Tipps und Infos für die abgelegenen Tuamotu Inseln im Südpazifik

Wie eine Kette aneinander gereiht liegen sie da, die Atolle der Tuamotus. Palmengesäumte Sandstrände, glasklare türkise Lagunen und man hat das Gefühl die Zeit steht still. Genauso habe ich mir das Paradies immer vorgestellt. Allgemeine Infos und meine Tipps für einen Urlaub auf den abgelegenen Tuamotu Inseln in Französisch Polynesien findest Du in diesem Artikel.

Lies auch meine anderen Artikel über Französisch Polynesien

Allgemeine Infos zum Tuamotu-Archipel

Der Tuamotu-Archipel ist die Inselgruppe mit der weltweit größten Ausdehnung. Sie bedeckt eine Fläche größer als Westeuropa, wobei die Landfläche nur etwa der Größe der Stadt Berlin entspricht. Außerdem leben auf den Inseln gerade mal 17.000 Menschen. 

Zum Tuamotu-Archipel gehören 76 Inseln und Atolle. Einige davon zählen zu den größten Atolle der Erde, so vor allem die zentrale Lagune von Rangiroa die etwa 80 km lang und 32 km breit ist. 

Nice to know: Prinzipiell besteht ein Atoll übrigens immer aus einem ringförmigen Korallenriff und einer Lagune innerhalb de Riffs. Wo heute die Lagune ist, war einst eine Vulkaninsel, drumherum wuchsen Korallen. Über Jahrtausende versanken die Vulkaninseln wieder im Meer, während die Korallen an den Vulkanhängen empor wuchsen. Auf den Korallenstöcken bildeten sich kleine Inseln, so genannte Motus, währen das restliche Riff eine unpassierbare Unterwasserschranke bildet. Manche der Atolle sind rundherum geschossen, während andere Pässe haben, durch die man in die Lagune hereinfahren kann.

Tuamotu Archipel – Tipps für die unbekannte Inselgruppe in Französisch Polynesien

Der Tuamotu-Archipel früher und heute

1521 entdeckte Ferdinand Magellan die Tuamotus für die Europäer, zunächst jedoch ohne politische Folgen. Ab 1834 kamen jedoch die französischen Missionare, zunächst auf die Gambierinseln, und es begann die Missionierung der Inseln. Durch die Missionierung drang jedoch auch die Nachricht über den Perlenreichtum der Inseln nach Europa und sie wurden zu einem begehrten Ziel für Händler. 1880 wurden die Inseln französische Kolonie, doch blieben sie bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts nahezu isoliert, da die Schifffahrt zwischen den kleinen Inseln auf Grund der scharfkantigen Riffe sehr gefährlich war. Deshalb nannte man die Inseln bis vor 100 Jahren auch tatsächlich noch „Dangerous Islands“.

Traurige Berühmtheit erlangte der Mururoa-Atoll im Tuamotu-Archipel 1966. Am 2. Juli detonierte hier die erste französische Atombombe. Weitere 41 atmosphärische Bomben folgten. Nach Protesten von Neuseeland und Peru intervenierte Frankreich und ab 1974 wurden die Testreihen auf den evakuierten Inseln Mururoa und Fangataufa nur noch unterirdisch durchgeführt – insgesamt 181. 1996 musste Frankreich auf Druck der Polynesier das gesamte Programm aufgeben und zog seine Truppen aus dem Land ab. Doch die Nachwirkungen der Atomtests sind bis heute in der Natur und der Gesellschaft spürbar. Das fotogene Urlaubsparadies und die unsichtbare Hölle liegen in den Tuamotus nahe beieinander.

Nach Abzug der französischen Truppen beruht die Wirtschaft heute nur noch auf drei Säulen, der Kopraproduktion, der Zucht der berühmten schwarzen Perlen und dem Tourismus, der sich allerdings nur bescheiden entwickelt. Vor allem für Tauchtouristen sind die Inseln Rangiroa, Tikehau, Fakarava und Manihi interessant. Ohne umfangreiche Subventionen durch Frankreich und die EU wäre das Leben auf den Tuamotus heute jedoch nicht möglich.

