Pfeffer aus Kampot – das kambodschanische Gold

Der Kampot Pfeffer war schon früher für die Khmer das, was Kaviar für die Russen und Champagner für die Franzosen war.

Traditionell wurde der Pfeffer in Kampot bereits seit dem 13. Jahrhundert angebaut. Dies war jedoch bevor in Vietnam der Krieg ausbrach und bevor Paul Pot in Kambodscha die Macht übernommen hat. Durch die Herrschaft der roten Khmer ging die Tradition des Anbaus von Pfeffer in Kampot nahezu verloren, da man zu dieser Zeit nur die Bewirtschaftung von Reisefeldern betrieb.

Doch seit den 90ern wird der Pfeffer nun wieder angebaut: rund 340 Bauern bauen heute wieder Kampot Pfeffer an, mit einem Marktanteil von 3,3 % ist Kampot allerdings immer noch eines der kleinsten Anbaugebiete der Welt.

Für Kampot hat dies sein Gutes. Seit einigen Jahren kommen wieder Touristen in die Küstenstadt, mit den etwas runtergekommenen Kolonialhäusern aus der Zeit der französischen Besatzung. Nicht weil die Stadt so attraktiv ist, sondern um die Pfefferfarmen zu besuchen.

Nur der Pfeffer aus Kampot darf übrigens Kampot Pfeffer genannt werden. Es gibt eine Zertifizierung der Herkunftsgarantie.

Der beste Pfeffer der Welt

Der Pfeffer ist qualitativ sehr hochwertig, was an den lehmreichen und mineralienreichen Böden und der salzigen Luft in der Kampot-Region liegt. Er zählt zu den besten Pfeffern der Welt – wenn er nicht sogar der Beste der Welt ist. Dennoch ist er bis heute leider noch sehr unbekannt und schwer zu bekommen.

Piper Nigrum

Piper Nigrum

Wusstest Du das Pfeffer eine Kletterpflanze ist?

Er gehört zur Familie der piperaceae Familie, wozu ungefähr 1400 Sorten gehören. In Kampot wird piper nigrum verwendet. Die Pflanze wird an Holzpfählen hochgezogen und wird bis zu 5m hoch. Bis zur ersten Ernte muss die Pflanze 3 Jahre wachsen, dann kann man sie ca. 30 Jahre lang ernten. Der Anbau in Kampot erfolgt nach traditionellen Methoden – nur Handarbeit, kein Dünger, keine Schädlingsbekämpfung, gegossen wird mit Hand, Bewässerung gibt es nicht.

Alle Pfeffersorten werden von derselben Pflanze, je nach Reifestadium und Produktionsverfahren, gewonnen. Da an einer Pfefferrispe die einzelnen Früchte unterschiedlich schnell reifen können, müssen diese zum gewünschten Reifezeitpunkt von Hand selektiert und geerntet werden.

Frischer grüner Kampot Pfeffer

Der frische grüne Kampot Pfeffer hat eine leichte Zitronennote und passt wunderbar zu Fisch und Meeresfrüchten. Grüner Pfeffer kann eingelegt werden, um ihn haltbar zu machen und damit er sich nicht verfärbt, allerdings nimmt er dann den Geschmack von der Salz-oder Essiglake mit an.

Roter Kampot Pfeffer

Roter Kampot Pfeffer wird aus den vollreifen Pfefferbeeren hergestellt. Sie werden von Hand geerntet und in der Sonne getrocknet. Echter roter Pfeffer kann nur in 2 Anbaugebieten weltweit hergestellt werden: Kampot in Kambodscha und Pondicherry in Indien. Auf Grund des besonderen Klimas dieser beiden Orte, und deren Küstennähe, können die Pfeffertrauben hier länger am Strauch bleiben und reifen. In anderen Regionen fängt der Pfeffer auf dem Weg zur vollen Reife an zu schimmeln.

Diesen echten roten Pfeffer solltest Du nicht mit dem rosa Pfeffer verwechseln, welcher hierzulande in Pfeffermischungen vorkommt. Dieser rosa Pfeffer ähnelt dem roten Pfeffer, es sind aber eigentlich Beeren vom Schinusbaum, einem Pfeffer ähnlichen Gewächs.

Probier mal echten roten Pfeffer, den Unterschied schmeckt man!

Roter Pfeffer ist mild und fruchtig mit einer leichten Süße.

Weißer Kampot Pfeffer

Die Pfefferbeeren werden kurz vor der Reife geerntet und in Wasser eingeweicht, um die Schale zu lösen. Die Schale wird von Hand entfernt, unter der Schale befinden sich die hellen Körner.

Weisser Pfeffer kann grundsätzlich aus jedem Pfeffer durch Entfernen der Schale gewonnen werden. Nur der weiße Kampot Pfeffer wird allerdings aus den vollreifen Pfefferbeeren hergestellt. Daher die Schärfe und der nussige Geschmack.

Bei günstigem weißen Pfeffer wird häufig schwarzer Pfeffer gebleicht.

Schwarzer Kampot Pfeffer

Schwarzer Kampot Pfeffer wird grün geerntet und in der Sonne getrocknet, bis sich die Schale verfärbt. Das Aroma ist intensiv mit einer Note von Eukalyptus, Thymian und Minze und einer angenehmen Schärfe.

Solltest Du mal in Kambodscha sein, ist Kampot sicher einen Besuch Wert. Probier etwas von dem heimischen Pfeffer, er schmeckt toll und Du unterstützt damit die einheimischen Bauern.

Ich werde Dir in nächster Zeit einige lokale Rezepte aus der Khmer Küche vorstellen, wie das Nationalgericht Amok, dann kannst Du selbst den Geschmack von Kampot Pfeffer testen.

Hinterlass mir einen Kommentar und erzähl mir von Deinen Lieblingszutaten, mit denen Du gerne kochst!

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