Auf einem Kreuzfahrtschiff in „the middle of nowhere“

Erst ein paar Tage ist es her, dass ich in Salvador, Brasilien, von Board der Sovereign gegangen bin und doch ist es schon wieder so fern. Aber mitgenommen habe ich unendlich viele Erinnerungen an eine unglaubliche Zeit mit inspirierende Menschen, den schönsten Sonnenauf- und -untergängen der Welt, tollen Yogasessions und spannenden Workshops. Die Nomad Cruise wird für mich für immer unvergesslich bleiben!

Aber von vorne:

Boarding Las Palmas de Gran Canaria

Vor etwa 2 Wochen war es nun endlich so weit. Es ging nach sehr stressigen Tagen und einer schlaflosen Nacht in Las Palmas an Board der Sovereign.

Wie es dazu kam?

Melanie von Good Morning World hatte mich auf die Idee mit dieser Cruise gebracht und ohne lange zu überlegen hatte ich mich entschlossen diese zu machen. Denn wann kommt man schon mal für 200 Euro nach Brasilien.

Warum diese Kreuzfahrt so günstig war?

Es gibt sogenannte Repositioning Fahrten, die immer im Herbst und Frühjahr angeboten werden, wenn die Kreuzfahrtschiffe ihre Touren ändern. Die meisten Schiffe sind im europäischen Sommer im Mittelmeerraum unterwegs und steuern im Herbst dann wärmere Gefilde in der Karibik oder Südamerika an.

Da das Schiff also sowieso von Las Palmas nach Salvador fährt, werden diese Fahrten häufig sehr günstig angeboten, da es sonst komplett leer ans andere Ende der Welt fahren würde.

Als Gast an Board bedeutet dies zwar, dass es keine Landausflüge gibt, da kein Stop unterwegs. Die Mitarbeiter an Board werden häufig noch eingearbeitet, da sie selbst neu auf dem Kreuzfahrtschiff sind und die Zeit wird darüber hinaus für Instandsetzungen an Board genutzt.

Erst dachte ich, das könnte ganz schön langweilig werden. Doch das tat dem Ganzen keinen Abbruch, denn trotzdem kannst Du alle Annehmlichkeiten an Board, wie den Pool am Sonnendeck, die Kletterwand, den Fitnessraum, das Spa und das Casino nutzen.

Darüberhinaus ist das Essen an Board all-inclusive, heißt Du wirst von Morgens bis Abends in verschiedenen Buffet- und à la Carte Restaurants und am Grill mit leckerem Essen versorgt. So kommt auch keine Langweile auf und einige von uns haben sicher an Board ein paar Kilo zugenommen.

Auch das Unterhaltungprogramm an Board wie Tanzkurse, lustige Poolspiele, Aerobic und die allabendlichen Broadway Shows finden statt wie auf einer normalen Kreuzfahrt.

Broadway Show "Rock never dies"

Broadway Show „Rock never dies“

Aber wieso eigentlich Nomad Cruise?

Es fing alles damit an, dass ein paar Leute diese Kreuzfahrt buchten, weil es ein unglaublich günstiger Weg war nach Südamerika zu kommen und dem deutschen Winter zu entfliehen. Diese posteten das Ganze auf Facebook und somit hat sich das ganze viral weiterverbreitet und es kamen immer mehr Digitale Nomaden und ortsunabhängige Entrepreneure dazu.

An dieser Stelle ein großes Danke an Johannes von Web Work Travel, der dann die Organisation des ganzen in die Hand genommen hat, mit der Reederei Pullmantur verhandelt hat und plante und organisierte.

So wurde aus dieser Kreuzfahrt die sogenannte Nomad Cruise mit über 100 Nomaden aus aller Welt, die sich am 18. November an Board der Sovereign trafen. Wir alle wollten günstig nach Brasilien, aber vor allem like-minded People kennenlernen (sorry mir fällt kein deutsches Wort dafür ein!) und an den vielen Workshops teilnehmen, die Johannes und viele der Nomaden mittlerweile organisiert hatten.

Nomad Cruise

Nomad Cruise

Die Workshops

Da gab es dann kostenlose Workshops für Fotografie, Bodylanguage, SEO, Travel Hacks und vieles vieles mehr an Board. Aber auch die ein oder andere Mastermind Gruppe, gemeinsame Yogasessions und Dank dessen, dass uns Pullmantur die Disco als Konferenzraum zur Verfügung gestellt hat, auch zwei große Konferenzen mit verschiedenen Speakern. Dabei waren unter anderem Feli und Markus, die Organisatoren der DNX, sowie Johannes, Esther Jacobs und viele mehr.