Fakarava – die himmlische Insel
Fakarava – die himmlische Insel

Die Unterwasserwelt der Tuamotus – Tauchen auf den Tuamotus

Währen Flora und Fauna der Inseln nicht besonders artenreich sind, steht dem eine unvergleichliche Unterwasserwelt gegenüber. Die Tuamotus sind Heimat von über 600 verschiedenen Arten an Korallenfischen. Diese findet man vor allem in den Hoas, den Riffpassagen, da hier immer reichlich Nahrung eingespült wird. Auch Weißspitzenriffhaie, Delphine, Hammerhaie, Walhaie und Schildkröten findet man hier. So ist es nicht verwunderlich, dass die Tuamotus als eines der schönsten Tauchreviere der Welt gelten.

Die Unterwasserwelt der Tuamotus – Tauchen auf den Tuamotus

Tipps für die schönsten Atolle im Tuamotu-Archipel

Doch das Tuamotu-Archipel hat nicht nur eine spektakuläre Unterwasserwelt, es gilt auch als Wiege der Perlenzucht Tahitis. Außerdem hat jede der 76 Inseln und Atolle seinen ganz eigenen Charme. Manche bestehen nur aus einem endlos langen weißen Sandstrand und ein paar Kokosplantagen. Andere wie Rangiroa, der größte Atoll der Welt, haben sehr viel mehr zu bieten. 

Der Takapoto-Atoll hat sich bis heute seine Naturbelassenheit erhalten und ist Heimat der berühmte schwarze Perle, Anaa ist bekannt für seine leuchtend smaragdgrüne Lagune, während der Atoll Mataiva in Inneren der Lagune 70 Pools und 9 Pässe zählt. Daher wird das Schnorchelparadies auch “Insel der neun Augen” genannt. Makemo dagegen ist bekannt für seine leuchtend pinken und roten Sand und auch die rosa Strände von Tikehau sind herrlich.

Auf allen Inseln findest Du kleine nette Pensionen und Gästehäuser, Luxushotels dagegen nur auf den größeren Atollen. Die meisten der abgelegenen Inselchen erreicht man per Boot oder Flug aber auf jeden Fall ziemlich gut.

Fakarava – die himmlische Insel

Fakarava ist das zweitgrößte Atoll in Französisch-Polynesien und wird auch gerne „die Himmlische“ genannt, da es wirkt als würde die azurblaue Lagune direkt in den Himmel übergehen. 

Auch wenn das Atoll groß ist könnte man die 41 kleinen Inselchen, die einen Ring um die Lagune bilden, glatt übersehen. Die Lagune von Fakarava ist nämlich die eigentliche Hauptattraktion. Das Wasser türkis und glasklar. Schnorchel und Brille benötigt man hier nicht um Fische zu sehen, man muss nicht mal mit dem Kopf unter Wasser. Direkt am Ufer schwimmen die Schwarzspitzenriffhaie und die  Korallen sind hier noch in Takt. Auf Grund dieser unberührten Natur wurde das Atoll zusammen mit den sechs Nachbaratollen Taiaro, Toau, Niau, Raraka, Aratika, Kauehi auch offiziell zum UNESCO-Biosphärenreservat ernannt. 

Fakarava – die himmlische Insel
Fakarava – die himmlische Insel
Fakarava – die himmlische Insel
Tauchen auf Fakarava

Bei Tauchgängen durch die Tamakohue-Passage im Süden wirst Du häufig von hunderten Haien begleitet und mit einer Sichtweite von über 50 Meter gilt die Passage als spektakulär. Nicht minder schön sind Tauchgänge im Ngarue-Pass im Norden bei Rotoava, wo Du je nach Saison Hammerhaie, Adlerrochen, Grauhaie und vieles mehr sehen kannst. Wer die Unterwasserwelt des Atolls nicht nur beim Schnorcheln, sondern auch beim Tauchen erkunden möchte, dem kann ich die Tauchschule Top Dive empfehlen. Auch als unerfahrene Taucherin habe ich mich gut aufgehoben gefühlt.

