Gastartikel: Jumbo-Falafel von Joe Görbert

Über den Autor:

Joe GörbertJoe Görbert ist ein derzeit (noch) nomadisch lebender Businessplan-Ghostwriter und Onlinemarketer. Aufgrund seiner Genetik und Körpergröße braucht er einerseits eine Diät, die Muskelaufbau unterstützt, andererseits seine Nieren nicht belastet und entzündungshemmend wirkt.

Er hat auf der Suche nach Gerichten, die a) gesund, b) schnell zuzubereiten ohne viel Abspülen und c) günstig sind schon so einiges ausprobiert. Ernährungsbewusste Wegbegleiter_Innen agierten als Katalysatoren für seine Kreativ-Küche, doch auch aufgrund seiner zahlreichen Travels stößt er immer wieder auf neue Ideen durch mal mehr, mal weniger schwierige Versorgungslagen. Das Resultat ist eine sehr spezialisierte Kochkunst, die allerdings doch recht weit reicht und ihn bis heute die meiste Zeit bei guter Gesundheit hält.

Falafel Rezept

Joe’s gefüllte Jumbo-Falafel mit Guacamole Valparaiso Art

Für mich sind Falafel ein ideales Gericht. Rein pflanzliche Proteine, Essen für drei Tage mit nur etwa zwei Stunden Aufwand und die Jumbo-Falafel sind prima für den Verzehr unterwegs geeignet. Perfekt für Reisende oder einen Ghostwriter, der zwischen zwei Businessplänen auch mal was in den Magen braucht.

Auf der Suche nach dem persönlichen Glück in Brasilien

Das erste Mal habe ich Falafel selbst zubereitet, als ich nach meinem ersten Auswanderungsversuch 2010 mein Glück in Brasilien versucht habe. Nach einigen Wochen auf der überirdisch schönen Ilha Catarina war es an der Zeit Sao Paulo zu erkunden. Ich bin beim Couchsurfing in einer Art Kommune für Kreativlinge untergekommen, die an ein Filmstudio angeschlossen war. Ich habe dort viele interessante Dinge erlebt. Ganz besonders das Shooting für eine Kampagne für die Rettung des kontaminierten Rio Pinto ist mir unvergessen geblieben.

Zum Dank für die Gastfreundschaft entschloss ich mich, für alle zu kochen. Doch was kocht man für siebzehn recht verwöhnte Hipster, was Vegetariern wie auch Nicht- Vegetariern irgendwie schmeckt- und mich möglichst nicht die Welt kostet?

Da gab es diesen hummusartigen Aufstrich im Kühlschrank, an dem sich alle bedienen konnten und mir kam die Idee: Falafel!

Das Falafel-Rezept entwickelt sich weiter

Den nächsten Entwicklungsschub erfuhr die Rezeptur, als ich Ende 2014 im chilenischen Valparaiso Probleme hatte mit dem Brot. Da gab es nur Weißmehlbrot und Vollkorncracker, die aber auch nur Weizenmehl enthielten. Ich wollte aber nicht nur allein von Eiern, Hühnerbrust und Erdnüssen leben. Leider gab es keine geeignete Pfanne und auch die Kochstelle war zu klein, um die benötigten Temperaturen zu erzeugen. Der Backofen war aber ausreichend groß, und ich hatte noch Käse übrig. Mit diesen neuen Zutaten und neuen Geräten habe ich dann etwas experimentiert.

Mittlerweile habe ich viel ausprobiert, auch mit Eiern, Linsen, Bohnen, Chia-Seeds, Quinoa, Reis, Rosinen, ausgekochte Ingwerstücke und eine bunte Auswahl passender Gewürze habe ich schon in meinen Falafelteig getan. Kürbisstücke, Fleisch, selbstgemachte Nuss- und Olivenpasteten habe ich schon als Füllung verwendet. Ich denke, das nachfolgende Rezept ist einfach perfekt für die Traveller-Küche, selbst wenn du nicht viel Ahnung vom Kochen hast. Du kannst es nach Lust und Laune mit den erwähnten Vorschlägen ergänzen. Da sind z.T. wirklich außerordentliche Gaumenfreuden dabei. Auch kannst Du natürlich ganz auf süße Falafel setzen, indem Du statt pikanten Füllungen süße verwendest, etwa Dattelmus oder Schokolade. In den Teig gibst Du etwas Honig oder Ahornsirup.

Falafel Zutaten

Man nehme für ca. 10 Jumbo-Falafel:

  • 500 g Kichererbsen
  • 50 g Chiasamen
  • 200 g Käse, am besten Ziegenkäse
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz & Pfeffer
  • Masala-Gewürz oder sonstiges was passt, z.B. Curry oder Paprika
  • Basilikum o.Ä. zum Dekorieren
  • Öl, nimm am besten Rapsöl

Du brauchst einen Stabmixer* oder Standmixer* für dieses Rezept und einen Backofen.