Esther Jacobs: "You can't stop the waves, but you can learn to surf!"

Esther Jacobs: „You can’t stop the waves, but you can learn to surf!“

Die Rede die uns sicher alle am Meisten berührt und nachdenklich gemacht hat, war aber die von Chris Senior. Ein Mann der uns allen so viele positive Vibes mitgegeben hat, bei jedem Gänsehaut pur ausgelöst, für viel Gelächter gesorgt und uns zu Tränen gerührt hat. Selbst die größten Machos auf der Cruise!

Spätestens nach der Rede, als Chris sich ans Piano gesetzt hat, hat dies keinen mehr kalt gelassen und ich glaube keiner wird diese spontane improvisierte Jamsession in der Spinnaker Bar je vergessen.

Auf einmal saßen 100 Nomaden, einige der Hippies aus aller Welt (die ebenfalls an Board waren), sowie die älteren gesitteten Herrschaften (das typische Kreuzfahrtpublikum), die am Anfang der Cruise sichtlich pikiert waren von diesem kunterbunten Haufen Nomaden, Hippies, Aussteiger und wie sie sich alle nennen, zusammen rund um das Piano am Boden. Gemeinsam sangen wir Halleluja, Hit the Road Jack und andere Songs, die jeder kennt.

Danke an Chris für diesen magischen Moment! Du hast es an diesem Abends geschafft, dass ich zweimal losheule! Und normalerweise bin ich nun wirklich nicht nahe am Wasser gebaut.

Chris, the man who made me cry twice!

Chris, the man who made me cry twice!

Magische Momente

Von diesen magischen Momenten gab es noch einige an Board und mir fällt es tatsächlich schwer, diese in Worte zu fassen, das muss man einfach erlebt haben. Aber ich versuch’s mal!

Da war zum einen dieser legendäre Abend, der mit einer Party auf dem Oberdeck begann und mit einer Poolparty unter dem Sternenhimmel „in the middle of nowhere“, irgendwo auf dem Atlantik, zu Salsaklängen mit leckeren Cocktails endete.

Die Sovereign bei Nacht

Die Sovereign bei Nacht

Ein Abend unter dem Motto „tropical“ begann mit einem ganz normalen à la Carte Abendessen. Als die ganzen Kellner im Restaurant dann zu Salsarythmen durch das Restaurant tanzten gab es kein Halten mehr. Selbst die betagten Kreuzfahrttouristen wurden mitgerissen und so tanzten am Ende hunderte Menschen durch den Speisesaal. Kaum vorstellbar, aber wahr!

Und dann gab es da noch diese vielen kleinen Momente, die unvergesslich bleiben. Interessante Gespräche, neue Freundschaften die entstanden, Abends zum Sonnenuntergang im Liegestuhl gemeinsam schweigen, sich beim Bingo totlachen, der Moment als wir das erste Mal Land erblickten, nämlich die Insel Fernando del Noronha, 350 km vor der Küste Brasiliens.

Abends zum Sonnenuntergang im Liegestuhl gemeinsam schweigen...

Abends zum Sonnenuntergang im Liegestuhl gemeinsam schweigen…

Fernando del Noronha

Fernando del Noronha

Ach ja und dann war da noch dieser Moment des Abschiednehmens, irgendwann kam dieser letzte Abend, die letzten Momente, die uns klar werden liessen, dass es nun zu Ende geht. Das hat dem einen oder anderen von uns Tränen in die Augen getrieben, auch wenn auf alle von uns in Südamerika neue Abenteuer warten, doch diese Zeit auf dem Schiff war nun Mal einmalig.

I miss you guys!

I miss you guys!

Es wurden Nummern, Emails und Umarmung ausgetauscht und dann gingen wir alle wieder unsere eigenen Wege. Nicht ganz – viele trafen sich in den nächsten Tagen noch einmal in Salvador und auch in Rio, Morro de São Paulo und Jericoara werden sich einige immer wieder über den Weg laufen und sicher wird es auch hier magische Momente geben.

Doch rückblickend kann ich wirklich sagen die Nomad Cruise war legendär, einzigartig und unvergesslich und ich möchte allen danken, die dabei waren und diese Zeit zu diesem unglaublichen Erlebnis gemacht haben.

unvergessliche Tage an Board...

unvergessliche Tage an Board…

We chose freedom

We chose freedom

Maybe next year, same time, same cruise! Mal schauen was die Zukunft bringt.

Hast Du auch schon mal eine Kreuzfahrt gemacht? Was sind Deine Erfahrungen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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