Aktivitäten auf Fakarava

Fakarava ist zwar sehr ursprünglich, doch neben der Unterwasserwelt gibt es doch noch einiges andere auf Fakarava zu entdecken:

  • Miete Dir ein Fahrrad und radle entlang der einzigen asphaltierten Strasse vom Hauptort Rotoava rund 18 km durch die landschaftliche reizvolle Gegend. Auf der einen Seite begleitet Dich stets der dunkelblaue Pazifik, auf der anderen Seite die smaragdgrüne Lagune. Teils sind Pazifik und Lagune nur wenige Meter und die asphaltierte Strasse voneinander entfernt.
  • Besuche die alten Leuchttürme der Insel, die mit ihrer Pyramidenform ein beliebtes Fotomotiv darstellen.
  • Beobachte die Sterne. Der Nachthimmel der Tuamotus ist auf Grund der nicht vorhandenen Lichtverschmutzung spektakulär. Nirgends sonst habe ich die Milchstrasse so klar gesehen wir hier.
  • Erkunde mit einer polynesischen Piroge die Motus und gehe schnorcheln.
  • Probiere die lokale Spezialität Kaveu, Einsiedlerkrebse die sich von Kokosfleisch ernähren, und daher super zart und süßlich schmecken.
  • Besuche die kleine Kirche in Rotoava und bewundere die Deko aus Muschelschalen im Inneren.
  • Besuche die Perlenfarm Hinano Pearls, die der gebürtige Schwarzwälder Gunter Hellberg zusammen mit seiner polynesischen Frau Hinano betreibt.
Aktivitäten auf Fakarava
Aktivitäten auf Fakarava
 Kirche Fakarava Französisch Polynesien
 Kirche Fakarava Französisch Polynesien
Allgemeine Infos zu Fakarava
  • Internet in Fakarava: Die Sim-Karten von VINI und Vodafone funktionieren auf der Insel. An der Tourist Info gibt es außerdem einen WiFi-Point: die Verbindung ist langsam, funktioniert aber wenn nicht mehr als 2 Personen gleichzeitig surfen.
  • Es gibt keinen Geldautomaten oder Banken auf Fakarava, nimm also genug Bargeld mit.
Wifi Fakarava Französisch Polynesien
Übernachten auf Fakarava:

Auf Fakarava gibt es keine Luxushotel, nur kleine Pensionen  und familiengeführte Gästehäuser. Wer nicht, wie ich, mit der Aranui unterwegs ist, dem kann ich folgende Unterkünfte empfehlen:

Fakarava – die himmlische Insel
Fakarava – die himmlische Insel

Rangiroa – die unendliche Insel

Rangiroa ist, mit einem Ring aus rund 240 Inselchen, die durch hunderte Hoas (kleine Wasserkanäle) getrennt sind, das größte Atoll des Tuamotu Archipels und das zweitgrößte Atoll der Welt. Das Innere der Lagune ist so groß, dass die ganze Insel Tahiti hineinpassen würde. 

Das Hauptatoll der Tuamotus wird auch Rairoa genannt, was so viel wie „unendlicher Himmel“ bedeutet. Auch „die Unendliche“ wird die Insel genannt, denn man sieht nur die weite Lagune, aber kein Landende, denn Rangiroa erstreckt sich auf rund 80 km. Allerdings sind eigentlich nur 7  der 240 Motus Rangiroas überhaupt bewohnt. Diese sieben Inselchen erstrecken sich zwischen den beiden Hauptorten Avatoru und Tiputa an den gleichnamigen Pässen. Hier leben auch die  rund 2500 Einwohner Rangiroas.

Rangiroa – die unendliche Insel
Rangiroa – die unendliche Insel
Tauchen auf Rangiroa

Wie auch Fakarava, oder vielleicht sogar noch mehr, ist Rangiroa ein absolutes Muss für leidenschaftliche Taucher. Allerdings sollte man etwas Erfahrung mitbringen, da in den Pässen doch recht große Strömung herrscht. 

Der Avatoru Pass bietet vor allem Großfische, wie zum Beispiel Silberspitzen-Haie, die sonst nur in weitaus tieferen Gewässern zu finden sind. Im Tiputa Pass trifft man dagegen bei nahezu jedem Tauchgang auf Große Tümmler. Schildkröten und Barrakuda-Schwärme trifft man in beiden Pässen und je nach Jahreszeit auch Hammerhaie. Top Dive hat auf Rangiroa, wie auch auf Fakarava, eine Tauchschule und bietet Kurse und Tauchgänge für jede Könnerstufe an. Wie in Französisch Polynesien sehr häufig üblich wird mit Nitrox getaucht.