Guacamole

Und für die Guacamole:

  • 1 Avocado
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3-4 Cherrytomaten
  • Salz & Pfeffer
  • Evtl. Zitronensaft

Kichererbsen

Die Kichererbsen weichst du 1-4 Tage ein. Je länger du sie einweichst, desto mehr fermentieren sie und die Phytinsäuren zerfallen (Phytin ist ein Pflanzenabwehrstoff, den die Paläo-Diätler mit Verdauungsproblemen in Verbindung bringen). Dem Fermentierungsprozess kannst du auf die Sprünge helfen, indem du warmes Wasser verwendest, 1-2 mal durchwäschst mit frischem Wasser und dadurch frischen Sauerstoff zuführst und jedes Mal einige Spritzer Zitronensaft hinzugibst. Auch hilft es, Kümmel in den Teig zu geben.

Sind die Kichererbsen soweit aufgequollen und durchfermentiert, einmal kurz aufkochen und bei mittlerer Hitze 30 bis 45 Minuten köcheln lassen.

Fingertest: Wenn du sie mit den Fingern zu einem Brei zerdrücken kannst, sind sie fertig. Gebe sie anschließend mit etwas Wasser, 1-2 Esslöffel Öl, dem Knoblauch und den Gewürzen in einen hohen Messbecher.

Du kannst jetzt auch schon deinen Backofen auf 180-200°C vorheizen.

Je mehr Flüssigkeit du hineingibst, desto leichter das Pürieren. Du brauchst aber einen möglichst festen Teig, sonst bekommst du Hummus. Du kannst entweder mit zwei Schritten arbeiten, zunächst also eine flüssigere Masse machen und dann im zweiten Schritt mit Zugabe reiner Kichererbsen eine höhere Festigkeit erreichen. Der andere Weg ist, dass du mit Hafer oder Dinkelmehl bindest, allerdings ist dies nicht optimal wegen der zusätzlichen Kohlenhydrate. So oder so kannst du immer noch etwas Quinoa oder Chiasamen in den Teig geben und ihn ca. 30 Minuten ziehen lassen. Das Wasser wird von Chiasamen optimal aufgesogen und das Resultat ist ein schön fester Teig, mit dem du leicht Falafel formen kannst.

Falafel Rezept

Hast du den Teig abgeschmeckt und bist mit der Konsistenz zufrieden, kannst du ein Backblech mit Öl einfetten. Dann die Kugeln in einer möglichst gleichmäßigen Größe formen. Den Käse in ca. drei Mal drei Zentimeter große Stücke schneiden und pro Falafel ein Stück in die Teigmitte drücken. Lege die Falafel in möglichst gleichen Abständen auf das Blech und für den Geschmack eine dünne Scheibe Käse obenauf, die du auch noch mit einem geeigneten Gewürz, etwa Basilikum, bestreuen kannst. Das gibt einen richtig tollen Effekt hinterher, Du kannst auch mit verschiedenfarbigen, scharfen und fruchtigen Gewürzen experimentieren wie zum Beispiel Chiliflocken oder Ingwerkrümel.

Falafel

Nun schiebe das Blech in den Backofen. Backe die Falafel ca. 30-40 Minuten, kontrolliere aber alle 15 Minuten, ob sie schon gut sind. Bei manchen Backöfen und Umluftbacköfen kann es schneller gehen.

Während die Falafel backen, kannst du schon mal die Guacamole vorbereiten. Einfach nur Avocado, eine Zehe Knoblauch, die Cocktailtomaten, ein Schuss Öl und etwas Salz und Gewürz mit deinem Mixer durchpürieren. Wer die Verfärbung der Guacamole durch Oxidierung aus optischen Gründen vermeiden möchte, sollte noch einen Spritzer Zitronensaft hinzugeben.

Die Falafel sind fertig, wenn Sie eine braun-gelbe Farbe annehmen und kleine Risse auf der Oberfläche bekommen (Falafel-Experten können es auch riechen, wenn sie fertig sind). Du kannst sie sofort mit Guacamole servieren oder abkühlen lassen und später snacken.

Falafel frisch aus dem Ofen

Falafel

Glückwunsch! Ich habe Jahre gebraucht, dieses Rezept auf diesen Stand zu optimieren. Nun hältst du in deinen Händen einen Teil des Geheimnisses, warum der alte Joe immer so fit und energetisiert ist.

Hast Du auch schon mal Falafel selbst gemacht? Welche ist Deine Lieblingsvariante? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.


*In diesem Artikel findest Du einige Affiliate Links (wenn Du dem Link folgst, erhalte ich eine kleine Provision, die es mir ermöglicht, diese Seite zu betreiben. Danke!)

Hat Dir der Artikel gefallen? Bitte teile ihn!