Reiseberichte, allgemeine Infos und Tipps für Deine individuelle Reise in den Kosovo
Die Republik Kosovo heißt auf Albanisch Republika e Kosoves, auf Serbisch Republika Kosovo – und ob der Kosovo überhaupt ein eigener Staat ist, das ist Ansichtssache. 117 Staaten haben den Kosovo mittlerweile als unabhängig anerkannt. Die Wurzeln des Konfliktes im Kosovo sind Jahrhunderte alt und noch immer wird um die internationale Anerkennung erbittert gestritten.
Der Kosovo ist das kleinste Land auf dem Balkan und gerade einmal halb so groß wie Hessen. Umgeben ist es rundum von hohen Bergen, dazwischen liegen die beiden fruchtbaren Ebenen Metochien und Amselfeld. Einen Zugang zum Meer hat der Kosovo nicht.
Heute leben im Kosovo knapp 2 Millionen Menschen, davon 92 % Albaner und 5 % Serben. Doch das war nicht immer so. In der Antike war der Kosovo von Illyrern besiedelt, wurde anschließend von Rom und dann von Byzanz erobert. Als das Byzantinische Reich zerfiel, teilten sich Serbien und Bulgarien das Land. Nach der Schlacht auf dem Amselfeld im Jahre 1389 gewann das Osmanische Reich die Vorherrschaft in der Region – die osmanischen Albaner kehrten zurück in das Land und die Serben flohen. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel der Kosovo erneut an Serbien, im Zweiten Weltkrieg wurde das Land erneut Albanien zugesprochen und die serbischen Kosovaren vertrieben.
Nach Kriegsende gehörte der mehrheitlich von Albanern bewohnte Kosovo als autonomer Teil Serbiens dann zum Jugoslawischen Staatenbund. 1989 wurde der autonome Status des Kosovos von Serbien revidiert und die albanische Bevölkerung wurde durch die serbische Regierung unter Slobodan Milosevic systematisch unterdrückt.
Der meist gewaltfreie albanische Widerstand wandelte sich ab Mitte der 1990er-Jahre zum bewaffneten Guerillakampf der Befreiungsarmee UCK, was 1998 zum Kosovokrieg führte, in dem Serben und Albaner schwere Kriegsverbrechen begingen. Der Krieg wurde 1999 durch NATO-Truppen beendet, doch die Serben und Roma wurden bis 2004 in landesweiten Pogromen vertrieben. Seitdem werden serbische Enklaven und Kulturgüter wie zum Beispiel das serbisch-orthodoxe Kloster Visoki Decani von KFOR-Truppen beschützt.
Wirtschaftlich geht es dem Kosovo bis heute nicht gut und er ist von internationalen Hilfen und dem Geld im Ausland lebender Kosovaren abhängig. Organisierte Kriminalität ist im Kosovo mächtig und Korruption gehört zum Alltag. Das klingt nun zunächst nicht nach einem Land, das man unbedingt bereisen möchte, daher trifft man dort bis heute auch nur wenige Touristen.
Die andere Seite ist aber, dass wir im Kosovo die freundlichsten, hilfsbereitesten und nettesten Menschen auf dem gesamten Balkan und vielleicht auf der ganzen Welt getroffen haben. Zudem ist der Kosovo ein spannendes Land mit einem reichen Erbe aus serbischer und osmanischer Vergangenheit. Im Kosovo stehen die heiligsten Klöster der serbisch-orthodoxen Kirche, aber auch jahrhundertealte Moscheen. Es gibt lebendige und glitzernde, moderne Städte wie Pristina und charmante Städte wie Prizren, die jeden Besucher verzaubern. Zudem hat der Kosovo auch landschaftlich viel zu bieten und in den Bergen lässt es sich herrlich wandern.
Hauptstadt: Pristina
Beste Reisezeit: Im Frühling und im Herbst sind die Temperaturen angenehm mild und es regnet vergleichsweise wenig.
Währung: Der Kosovo ist kein EU-Mitglied und gehört nicht zur Europäischen Währungsunion. Dennoch ist der Euro die offizielle Währung im Kosovo. Besuchst Du allerdings Orte wie das serbisch-orthodoxe Kloster Visoki Decani, kannst Du dort ausschließlich mit serbischen Dinar zahlen.
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