Tauchen auf Rangiroa
Tauchen auf Rangiroa
Tauchen Rangiroa Französisch Polynesien
Aktivitäten auf Rangiroa

Doch auch Rangiroa hat weitaus mehr zu bieten als „NUR“ schöne Tauchspots:

  • Wer gerne einfach mal einen Tag faul ist – Rangiroa hat traumhaft schöne Strände direkt an der Lagune, die zum Sonnenbaden und Nichtstun einladen.
  • Schnorchle durch die traumhaften Korallengärten.
  • Besuche die blaue Lagune, eine kleine Lagune innerhalb der Großen, und den pinkfarbenen Strand
  • Mache eine Bootstour durch die Lagune – aus dieser Perspektive schaut die Insel noch einmal ganz anders aus
  • Rangiroa ist Heimat der bedeutendsten Perlenfarmen der Tuamotus – Besuche die Perlenfarm Gauguins Pearl und erfahre mehr über die Zucht der berühmten und sündhaft teuren schwarzen Tahiti-Perlen
  • Erkunde die hübschen Dörfchen Avatoru und Tiputa mit ihren korallengeschmückten Kirchen und den kleine Läden
  • Insidertipp Rangiroa: Besuche das Dominique Estate auf einem kleinen Motu vor Avatoru. Hier gedeihen inmitten von Kokospalme drei verschiedenen Rebsorten. Bei einer Führung über das Weingut lernst du mehr über den Weinanbau in der Südsee und kannst den „Vin de Polynesie Francaise“ bei der anschließenden Weinprobe natürlich auch probieren. Die Weine sind meiner Meinung nach nicht Weltklasse, obwohl sie mehrere Preise gewonnen haben, aber ein mehr als originelles Mitbringsel und weltweit begehrt, da ein Kuriosum. Denn wer erwartet schon, dass in der Südsee Wein angebaut wird?
die Perlenfarm Gauguins Pearl Rangiroa
die Perlenfarm Gauguins Pearl Rangiroa
Perlenfarmen Rangiroa Tuamotus
Übernachten auf Rangiroa

Wer nicht mit der Aranui unterwegs ist und mehr als nur einen Tag auf Rangiroa verbringen möchte, dem kann ich folgende Unterkünfte empfehlen:

Von der Terrasse der Pension Les Relais de Joséphine kannst Du Abends beobachten wie wilde Delfine meterhoch aus den Wellen in der Basse de Tiputa springen. Ebenfalls schön sind die Rangiroa Tiputa Lodge und das luxuriösese Hotel Kia Ora Resort & Spa.

Die Anreise zu den Tuamotu-Inseln

Von Europa aus fliegt man am besten mit Air Tahiti Nui nach Papeete, Tahiti. Von Papeete aus bietet Air Tahiti Linienflüge zu vielen der Tuamotu Inseln an. Rangiroa wird zum Beispiel gleich mehrmals täglich von Papeete aus angeflogen. Die Flugzeit beträgt rund 1 Stunde. Auch Fakarava wird einmal täglich von Tahiti aus angeflogen.

Am besten kaufst Du Dir den Tuamotu Pass, den Corail Pass oder den Lagoons Pass, so kannst Du für relativ wenig Geld Inselhopping machen.

Außerdem ist es möglich einige der Inseln mit dem Frachtschiff oder der Fähre zu bereisen:

  • Die ARANUI 5 fährt alle 3 Wochen Fakarava und Rangiroa an
  • Fähren, die die anderen Tuamotu Inseln anfahren sind die COBIA 3, KURA ORA – CMT, MAREVA NUI, NUKU HAU und SAINT-XAVIER MARIS-STELLA IV
Mit der Aranui zu den Tuamotus – Fakarava
Weitere Tipps & Reiseberichte aus Französisch Polynesien:

Hast Du schon mal vom Tuamotu-Archipel gehört, oder warst sogar schon mal da? Wie hat es Dir gefallen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!


Meine Reise zu den Tuamotus fand in Zusammenarbeit mit Aranui und Air Tahiti Nui statt.
Vielen Dank dafür!

HAT DIR DER ARTIKEL GEFALLEN? BITTE TEILE IHN!