um Mostar zu erkunden. Zudem sind die Besitzer supernett und hilfsbereit.
Wenn Du nicht mit dem eigenen Campervan oder Wohnmobil unterwegs bist, kann ich Dir folgende Hotels und Unterkünfte in Mostar empfehlen:
- Ganz zauberhaft traditionell eingerichtet sind die zentral gelegenen Apartments Villa Mike und zudem punktet die Unterkunft mit einem tollen Pool.
- Die Villa Gunga befindet sich ebenfalls mitten in der Stadt und entzückt mit kleinen, aber modern eingerichteten Zimmern.
- Richtig schick sind die Zimmer im Shangri La Mansion und der Ausblick von der Dachterrasse des Hotels ist grandios.
Die besten Mostar Reiseführer
- Sehr zu empfehlen ist der Trescher-Reiseführer BOSNIEN UND HERZEGOWINA, der Dich auf eine Entdeckungstour durch das kleine Westbalkanland mitnimmt.
- Ein Geheimtipp ist der Reiseführer Bosnien & Herzegowina – 101 Highlights im meistunterschätzten Land Europas. Darin findest Du wunderschöne Orte und Abenteuer abseits ausgetretener Touristenpfade.
- Die Autoren des Buches Faszination Bosnien und Herzegowina: Zwischen Natur, Geschichte und Abenteuer waren acht Monate mit ihrem Camper im Land unterwegs und haben ihr ganzes Wissen in dieses Buch gesteckt.
Noch mehr Inspiration für Bosnien und Herzegowina und den Balkan:
Warst Du schon mal in Mostar? Hast Du noch mehr Tipps für die Stadt in Bosnien und Herzegowina? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Nina
Hi! Ich bin Nina von Reisehappen! Bloggerin, Grafikerin & Illustratorin, Foodie und leidenschaftliche Köchin, Käseliebhaberin, Reisejunkie, Workaholic, Yoga addicted, 6 Kontinente – 70 Länder und noch immer vom Fernweh geplagt.
